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sie hin, verstehe's, wie Du willst, sie sind ein tiefes Zeichen, wie mein Geist durch den Deinen schreitet und von ihm wieder durchdrungen wird, und sonst ist's nichts. – Und wenn es kein Geist ist, was ich damit mein, so ist's TonGeschrei meines Herzens nach Dir hin, es verhallt oder es dringt bis zu Dir, – da denkst Du, das ist der Bettine ihre stimme, das ruft Dich auf, dass Du im Geist meiner wahrnehmest, wie kann ich anders mit Dir reden, was kann ich Dir zurufen? – Was versteht sich zwischen uns, als nur allein die Modulation des Gefühls, das andre wissen wir ja alle schon. –

Bettine

An die Bettine

Du wirst mir doch nicht übel deuten, dass ich mich ein wenig vor Dir fürchte? – Und machst mir auch Furcht vor mir selber! – und dann fürchte ich auch für Dich, nimm Dich um Gotteswillen in acht, dass Du nicht fällst. Deine Turmbegeistrungen erfreuen mich, aber ich will gewiss sein, dass Du keiner Gefahr ausgesetzt bist, sonst machst Du mich krank, schreibe mir gleich, dass Du nicht mehr auf der Mauer herumlaufen willst, sonst kann und will ich nichts mehr von da oben hören, mir war's wohltätig, Deine stimme von da oben herab, so frei und leicht wie Wolken jagen, zu vernehmen, aber wollt ich doch, der Turm fiel eines Morgens ein, lieber als dass du am ende in der Nacht selbst herunterfällst. – Ich weiss nicht, bist Du das Spiel böser Dämonen? – Oder sichern Dich die Guten, so gib ihnen wenigstens nicht so viel zu tun, die bis zu mir dringen, ich soll Dich mahnen, nicht zu freveln. Liegt darin nicht schon der Beweis, dass sie Dich nicht schützen können? – Nehme ich Deine Weissagungen in mich auf und ergrüble das Tonspiel Deines Geistes, in das der Zufall so oft eingreift wie der Wind, der alle Töne auseinandersprengt, und sammle gern, was Du zerstreuest in die Lüfte: so folg mir doch auchund ich bitte Dich darum, sonst kann ich nicht ruhig denken an Dich; – aber wenn Du es nicht lassen willst, oder wie Du meinst, dass Du es nicht lassen kannst, dann schweig lieber ganz, oder wie soll ich's machen, dass ich die Furcht überwinde, Du möchtest elend und unwillkürlich da hinab ins Grab stürzen.

Du hast eine Bangigkeit um mich, als läge mir was Trauriges im Sinn; das solltest Du ja nichtes war im Gegenteil ein ganz freier Augenblick, wo alle störenden oder zerstreuenden Bilder erblasst waren, wo ich mit hellen Sinnen mein Inneres vor Dir aufschloss. –

Warum ich Dich mahnte, an den Clemens zu schreiben, das will ich Dir hier offenbaren. Du sagst, Du liebst den Clemens, der idee nach kann ich ihm auch herzlich gut sein, allein sein wirkliches Leben scheint mir so entfernt von demjenigen, das ich ihm dieser idee nach zumute, dass es mir immer ein wahres Ärgernis ist, deswegen kann ich auch nie eine feste Ansicht über ihn haben, – aber in Deiner Liebe zu ihm fasse ich auch wieder Glauben zu ihm und habe eine Art Zutrauen zu einem inneren Kern in ihm, der nur durch allerlei Unarten verborgen und zurückgehalten ist, wie wenn ein gesunder und reiner Born sich teilweise im Schlamm und Sand versickert; nun mein ich, Dein Schreiben an ihn räumt diese trübenden und schmälernden Hindernisse wohl hinweg, da Du so grade an sein Herz gehest, wo ich vielleicht zu ungeschickt bin, durchzufinden. Es ist nur der Wille, mich selbst besser zu ihm zu stellen, und alles, was sich immer durch seine Briefe aufs neue zwischen uns drängte, zu überwinden, warum ich wünsche, dass Du ihn nicht versäumst; dann ist es auch mein Gewissen, was mich auffordert, dass Dich ihm nichts entfremde, denn wenn ich ihn je als treu und aufrichtig fassen kann, so ist's Dir gegenüber; um so mehr muss ihm dies erhalten bleiben, es ist die Quelle, aus der er verklärt aus dem Bad steigt. Hier hast Du seinen Brief an mich, was er von Dir sagt, ist so aufrichtig natürlich innig; aber das andre ist um so wunderlicher, dass es mir ganz seltsam vorkam. Ich bestrebe mich immer, wenn ich an ihn schreibe, sehr fasslich zu sein und ganz wahr, allein es ist, als müsse grade dies dazu dienen, die verkehrtesten Ansichten bei ihm über mich hervorzubringen, es war mir, als ich den Brief gelesen hatte, und ist mir noch so, als ob er gar nicht für mich geschrieben sei. – Aber wenn ich ihm das schreibe, so muss ich schon gewärtigen, dass er es für eine künstliche Anstalt halte, obschon ich ihm versichere, dass es ganz von selbst so gekommen, denn er kann sich wohl unmöglich denken, dass sein tieferes Eingehen auf meine natur, wo er mich lobt, und wo er mich tadelt, mir ganz fremd erscheine. – Ich verstehe nur den Augenblick, in dem er mir geschrieben hat; – ich bin überhaupt nie weiter gekommen, als seine Augenblicke ein wenig zu verstehen, von dieser Augenblicke Zusammenhang und Grundton weiss ich gar nichts. Es kommt mir oft vor, als hätte er viele Seelen, wenn ich nun anfange, einer