solltest du nicht in die Ferne reichen? Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens; Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille, Dein freundlicher zu mir; gib mir ein Zeichen!
(Goetes Werke, 2. Band, Seite 10)
3 Wenn ich nun gleich das weisse Blatt dir schickte, Anstatt dass ich's mit Lettern erst beschreibe, Ausfülltest du's vielleicht zum Zeitvertreibe Und sendetest's an mich, die Hochbeglückte. Wenn ich den blauen Umschlag dann erblickte;
Neugierig schnell, wie es geziemt dem weib,
Riss ich ihn auf, dass nichts verborgen bleibe;
Da les ich, was mich mündlich sonst entzückte:
Lieb Kind! Mein artig Herz! Mein einzig Wesen! Wie du so freundlich meine sehnsucht stilltest Mit süssem Wort und mich so ganz verwöhntest, Sogar dein Lispeln glaubt ich auch zu lesen, Womit du liebend meine Seele fülltest Und mich auf ewig vor mir selbst verschöntest.
(Goetes Werke, 2. Band, Seite 12)
4 Goetes Werke, 2. Band, Seite 7 5
Als ich auf dem Euphrat schiffte,
Streifte sich der goldne Ring
Fingerab in Wasserklüfte,
Den ich jüngst von dir empfing.
Also träumt ich. Morgenröte
Blitzt ins Auge durch den Baum,
Sag Poete, sag Prophete!
Was bedeutet dieser Traum?
Dies zu deuten bin erbötig!
Wie der Doge von Venedig
Mit dem Meere sich vermählt?
So von deinen Fingergliedern
Fiel der Ring dem Euphrat zu.
Ach, zu tausend Himmelsliedern,
Süsser Traum, begeisterst du!
Mich, der von den Indostanen
Streifte bis Damaskus hin,
Um mit neuen Karawanen
Bis ans Rote Meer zu ziehen,
Mich vermählst du deinem Flusse,
Der Terrasse, diesem Hain,
Hier soll bis zum letzten Kusse
Dir mein Geist gewidmet sein.
(Goetes Werke, 5. Band, Seite 147 und 148)
6 Divan, Buch Suleika. 7 Buch Suleika. 8 Suleika 180 9 Hier ist eine Lücke in der Korrespondenz 10 Briefe und Blätter fehlen 11 Die Blätter fehlen 12 Hierher gehört eine Note 13 Mit einer Gebirgslandschaft als Vignette 14 Du siehst so ernst. Geliebter! Deinem Bilde Von Marmor hier möchte ich dich wohl vergleichen; Wie dieses gibst du mir kein Lebenszeichen; Mit dir verglichen zeigt der Stein sich milde. Der Feind verbirgt sich hinter seinem Schilde, Der Freund soll offen seine Stirn uns reichen. Ich suche dich, du suchst mir zu entweichen; Doch halte stand, wie dieses Kunstgebilde. An wen von beiden soll ich nun mich wenden? Sollt ich von beiden Kälte leiden müssen, Da dieser tot und du lebendig heissest? Kurz, um der Worte mehr nicht zu verschwenden, So will ich diesen Stein so lange küssen, Bis eifersüchtig du mich ihm entreissest.
(Goetes Werke, 2. Band, Seite 6)
15 Der jüngere Wichmann.