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Sohn an; aber der Graf sicherte als Geschenk dem Knaben Francois die eine Hälfte der Summe zu und sendete die andere Hälfte als letztes Geschenk des verstorbenen Dübois an Gustav Torfeld, von dem man schon seit einiger Zeit wusste, dass er mit der Tochter des Predigers verbunden war, und dessen neuen Hausstand diess Erbe sicherer begründete.

Der Prediger hatte bei der Verbindung seiner Tochter mit dem Justizamtmann Torfeld erwartet, in der person seines Eidams künftig einen Verbündeten gegen die Anmassungen seines rebellischen Freundes, des Arztes, zu finden, aber er fand sich unangenehm getäuscht, denn der junge Mann schloss sich innig an seinen frühesten Beschützer, den Grafen Robert, an und zog auch seine Gattin in diesen Kreis hinüber, und der Prediger fürchtete nicht mit Unrecht, dass er endlich dem arzt würde unterliegen müssen, der an seiner Schwiegermutter in allen seinen Anmassungen eine so kräftige Stütze hatte.

Die Gräfin befriedigte ihr Gefühl. Sie liess dem wackern verstorbenen Greise ein einfaches, in edelm Style gearbeitetes Denkmal setzen, und beide gräfliche Familien in Hohental und am Rhein lebten fortan in ungetrübtem Frieden, und die Zukunft nur kann darüber belehren, ob der so oft geäusserte Wunsch des Grafen Robert in Erfüllung gehen und eine glückliche Heirat beide Familien in eine zusammen schmelzen wird. Wenigstens wird diese Hoffnung dadurch unterhalten, dass beide Kinder, von denen man die Vereinigung erwartet, eine grosse Neigung gegen einander äussern, die bei jedem Besuche, den sich die Familien wechselseitig in Schlesien und am Rheine abstatten, sich zu erhöhen scheint.

Fussnoten

1 Vereheliche Frau von Knorring.