. Dann sollte einer kommen und ihm die reiche Frau vorhalten und das Geld komme von ihr! Dem wolle er dann sagen, es sei keine Kunst, viel zu erben, aber hunderttausend Pfund zu erwerben sei eine Kunst, und ds Elisi hätte manchen Reichen nehmen können und in fünfundzwanzig Jahren hätten Beide nichts mehr zu beissen und zu brechen gehabt, geschweige dann noch einmal so viel, als sie geerbt.
Unter solchen Gedanken kam der Weg dem Uli unendlich kurzweilig vor, und der Braune rächelete am Stalle, ehe Uli daran dachte, dass er schon daheim sei. Es ging nicht lange, so hatte ihn ds Elisi gefunden und forschte nach dem Kram. Uli packte aus, Feigen und Mandeln und Kastanien, aber sagte zugleich: Er möchte doch bald wissen, woran er sei; so könne das nicht länger gehen, die Leute lachten ihn allentalben aus. Entweder wollten sie Hochzeit haben, oder er wolle fort. Ds Elisi sagte, das sei an ihm, zu sagen, wann es Hochzeit haben wolle. Sobald sie es einmal recht taub machten, so müsste es am nächsten Sonntag sein, und wenn der Bruder noch einmal komme und das Geringste sage, so laufe es auf der Stelle zum Pfarrer und der müsse auf der Stelle Predig anstellen und es verkünden. Jetzt aber könnte es unmöglich daran sinnen. Die Mutter hätte ihm versprochen, mit ihm in den Gurnigel zu gehen für acht oder vierzehn Tage. Da müsste nun die Näherin noch kommen, der Schneider, der Schuhmacher, es hätte an so viel zu sinnen, dass es ganz sturm sei, müsste zudem noch hieaus, daaus, Sachen einzukaufen, dass es gar nicht wüsste, wo man Zeit zum Hochzeit nehmen wollte. Wenn der Gurnigel verrumpelt hätte, dann wollte es sehen, wie es ihm im Kopf sei. So komme es auch zweimal zu neuen Kleidern; es nähmte es doch wunder, ob dann die Hex zu Frevligen ihre Nase nicht müsste hintern halten. Uli mochte sagen, was er wollte, ds Elisi ass Feigen und dachte an den Gurnigel. Ganze Tage packte es aus und ein, machte die Koffern fertig und packte wieder aus. Es dachte nicht nur, was es wohl für aufsehen machen werde, sondern es erzählte allen, die einen Augenblick bei ihm stillestehen konnten, wie gewiss droben Keins sein werde, das solche Kleider habe, und was wohl die Herren dazu sagen werden, es sollen gar schöne und reiche hinaufkommen. Es fragte alle Leute, wie manchmal des Tages man sich anders anziehe und wie manche Bkleidig es mit sich nehmen solle? Ob wohl fünfe genug seien, oder ob man sechs haben müsste; ob man die Mänteli droben auch könnte waschen und glätten lassen und ob man wohl gutes Ammermehl hätte, von körnigem Mehl, oder ob es mit hinaufnehmen solle? Mit so Tüfelsdreck von Erdöpfeln wolle es sich seine Mänteli nicht verderben lassen. Was man wohl meine: ob es Mode sei, die heiteren Bkleidigen am Morgen anzuziehen oder am Abend? Wo man wohl das beste Schmöckwasser zu kaufen bekomme, zu Bern oder zu Burgdorf, oder ob es dasselbe sollte von Neuenburg kommen lassen? Man hätte ihm gesagt, dort schmökke man weitaus am besten weit und breit. So hatte ds Elisi fast Tag und Nacht zu tun, und die Mutter sagte manchmal: Sie wollte, sie hätte nichts davon gesagt oder sie wären schon dort, das Meitschi werde ihr noch zum Narren; sie hätte ihr Lebtag noch nie so tun sehen.
Als die Mutter endlich auch ans Einpacken denken wollte war kein Platz für sie. Ds Elisi hatte schon zwei Koffern gefüllt, und eine Menge Sachen sollten noch mit, aber man wusste nicht wie. Die Mutter meinte freilich: Elisi könnte füglich dies und jenes daheim lassen, sechs Tschöpli brauche es doch nicht, und an zwei Kitteln wäre es wohl auch genug Aber allemal, wenn die Mutter so etwas sagte, so weinte das Meitschi, und statt etwas wegzutun, riss es Neues hervor, noch mehr Kittel, noch mehr Tschöpleni, und Gloschleni ohne Zahl. Joggeli hatte eine Art Galgenfreude daran und riet ihnen, sie sollten eine Zügelkiste von Bern kommen lassen; man hätte dort welche, wie ein kleines Ofenhaus, da könne man am kommodsten einpacken, nicht nur Kittel und Gloschleni, sondern die Sachen mitsamt den Schäften und Trögen, da werde doch am wenigsten verrumpfet. Dem Elisi gefiel das gar wohl, und Uli sollte auf der Stelle fort, eine solche Kiste zu holen. Aber die Mutter, wie auch ds Elisi weinte und tat, wollte das durchaus nicht zugeben. Sie wolle nicht in die Brattig, sagte sie, und was würden die Leute sagen, wenn sie mit einer solchen Kiste dort ankamen, man könnte sie viel, leicht nur nirgends hintun. Es sei schon viel gemacht, dass sie mit einem solchen Narr in den Gurnigel gehe, sie brauche nicht noch eine solche Kiste. Sie ginge gar nicht, wenn es ihr nicht der Doktor befohlen hätte und sie fürchten müsste, das Meitschi hintersinnete sich. Er sei immer der Wüstest, sagte sie zu ihrem Mann; statt etwa einen guten Rat zu geben oder dem Meitschi abzubrechen, treibe er nur das Gespött mit ihnen. Sie wisse wohl, am liebsten wäre es ihm, wenn sie gar nicht gingen, und es hätte ihn von jeher jeder Kreuzer gereut, den er für sie hätte ausgeben müssen, und doch sei sie auch