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des Tages zu Ausflügen in die grossartige Einsamkeit dieser Felsen und Wälder benutzen, die alle ihren charakter von den geheimnissvollen Ansprüchen dieses Schlosses empfangen haben, mit in den Bann eingeschlossen scheinen, der hier dem Treiben der Menschen eine unüberwindliche Schranke gebaut hat."

"Ihr Plan lässt sich hören, Leonce!" erwiderte Lücile – "ich glaube, Margot, wir werden einwilligen, uns diesem unserm Führer zu überlassendoch füge ich noch einen Plan hinzu, der vor Ihrer Chronik den Vorzug haben muss, und meinen lieben d'Anville an sein Versprechen erinnert, mir das Schicksal seines Oheims, des Grafen von Crecy, das mit diesem schloss so vielfach verzweigt scheint, nunmehr mitzuteilen."

"Ich bin bereit dazu, meine Liebe," erwiderte d'Anville, "doch unter der Bedingung, dass Ihr mich jeden Tag bis zum Mittagsessen zu Pferde oder zu Wagen auf meinen Geschäftswegen begleiten wollt, und dann verspreche ich Euch, den Abend meinen Vortrag hier zu beginnen."

Alle stimmten heiter in diesen Vorschlag ein. Nach einem fröhlich verlebten Tage führte der Abend Alle um die gastliche Flamme des Kamins, und als man in traulicher Nähe Platz genommen hatte, hob der Marquis d'Anville seine Erzählung an. –

Wir können uns jedoch um so weniger mit einer Mitteilung begnügen, wie der Marquis d'Anville sie für seine junge Gemahlin passend finden wird, da wir die geschichte des Grafen Crecy als den Kern dessen ansehen müssen, was wir bisher mitzuteilen versucht haben, und es dahin gestellt sein lassen, ob man diese eingeschlossene Erzählung als den Hauptinhalt unserer Mitteilungen ansehen will, oder die Verhältnisse, mit denen wir bis hierher unsere Leser vertraut machten, und deren Verfolg wir nach dem Schlusse jener begebenheiten weiter mitteilen werden.

Ihr Zusammenhang, ihre teilweise Ausgleichung durch einander, wird ihre notwendigen, gleichen Rechte an die Aufmerksamkeit dartun; und wie wir die Form der Frucht aus der Gestaltung des Kerns uns leichter erklären können, so werden wir, das Gleichniss hier anwendend, in dem Leben des Grafen von Crecy die Gestaltung der späteren begebenheiten vorbereitet finden, und nicht allein ihnen leichter, sondern auch vielleicht mit vermehrtem Interesse folgen können.

Indem wir so der eingelegten Erzählung ein gleiches Recht mit derjenigen zu verschaffen suchen, die, Anfang und Ende dieses Buches bildend, jene zu umschliessen scheint, bedienen wir uns des uns unbezweifelt zustehenden Rechtes, sie in der Form vorzutragen, die sie aus dem blassen Lichte der Vergangenheit hervortreten lässt, und sie nicht wie gehäufte Resultate, an deren langsamer Entstehung die Zeit schon die Spuren verwischt hat, darstellt, sondern mit der Frische versehen, die uns keine der kleinen Verzweigungen entzieht, welche langsam, aber dem Beobachter gerade so bedeutungsvoll, die grösseren Resultate herbeiführt. Der Graf von Crecy, Bruder der Marquise d'Anville, der Mutter des jungen Mannes, der aus dem mund dieses seines Oheims die begebenheiten erfuhr, die er eben seiner jungen Gemahlin mitteilen wollte, war der Sohn des Marschalls von Frankreich, Grafen von Crecy-Chabanne, eine der ältesten Familien des Reiches, die sich die Vettern des Königs nannten.

Grau geworden in den unseligen Kriegen der Fronde, hatte dieser unter dem Banner des grossen Turenne unverrückt der königlichen Partei angehört, wenn auch frühere, zärtlichere Jugendbande ihn mit Condé vereinigten, dessen Abfall ihn auf das Tiefste erschütterte, ohne ihn über seinen Weg in Zweifel zu stellen.

Seit dem pyrenäischen Frieden lebte der Marschall von Crecy jedoch, mit allen Ehren eines glorreichen Lebens überschüttet, von der tätigen Mitwirkung der Kriegsleistungen zurück gezogen, die wenigstens aufgehört hatten, Frankreich selbst zum Heerde ihrer Verwüstungen zu machen.

Von jeder anderen Bildung und Richtung, als der der Waffen, entfernt geblieben, liebte er dennoch seinen Beruf nicht, und bei dem Emporblühen seines einzigen Sohnes trat diese Abneigung in dem bestimmten Willen hervor, ihn nicht dafür erziehen zu wollen.

Seine Gemahlin, eine Fürstin Soubise, trat mit ihrem schrankenlosen Stolze diesem Vorsatze heftig entgegen, da sie darin das besondere Privilegium sah, Abkömmlinge alter Familien zu den bedeutendsten Stellungen im staat zu erheben, und sie in ihrem Sohne mindestens den Nachfolger ihres Gemahls zu sehen trachtete.

Dessenungeachtet siegte dies Mal der Marschall von Crecy; und es ist dies Faktum um so weniger verloren gegangen, da es wahrscheinlich bleibt, dass der Feldherr, vor dessen Fahnen die Feinde flohen, als habe er ihnen damit einen unüberwindlichen Sturmwind entgegen geweht, doch in seinem haus nur dies eine Mal den Sieg davon trug, und er hier neben den Trophäen aller Schlachten ohne Widerstand die Waffen senkte, wenn die Fürstin Soubise den Heerbann ihres weiblichen Willens aufpflanzte.

Mit dieser erfolgreichen Weigerung hatte er jedoch Alles erschöpft, was er sich zugestand, und obgleich er missmutig und murrend auf die Wege blickte, die seine Gemahlin nun in anderer Richtung zur Erziehung ihres Sohnes einschlug, so hielt er sich doch abgefunden mit seiner Pflicht als Vater, da er überdies, nachdem er die eine verweigert, weder eine andere, noch bessere anzugeben vermochte.

Die Fürstin Soubise blieb auch nach dieser einen Niederlage vollständig gerüstet gegen jede fernere Einmischung ihres Gemahls; und je unerwarteter ihr in einer für unanrührbar geachteten Souverainität dieser Widerstand gekommen war, je mehr hatte sich ihr Gefühl auf diesen Punkt geschärft, und die schwächsten Versuche des Grafen von Crecy waren hinreichend, ihn zu überzeugen, dass er von nun an eine gefasste Gegnerin vorfände und hier seine Wirksamkeit am Ende sei.

Wenn Eltern ihre Kinder oft zu erziehen