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mir Deine Zustimmung geben zu der Wahl meines Herzens?"

"Ich will es!" sagte Emmy; – "er hat ein uneigennütziges Herz! Das ist das einzige, warum es sich lohnt, einen Menschen von dem anderen zu unterscheiden. – Herr, rufe jetzt Deinen Knechter ist müde!"

Es waren Emmy's letzte Worte. Von da an blieb sie schlafend, bis der Tod seine Hand sanft vollendend nach ihr ausstreckte. Doch für den Augenblick verliess Elmerice sie ohne Ahnung ihres damit beschlossenen Lebens.

Die Verlobten wurden durch Lord Duncan der versammelten Familie vorgestellt; und gewiss ward nie eine fehlgeschlagene Hoffnung in Franziska, Lucile und Armand vollständiger vergütet, als jetzt durch die Vereinigung dieser beiden von Allen so zärtlich geliebten Personen. Der Familienkreis, der sich hier nun bildete, war der reichste, segensvollste Mittelpunkt für das Glück aller Beteiligten; und der rächende Geist, der so lange drohend und züchtigend über dem alten schloss Ste. Roche geschwebt, musste sich versöhnt zurückziehen, und liess keinen weiteren Nachweis zurück! –

Mit tiefer Rührung ward Emmy's Leiche an Fennimors Seite gebettet; – doch war auch dieser Tod versöhnend und beruhigend.

Vier Wochen später segnete der alte Vikar von Ste. Roche in der schönen, kleinen Kirche, in der Elmerice zuerst mit so schwerem Herzen gebetet, seine junge geliebte Herrin mit Leonce d'Anville und Margot d'Aubaine mit dem jungen Grafen Guiche ein.

Zu dieser Feierlichkeit waren Herr und Madame St. Albans eingeladen und erschienen, da die Letztere bei dem Hinscheiden und Begräbnisse ihrer Mutter nicht gegenwärtig gewesen war. Auch hier gab Madame St. Albans ihre misslaunige, kritische Weise nicht auf, während die feine Erscheinung ihres Gatten ihm das allgemeine Wohlwollen zuzog.

An dem erwähnten Hochzeitstage fand Elmerice gelegenheit, Madame St. Albans allein zu sprechen. "Jetzt müssen Sie mir erlauben," sagte sie – "Sie mit dem letzten Willen Ihrer Frau Mutter bekannt zu machen."

"O, ich bitte!" unterbrach sie Madame St. Albans; – "dieser letzte Wille, denke ich, ist in der ganzen Gegend bekannt. Euer Gnaden haben nun einmal Glück in Erbschaften; – aus der Tochter meiner Margarit" – hier trat ihr Schluchzen ein – "der einfachen Miss Eton, die unter meinem dach schlief, an meinem Tische sass, ist nun eine vornehme, grossmächtige Gräfin geworden, die, trotz ihrer Millionen, nicht verschmäht hat, die alte Mistress Gray zu beerben, die ihr eigen Kind deshalb verstiess!"

Elmerice hörte ruhig lächelnd diesen Ausbruch an; sie hatte nicht gezweifelt, dass sie ihn erleben würde und deshalb gewünscht, mit ihr allein zu sein. "Ja, Madame St. Albans," sagte Elmerice nach einer kleinen Pause – "ich habe es nicht verschmäht, diese Erbschaft anzunehmen; denn meine Weigerung hätte Ihrer Mutter das Herz gebrochen. Aber sie gab mir Vollmacht, Alles nach meinem Gutdünken anzuwenden; – und eben darüber wünschte ich mit Ihnen zu sprechen. Die Erbschaft bestand aus einem baaren Vermögen in Golde, welches, in Beisein des Pfarrers und des Arztes, in der bezeichneten Kiste gefunden ward. Hier ist der Inhalt aufgeschrieben; aber nicht s o wünschte ich Ihnen den Nachlass Ihrer Mutter zu übergebennehmen Sie hier den vom Prior vollzogenen Kaufkontrakt von Ihrer bisherigen Pachtung Tabor; sie ist jetzt mit dem dazu gehörenden wald Ihr und Ihres Mannes unbestrittenes Eigentum."

"Heiliger Gott, die ganze Pachtungund den Wald noch überdies!" rief Madame St. Albans. – "Nun, solch Gut könnte ja einem Baron gehören. Ach, das kann unmöglich sein, dazu langte das Vermögen meiner armen Mutter nicht hin!"

"Machen Sie sich deshalb keinen Kummer," erwiderte Elmerice, erleichtert durch die Freude der wunderlichen Frau; – "Margarit Eton, ihre Freundin, besass Vermögen genug, das Fehlende zu decken."

"Nun, das nenne ich grossmütig!" rief Madame St. Albans. "Tausend, mein KindSie verstehen die Gräfin zu spielen! Doch verzeihen Sie, ich vergass über der Freude, meinen Dank abzustatten. Nein, wirklich vielviel zu viel Güteich weiss gar nicht, ob ich es annehmen darf!"

"O, nehmen Sie es," sagte Elmerice herzlich – "und lassen Sie uns nicht mehr davon sprechen! Gewiss, ich bin Ihnen Dank schuldig für die Freude, die Sie mir jetzt gewähren." –

"Ei, ei, meine liebe Frau Gräfindas ist nun ein wenig zu fein ausgedrückt für so eine einfache, natürliche Frau, als ich bin! Doch das ist nun einmal Ihre Art, und schickt sich jetzt auch besser für Ihre hohen Zirkel, worin Jemand nicht passt, der einfach vom Herzen wegspricht. Also noch ein Mal meinen alleruntertänigsten Dank!"

Elmerice eilte, diese peinliche Unterredung zu endigen, und hatte eine schöne Genugtuung durch die edle, ruhige Weise, wie Herr St. Albans ihr reiches Geschenk aufnahm. Beide genossen noch lange ihre schöne Besitzung, die sich in allen Zweigen der Kultur auf das Musterhafteste verbesserte.

Zuerst folgten Elmerice und Leonce der Gräfin d'Aubaine nach Ardoise; – von da gingen sie nach Ste. Roche zurück und suchten es mit der vollständigsten Pietät für das Andenken, was daran haftete, herzustellen. Emmy's Zimmer wurden von Elmerice selbst behütet, wobei ihr Asta zur