es möge eins herkommen, woher es wolle, so sei es witziger als du, und doch hat man ein erschrecklich Geld an dich gewandt und bist noch im Weltschland gewesen. Aber wo die Gaben nicht sind, was will man?" "Und dann," fuhr ds Elisi fort, "hat er immer das Vreneli angesehen, wenn es etwas brachte; er ist ein Wüster, ich habe es ihm angesehen. Das Vreneli soll nicht mehr hinüberkommen, du kannst bringen, was wir noch mangeln." "Du wirst noch etwas anderes erfahren, Elisi", sagte die Mutter. "Das wirst du Keinem wehren können, dass er nicht die Andern auch ansieht; froh kannst sein, wenn es nur dabei bleibt." Es wolle dann beim Donner luegen, sagte ds Elisi.
Unterdessen hatten drinnen die wichtigen Verhandlungen begonnen. Der Baumwollenhändler hatte den ersten Augenblick ergriffen, als er mit Joggeli alleine war, die Bewerbung zu eröffnen, noch schöner und wohlgestellter als bei der Mutter. Von Ehesteuer sagte er kein Wort, kein Wort von Trossel, hingegen zog er eine Brieftasche hervor voll Papier und sagte Joggeli, da könne er einen Begriff von seinem Geschäft erhalten und seinem Vermögen. Diese Brieftasche entielt eine Menge Wechsel aller Art, von denen Joggeli wenig anders begriff als die Summen und dann die für bar Vermögen nahm, so dass er wie die Mutter nicht begreifen konnte, warum so ein grusam Geschickter, grusam Reicher und grusam Schöner an Elisi sich mache. Es habe halt, dachte er, ein jeder Mensch seinen Gaue. Die Einen wollten ihre Weiber bleich, die Andern rot, die Einen fett, die Andern mager, die Einen hoffärtig, die Andern tätig, die Einen narrochtig, die Andern witzig. Der werde nun gerade so eins wollen, wie ds Elisi sei, das werde sein Gaue sein, darüber müsse man sich nicht verwundern. So dachte Joggeli während der schönen Rede des Bewerbers. Aber sein misstrauisch Gemüt war damit noch lange nicht befriedigt; er fragte noch eine Menge Dinge, machte viele Einwendungen, suchte über Bekannte, Verwandte ihn auszuforschen, um allfällige Erkundigungen einziehen zu können, und brachte am Ende selbst die Rede auf die Ehesteuer. Er bitte sich aus, sagte der Herr, dass davon einstweilen keine Rede sei, er sei darin gar nicht wie Andere gesinnet und hätte es eigentlich auch nicht nötig. Er wolle nicht sagen, dass er das Geld nicht auch lieb habe; aber der Mann sei dafür da, die Frau zu erhalten. Sollte es später in ihrem guten Willen liegen, ihm etwas zu geben, so werde er es mit Dank annehmen, sonst sei er mit Nichts auch zufrieden, die Jungfer Elise sei ihm alles. Es werden sich später viele Gelegenheiten geben, einander nützlich zu sein, wenn er das Glück hätte, in ihre Familie zu treten. Ihren Flachs, ihr Kirschenwasser sollten sie künftig ganz anders verkaufen als jetzt, aus dem letzteren löse er in Frankfurt wenigstens vier Pfund aus der Mass. Auch mit dem Korn lasse sich viel machen, wenn man es verstehe. Dann gehe es sehr oft gelegenheit zu schönen Spekulationen, wenn man bares Geld zur Verfügung habe. Nun geschehe es, dass auch der reichste Kaufmann oft zu solchen Nebengeschäften nicht Geld habe; wenn er dann in solchen Augenblicken vorsprechen dürfte um Vorschuss, so könne er leicht fünf und sechs Prozente offerieren und doch noch zehn bis fünfzehn Prozente gewinnen. Das gefiel Joggeli nicht übel. Der, dachte er, sei doch ein kurioser Held, mit dem liesse sich noch handeln, noch besser als mit einem Bauer. Doch wollte er seine Einwilligung noch nicht geben, sondern forderte vierzehn Tage Bedenkzeit. Man müsse mit dem Sohn reden, sagte er, und hie und da nachfragen; wenn er ihm schon traue, so sei das doch so der Brauch. Zudem wusste er nicht, ob ds Elisi nicht besser täte, ledig zu bleiben; es sei neue kränklich und möge wenig erleiden. "Was wolltest du davon wissen?" sagte ds Elisi, "du weisst viel, was ich erleiden mag oder nicht. Aber wenn immer alles auf einem ist, so muss eim allbets einist öppis fehle." Der Herr fiel rasch ein und beteuerte, wie die Jungfer Elise ihm gerade recht sei, drückte ihre hände, beteuerte, wie die Bedenkzeit ihm gerade recht sei. Ja freilich, sie könnten über ihn fragen, wo sie wollten, so mussten sie alles Gute vernehmen, wenn die Leute nicht verleumdeten, was freilich oft geschehe, besonders wenn man viele Neider hätte. Unterdessen solle man ihm doch erlauben, der Jungfer Elise einstweilen ein Andenken zu gehen, und somit zog er ein Kästchen hervor, eine prächtige Uhr mit Kette daraus und hängte die mit zärtlichen Gebärden der Jungfer Elise um und bat sich ehrerbietig die Erlaubnis aus, der Uhr noch ein Küsschen beifügen zu können. Jetzt war ds Elisi wieder zufrieden mit ihm, freute sich wie ein Kind über sein Geschenk, lief ins Haus, es dem Vreneli, den Jungfrauen zu zeigen, und dann wieder zu dem Geliebten, ihn zu fragen, wie man sie öffne und wo man sie aufziehe, ihm erzählend, wie des Bruders Frau Augen machen werde, wenn sie dieselbe sehe. Elisi wollte jetzt gegen die Bedenkzeit sich auflehnen, der Geliebte aber bat recht dringend, den Eltern nachzugeben. Unterdessen könne er seine Papiere in Ordnung bringen, dass die