der wird die nächsten Tage kommen und es dir abfordern, es mit dir richtig machen, zwischen ihnen ist schon alles ausgemacht und richtig." "Das wäre mir der Teufel," fuhr Joggeli auf, "da will ich auch noch dabeisein, aus der Sache wird nichts. Was würde der Johannes für einen Lärm anfangen! Er schlüge allen die Beine ab. Und was würde Uli sagen! Der liefe mir fort, und wie sollte ich dann bauern? Wie er ist, bekomme ich Keinen wieder. Wegen Elisi bleibt er da, schlägt nicht mit dem Lohn auf; ich habe das schon lang gemerkt." "Willst du denn den Knecht zum Tochtermann?" fragte die Mutter. "Bewahre," sagte Joggeli, "für das begehre ich ihn nicht. Aber solange er ein Auge auf ds Elisi hat, bleibt er da; während der Zeit sind wir wohl, und vielleicht sterbe ich derweilen, und was frag ich dann dem nach, wie es nachher geht, wenn ich nicht mehr da bin! Ich glaube nicht, dass Elisi den Uli nähmte, wenn es ihm niemand wehrt, es ist zu hochmütig. Was will doch auch eine solche Gränne heiraten?" "Es ist aber doch so", sagte die Mutter, und gerade Solche setzten am meisten an, und man wisse zuletzt nicht, was es Dumms geben könnte. Jetzt habe es einen reichen Herrn an der Hand; so gut mache es es sein Lebtag nicht mehr, und er werde doch nicht vor seinem Glück sein wollen. "Was, noch gar einen Herrn!" sagte Joggeli. "Das wird mir ein schöner Fötzel sein und ein Hungerleider. Ein rechter Herr liesse sich nicht hinter eine solche Gränne. Das sind nur so die Ausgepeitschten, wo niemand mehr will und die nichts mehr zu beissen und zu brechen haben." "Potz Tüfel nein," sagte die Mutter und zählte ihre Beweistümer für den Reichtum des zukünftigen Tochtermanns her, wie er Geld habe und Geschäfte mache. "Gelogen ist bald viel", sagte Joggeli. "Wenn er so reich ist, so muss er ein Narr sein, dass er so ein Häpeli, so ein Schlärpli will, nicht recht im Kopf, er würde sonst auf eine Hübschere sehen und auf eine, mit der mehr ist als mit unserem Elisi, das nicht einmal weiss, wie man einer Katz das Fressen darstellt, geschweige denn wie man es kocht." "Potz Tüfel nein," sagte die Mutter, "er ist der Gescheutest, wo im Gurnigel gewesen ist; er hat gewusst, woher man die Baumwolle hat und wie man daraus das Tuch macht und was für ein Unterschied ist zwischen der Langentaler Ell und der Berner Ell. Das hat mir noch nie jemand können so begreiflich auslegen wie er. Und vom Weben hat er mir brichten können, die Augen sind mir fry übergelaufen. Wohl, unsern Webern will ich jetzt anders aufpassen! Da ist er ein ganz Anderer gewesen als die Stöck von Bern, wo nichts gewusst als den Schnauz zu drehen, den Stock unter den Arm zu nehmen und zu sagen: Es schynt mr, dSunne well hüt no fürecho." "Und sei er einer, wie er wolle," sagte Joggeli, "so ist er ein Herr, und einem Herren gebe ich ds Elisi nicht. wenn es noch ein Baurensohn wäre, so wollte ich nichts sagen. Der könnte zu uns kommen, den Hof übernehmen lehensweise; dem brauchte man nichts herauszugeben, und Uli könnte dann meinetalb gehen, wohin er wollte. Aber so einen Herrn begehre ich nicht auf den Hof, lieber wollte ich gehen und betteln. Der wird eine Ehesteuer wollen und keine kleine. Ich weiss wohl, wie es die Herren haben; die märten schon untereinander um die Ehesteuer wie dMetzger um dKälber; wenn sie dann erst einen Bauer unter die Finger kriegen, so meinen sie, man könne ihnen nicht Geld genug geben für die Ehre, ihnen den Hunger stellen zu können. Sie meinen, je uverschanter sie gegen einen Bauern seien, für um so höflicher sehe er es an." Er hätte schon dem Johannes helfen müssen, dass ihm das Liegen weh tue; wenn er nun noch so einem Herrn eine Ehesteuer geben müsse, so werden seine Gülten an einem kleinen Ort Platz haben, und vom hof könnten sie nicht leben, es müsste anders gehen. Wenn man so alt sei, so gewöhne man sich nicht gerne anders, gehe und habe es bös. Das hätte sie sinnen sollen, sie wäre witzig genug dafür gewesen. Aber wenn eine Frau etwas von einer Heirat schmöcke, so sei es ihr nicht mehr zu helfen und es sei gerade, wie wenn der Teufel in sie gefahren wäre.
"Du bist immer der Wüstest," sagte die Mutter. "Ich vermag mich dessen nichts, sie hatten es unter sich ausgemacht, ehe sie mir etwas gesagt, und wenn es dir nicht recht ist, so mach es mit dem Elisi aus; du kannst dann erfahren, was das verübt." Das sei ihm kommod, sagte Joggeli, erst die Sache anfangen und dann nichts davon wollen. Er wolle sich dar, ein nicht mischen, aber er sage ihr, er wolle nichts davon. Sie könne seinetalb sehen, wie sie wieder absage. Er hätte schon gehört, sagte sie, sie vermöge sich bei der ganzen