nicht mit leeren Händen gekommen. Dann sagte Joggeli, sie hätte das Meitschi so gemacht, ihm zu allem z'best geredet; sie könne es jetzt haben, wie es sei, er wisse nichts zu machen. Sie wolle doch nicht alle Schuld tragen, sagte sie. Wer ihm immer die schönsten Sachen gekramet hätte und wer es ins Weltschland getan, woher es so wunderligs heimgekommen? Einmal nicht sie. Aber sie wisse es wohl: es sollten immer alle Leute schuld sein, nur er nie, und doch rede er immer zur letzen Zeit und schweige immer zur letzen Zeit, nur um Andern schuld geben zu können. Während sie zusammen branzten, branzte Elisi mit Uli, dem die Gurnigelfahrt nicht recht gefallen wollte und der jetzt Elisi noch dazu verhelfen sollte, seine ganze Garderobe mitzunehmen. Wenn er nur ein Wörtlein einreden wollte, dies oder jenes sei doch nicht nötig mitzunehmen, so fuhr ein Wetter über ihn aus, das fürchterlich war. Da könne es 's schon sehen, weinte Elisi, was es von ihm zu erwarten hätte, er sei schon jetzt der Wüstest von allen gegen ihn es usw. Er wusste sich endlich nicht anders zu helfen, als dass er unvermerkt ein tüchtiges Kistchen zwegmachte, es durch Elisi füllen liess und unter dessen Adresse durch den Boten voranschickte. Auf das hin versprach ihm Elisi, im Gurnigel wolle es mit der Mutter reden und plären, bis sie Ja sage, und es solle nicht Martistag werden, so müssten sie verkündet sein.
Nun hatten Mutter und Tochter in zwei grossen Koffern Platz für ihre Sachen, da die Mutter mit viel Wenigerm zufrieden war. Nur etwas warme Rustig, sagte sie, wolle sie mitnehmen; man hätte ihr schon manchmal gesagt, es schneie dort zuweilen wie mitts im Winter. Ds Elisi war nicht zu bewegen, wollene Strümpfe mitzunehmen. Wenn es an einem Orte lustig gegangen sei, so hätte es noch nie gefroren, sagte es. Viel Kaffeepulver nahm die Mutter mit, wie die Junge sie auch auslachte und meinte, sie wolle im Gurnigel bessere Sachen haben als Kaffee. Ein gutes Kaffeeli, sagte die Mutter, sei immer die Hauptsache, und so an einem Ort verbrenne man ihn immer (ganz besonders die Basler), man bekomme nie guten. Schmarotzen oder entlehnen schicke sich ihr auch nicht, und man sei manchmal froh, wenn man für eine gute Bekannte ein gutes Tröpfli hätte. Statt so viel Kleider wollte sie lieber eine frischmelchige Kuh mitnehmen, von wegen der Nidle. Sie hätte manchmal gehört, dort sei die Nidle noch schöner himmelblau als Elisis Tschöpli. Als das Kistchen fort war, ward Uli fast vergessen, und es gmühte ihn sehr, wie Elisi fast nicht Zeit hatte, "Adie, lebe wohl!" zu sagen, als er das Ross hielt, mit dem Joggeli sie auf Bern fuhren wollte.
Als sie fort waren, trat eine rechte Windstille ein, es wohlete dabei ordentlich den Zurückgebliebenen. Uli konnte mit Vreneli reden, ohne dass er immer ringsumblicken musste, ob nicht Elisi hinter irgend einem Baum ihnen abgugge. Und obgleich Vreneli ziemlich trocken mit ihm war, so floh es doch nicht und brach die Rede nicht so kurz ab. Bloss als einmal Uli es fragte, warum es so leid aussehe, es dünke ihn, es hätte seit einiger Zeit viel gemagert, kehrte es sich um und gab ihm keine Antwort. übrigens war es eine Freude, zu sehen, wie es die Haushaltung machte. Das Ding schien fast von selbst zu gehen wie ein Zeit. Es schien Uli, als könne er die Jungfrauen nie mehr draussen brauchen als jetzt, und doch ging alles im Gleichen fort daheim. Vreneli rührte sich aber, wie wenn es auf Rädlene ginge; die hände bewegten sich flink, wenn schon der Mund ging, und wenn auch Mund und hände im gang waren, so konnte es noch an einem dritten Orte sehen, was dort ging. Es sah an den Augen ringsum und nicht nur zmittendrin gerade hinaus. Dabei meinte es nicht, um eine rechte Hausmutter zu scheinen, müsse es so recht strub und wüst daherkommen, um dann sagen zu können, wenn man in allem sein müsse, so könne man nicht gsunntiget sein. Vreneli war von den Leuten, die, sie mögen anrühren, was sie wollen, immer ein sauber und nett Aussehen haben, während es hingegen Leute gibt, die, sie mögen anwenden, wie sie wollen, es nie dahin bringen, dass zwischen ihnen und einem Ofenwisch ein merklicher Unterschied ist. Mit fragen und Werweisen wurde keine Zeit verloren. Es schien, als ob dem Mädchen, sobald es aufstehe, das ganze Tagewerk klar und geordnet, wie eins nach dem andern komme, vor Augen stehe, so dass es nie vergebene Gänge gab, man nie von ihm hörte: Ih ha nit gsinnet, ih ha n denkt, ih ha nit gmeint. Als Uli draussen und Vreneli drinnen nach ihrem Sinn unumschränkt herrschten, die arbeiten ineinanderreiseten, einander in die hände arbeiteten, ging alles so wie gpfiffen, dass Joggeli brummte, es werde ihm ganz wunderlich dabei und es ginge ihm alles ringsum. Er sei froh, wenn seine Alte wieder komme, er frage dem nichts nach, wenn alles so ginge wie ghexet. So könne man sich nie ordentlich besinnen, was und wie man es machen wolle. Das mahne ihn daran, wie wenn man ohne Schleiftrog im Galopp