seiner Mutter abgewendet.
Im selben Augenblicke sah er diese von den Nacheilenden erreicht, sie selbst in der Mitte des Wagens gesund, lebend aufgerichtet, in ihrem Schoosse Lucie, in ihre Kleider schützend gehüllt, das blasse, betränte Lockenköpfchen hervorstreckend. Ein flüchtiger blick gab ihm hierüber Sicherheit; er übersprang daher mit seinem flüchtigen Pferde diese Gruppe, Maria nacheilend.
Es war vergeblich; er konnte ihr Schicksal nicht mehr abwenden. Ehe er sie erreichte, sah er sie widerstandslos vom Pferde herabhängen, dann bei einer ungestümen Bewegung desselben zur Erde fliegen.
Im nämlichen Augenblicke hatte er sie fast erreicht, sich vom Pferde herab neben sie niedergeworfen. Ein Strom von Blut quoll ihr aus dem bleichen mund, die Besinnung hatte sie gänzlich verlassen.
Als Maria zuerst die Augen aufschlug und die gestörte Geisteskraft sammelte, glaubte sie, der Tod habe sie wirklich von allen Qualen erlöst und der Himmel seine Seligkeiten aufgetan. Auf duftigem Moose, über ihr ein luftiges Zelt von Laub und Blumenkränzen, in den Armen der Herzogin ruhend, die sie mit Blicken der Liebe und Angst betrachtet, zu ihren Füssen Richmond knieend, ihre hände in den seinigen gefasst, bleich mit dem Ausdruck der Züge, für den es nur eine Auslegung gibt, sich selbst in einer himmlischen Ermattung fühlend, in einem Zustande, der alle Kräfte gebunden hält und doch der süsseste Traumzustand ist, – schien sie, versöhnt, aller Not entladen, den Seligen schon zugesellt.
Indem trat Stanloff hervor und erkannte das wiederkehrende Leben, welches Beide, in Schmerz versenkt, nicht wahrgenommen.
Sie lebt! sagte er leise.
grosser Gott! rief Richmond, ist es Wahrheit, Möglichkeit? Sie lebt! rief er, einen blick auf sie werfend, dann sprang er auf, und die arme hoch empor gehoben, stürzte er zum Zelte hinaus.
Maria hörte, wie er es dort noch ein paar Mal den wahrscheinlich seiner Botschaft Harrenden wiederholte, und fast im selben Augenblicke lag er wieder zu ihren Füssen und blickte sie an mit dem jubel der seligsten Freude.
Ein Paar warme Tropfen fielen auf Maria's bleiches, kaltes Gesicht. Sie blickte auf, und die strengen Augen der Herzogin, in Liebe gebrochen, waren der Quell.
Seid vor Allem ganz ruhig, teures Kind; Euer Leben und unser aller Ruhe hängt daran! sagte sie mit 422.539 Paalzow: Godwie-Castle Paalzow-SR Bd. 3, 214 sie mit Blicken der Liebe und Angst betrachtet, zu ihren Füssen Richmond knieend, ihre hände in den seinigen gefasst, bleich mit dem Ausdruck der Züge, für den es nur eine Auslegung gibt, sich selbst in einer himmlischen Ermattung fühlend, in einem Zustande, der alle Kräfte gebunden hält und doch der süsseste Traumzustand ist, – schien sie, versöhnt, aller Not entladen, den Seligen schon zugesellt.
Indem trat Stanloff hervor und erkannte das wiederkehrende Leben, welches Beide, in Schmerz versenkt, nicht wahrgenommen.
Sie lebt! sagte er leise.
grosser Gott! rief Richmond, ist es Wahrheit, Möglichkeit? Sie lebt! rief er, einen blick auf sie werfend, dann sprang er auf, und die arme hoch empor gehoben, stürzte er zum Zelte hinaus.
Maria hörte, wie er es dort noch ein paar Mal den wahrscheinlich seiner Botschaft Harrenden wiederholte, und fast im selben Augenblicke lag er wieder zu ihren Füssen und blickte sie an mit dem jubel der seligsten Freude.
Ein Paar warme Tropfen fielen auf Maria's bleiches, kaltes Gesicht. Sie blickte auf, und die strengen Augen der Herzogin, in Liebe gebrochen, waren der Quell.
Seid vor Allem ganz ruhig, teures Kind; Euer Leben und unser aller Ruhe hängt daran! sagte sie mit weicher stimme, als Maria einen Versuch zum Sprechen machen wollte.
Stanloff versuchte jetzt, ihr Tropfen einzuflössen, und redete die Herzogin mit der Bitte an, sich selbst einige Ruhe zu gönnen, da die beschwerliche Stellung, der sie sich unterzöge, sie zu sehr angreifen würde.
Redet mir nicht von Ruhe, erwiderte sie ernst; sie hat nicht an sich gedacht, als sie ihr Leben wagte, das meine zu retten; jede Bewegung kann den schrecklichen Blutstrom erneuen; ich danke Gott, dass sie Ruhe in dieser Stellung findet.
O, meine Mutter! rief hier Richmond und drückte sein Gesicht in die Hand der Herzogin.
Etwas lebhaft zog sie die Hand zurück.
Wir haben alle, denke ich, Fassung und Mässigung in unser Betragen zu legen, da jede Gemütsbewegung der Kranken tödtlich werden kann. –
Das werde ich auch können, rief Richmond und stand von seinen Knien auf; sagt nur, Stanloff, wenn ich gehen muss, ich will alles tun, was nötig ist.
Es möchte allerdings die höchste Ruhe zu empfehlen sein, erwiderte Stanloff.
Nun, so sei Gott mit Euch, rief Richmond, sich zu Maria beugend, und die Engel, die Euch lieben, mögen Euch erretten.
Maria sah ihm nach, und ihre Seele sagte: Du bist mein Engel und Du heilest mich!
Das fest des Master Allincroff war nach allen Seiten hin zerstoben. Man hatte die lustigen Zelte im Waldgrunde nur zu erreichen gestrebt, um die sterbende Lady Melville dort sanfter zu betten. Niemand dachte nur des Festes; Alles war in Aufregung und Bekümmerniss, in gespannter Erwartung des Ausspruchs Stanloffs, dem keine vorzeitige Aeusserung zu entlocken war, und der Alles davon abhängen liess, ob die