Sache besser in die Hand, er sei da so wie ein Gstabi und mache kein Gleich. Wenn dann Uli sagte, er wüsste es nicht besser zu machen, er wisse ja auch nicht recht, ob ds Elisi ihn eigentlich wolle, und wenn es ihm Ernst sei, so solle es mit den Eltern reden oder sie wollten zum Pfarrer gehen und das Hochzeit angeben und dann sehen, was daraus werden wolle, so sagte Elisi: Das pressiere nicht halb so, Hochzeit halten könne sie immer noch. Das sei die Hauptsache, dass er es lieb habe, und dann sei es in einem Jahr noch frühe genug, oder wenn er recht dransetze (das komme auf ihn an, es wolle sehen), in einem halben. Aber mit dem Donners Vreni solle er nichts mehr zu tun haben, sonst kratze es Beiden die Augen aus und das Mönsch müsse aus dem haus.
natürlich gab die Sache ein gross Gerede weitumher, und man redete weit mehr davon, als daran war. Es gab zwei Partien: die eine gönnte die geschichte den Eltern, die andere die reiche Frau dem Uli. Je länger die Sache dauerte, und das ging nicht nur ein Jahr, desto mehr gewann der Erfolg an Wahrscheinlichkeit, desto mehr unterzogen sich die Dienstboten dem Uli und stellten sich auf die Seite des mutmasslichen Tochtermanns, so dass der Hof ein immer blühenderes Aussehen bekam und Uli immer unentbehrlicher wurde. Selbst Joggeli, dem der bare Gewinn in den Sack floss und der wohl rechnen konnte, was zwanzig Klafter Futter, tausend Garben Korn mehr zu bedeuten hätten, verbiss seinen Ärger, tat ein Auge zu und tröstete sich damit, er wolle Uli brauchen so lange als möglich; wenn es einmal Ernst gelten sollte, so könnte man immer noch sehen.
Als einmal Johannes daherkam, der auch von dem Gerede gehört hatte, und verdammt aufbegehrte und forderte, dass man Uli fortschicke, so wollte Joggeli nichts davon hören. Solange er lebe, hätte er hier zu befehlen, und Uli wäre Johannes der Rechte, wenn er ihn hätte. Was hier gehe, gehe Johannes nichts an, und wenn man dem Uli ds Elisi geben wolle, so gehe es ihn auch nichts an. Er müsse nicht glauben, dass er alles allein erben wolle; einstweilen sei, was sie noch hätten und was er ihnen nicht abgeläschlet, noch ihr. Je wüster Johannes tue, desto eher müsse ds Elisi heiraten; es sei nicht, dass es Uli sein müsse, es gebe Andere auch noch. Sie wüssten wohl, wie lieb sie ihm alle seien; wenn er das Geld hätte, so früge er Vater und Mutter und Elisi nichts mehr nach, sie könnten seinetalb alle noch einmal heiraten, und wenn es Schinderknechte wären, so wäre es ihm gleich. So redete Joggeli zu seinem Sohne in seinem kärigen, hustenden Tone, dass es der Mutter ganz angst war und sie einredete, er solle doch nicht Kummer haben, das geschehe nicht, sie seie auch noch da und ds Elisi werde nicht alles zwängen und Uli sei ein braver Bursche usw. Johannes wollte nun mit Uli selbst reden, aber der war nicht zu finden. Er sei um eine Kuh aus, hiess es. Trinette, diesmal noch viel schöner schwefelgelb als früher Elisi, bewegte sich um Elisi mit verachtender Miene und gerümpfter Nase und sagte endlich zu demselben: "Pfitusig, wie gmein machst de dih! Mit eme Knecht sih möge abzgä! Es ist eine Schande für die ganze Familie! Wenn meine Leute gewusst hätten, dass meines Mannes Schwester einen Knecht sollte heiraten, sie hätten ihn geschickt Band hauen, er gefiel ihnen ohnehin nicht sonderlich. Aber ih bi Göhls gnue gsi u han e abselut welle. Mi cha dih nimme zur Familie zelle, und du kannst dann sehen, wo du untereschlüfst, einmal hier sollt ihr dann nicht mehr bleiben. Pfitusig, so mit emene Knecht es Glscheipf z'ha! Pfitusig, es gruset mr fry ab dr, ih ma dih nume nimme aluege. Pfitusig, schämst dih nit i dys bluetig Herz yche und teuf i Bode ache!" Aber ds Elisi schämte sich nicht, sondern hängte Trinette noch ein viel böser Maul an und meinte: Ein Meitschi hätte dWehli, sich abzugeben, mit wem es wolle, und könne einen Knecht oder einen Herrn heiraten, vor Gott seien all Menschen gleich. Aber wenn es einmal eine Frau sei, dann würde es sich schämen, bald mit dem Stallknecht und bald mit dem Metzger, bald mit dem Herdknecht und bald mit dem Karrer und zletzt noch mit allen Zundleren und allen Ländern im Geschrei zu sein und Kinder zu haben, wo keins eine Nase habe wie das andere und eins dem andern gleiche wie ein Gäuer einem Weltsch. Wenn Vreneli und die Mutter nicht gewesen wären, so hätten sich die beiden Schwägerinnen die grasgrüne und die schwefelgelbe Seide vom leib gerissen. Als die Mutter Trinette mit Zusprechen helfen wollte, so ereiferte sich ds Elisi so, dass man es zu Bette bringen musste. Erst jetzt, sagte es, als es wieder zu sich und zur Sprache kam, erst jetzt wolle es machen, was ihm anständig sei. Es wolle sich nicht einmetzgen lassen wie eine feisse Sau. Und es sei schlecht von den Eltern, dass sie meinten, es solle ein Kind einzig erben und das andere ohne Mann verrebeln, nur damit alles auf einem Haufen bleibe.
Johannes und seine