anderes.
Endlich begann der Bräutigam davon zu reden, noch heute das Hochzeit angeben zu wollen zu Üfligen. Die Mutter schlug über diese Eile die hände über dem Kopf zusammen, Joggeli schüttelte den Kopf und sagte: Das Pressier gefalle ihm nicht. Elisi sagte, das Wetter sei sehr strub, sie möchte warten bis morgen. Diese Meinung ging endlich durch, und der Herr blieb da über Nacht. Er suchte während dem Abend sein vermeint Vergehen gegen Vreneli gut zu machen, trappete ihm nach und wollte nach seiner Weise artig mit ihm sein. Elisi merkte es aber, und er hatte Mühe selben Abend, ein gutes Wort von ihm zu erhalten. Dem Vreneli packte das Elisi grässlich aus, hielt ihm Anlässigkeit vor, dass es ihm den Bräutigam verführen wolle, dass es gesehen, wie sie mit den Augen ein Verständnis hätten, und dass es, wenn es ein, mal verheiratet sei, keinen Fuss mehr ins Haus setzen wolle, solange eine solche Luenz darin sei. Das sei ein schöner Dank, dass man es so lange dr Gottswille gehabt habe. Vreneli war nicht von denen, welche Personen wie Elisi schwiegen. "Die Luenz," sagte Vreneli, "kannst du für dich behalten und deinen Schminggel auch; den möchte ich nicht, wenn ich noch einmal nichts hätte. Aber im Weg will ich dir nicht mehr sein, ich bin lange genug dr Gottswille hier gewesen. Was man an mir getan, glaube ich abverdient zu haben, und begehre nun nicht zTrinkgeld, dass man mir alle Tage vorhält, was längst vergangen ist und was dich nichts angeht, denn du hast nichts an mir getan als mich geplagt, wo du konntest. Einer solchen Gränne wegen wollte ich ein Narr sein zu plären und mir die Sache zu Herzen zu nehmen. Aber aus dem Wege will ich dir, darauf zähle. Und jetzt lass mich ruhig, dein Zyberligränni wird wohl auf dich warten." Elisi wäre dem Vreneli ins Gesicht gefahren, wenn es nicht zu gut gewusst hätte, dass Vreneli sich von niemand auf den Leib kommen liess. Es war schon einige Male bei solchen Anfällen von Vreneli an den Armen festgehalten worden, dass man die Zeichen noch tagelang sah.
Die sämtlichen Hochzeitgeschichten aller Art, das Hochzeit selbst usw. wollen wir überspringen, denn mit dem Baumwollenhändler haben wir es eigentlich nicht zu tun, sondern mit Uli, daher uns schon zu lange mit dieser unbedeutenden Nebenperson abgegeben. Als dieselbe aber einmal aufgetreten war, wollte sie sich bei ihrer angebornen jüdischen Zudringlichkeit nicht so schnell abfertigen lassen, und noch jetzt, nach gefasstem Entschluss, werden wir ds Teufels Mühe haben, sie uns vom leib zu halten.
Ulis Stillschweigen und ruhiges Verhalten war den alten Eheleuten sehr sonderbar, indessen nicht unangenehm vorgekommen. Es wollte ihnen scheinen, als hätten sie das Verhältnis zwischen Elisi und Uli zu ernstaft genommen und dieser sei froh, dass es gelöst sei, so dass er weiters nichts daraus machen, sondern dableiben werde. Sie hatten aber nicht Zeit, während dem Hochzeitstrudel das Nähere zu erforschen, sondern nahmen getrost das Bessere an. Als die geschichte aber versurret hatte, mahnte die Mutter Joggeli, dass er Uli doch frage, was er gedenke; sie hätte alle gute Hoffnung, er werde bleiben. Joggeli meinte, wenn er nicht bleibe, so sei sie daran schuld. Ein Besserer wäre wohl zu bekommen, der Tochtermann hätte ihnen ja einen versprochen, aber man sei jetzt an Uli gewohnt, daher sei es ihm recht, wenn er bleibe; aber hängen wolle er sich nicht, wenn er gehe. "Du bist immer der gleiche Löhl," sagte die Frau und ging zur stube aus.
Als Uli einmal grasete, trappete Joggeli zu ihm und sagte: Sie werden es, denke er, wohl haben wie gewöhnlich; einmal er sei nicht anders gesinnet, als dass Uli bleibe. "Nein, Meister," sagte Uli, "ich will fort, Ihr müsst für einen Andern sehen." "Was kommt dich an?" sagte Joggeli, "hast du schon wieder zu wenig Lohn oder hat dich der Johannes mir abgestohlen?" "Keins von beiden", sagte Uli. "Aber warum willst du dann fort?" "Ho, man kann nicht immer an einem Orte sein", sagte Uli. "Und wenn ich dir noch vier Kronen hinzumache?" "Um hundert bliebe ich nicht. Es ist mir erleidet, und wenn es mir einmal erleidet ist, so behält mich kein Geld." Missmutig stöffelte Joggeli dem Stübli zu und sagte seiner Frau: "Da hast du es jetzt, Uli will nicht bleiben; gehe und suche jetzt einen Andern, ich will nichts damit zu tun haben."
Wie auch die Frau fragte: "Warum? Was hat er gesagt?", so antwortete Joggeli nichts darauf als; "Frag ihn selbst." Und als sie fragte: "Was fangen wir jetzt an?", so sagte er auch: "Da siehe du zu, ich habe von Anfang gesagt, das komme so." Weiteres brachte sie auf ihre fragen nicht heraus. Da ging sie hinaus in die Küche, wo Vreneli waltete, die ihre Vertraute war in allen häuslichen Angelegenheiten, und sagte: "denke o, Uli will fort, weisst du warum?" "Aparti nicht," sagte Vreneli, "aber ds Elisi hat es ihm