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Hand,

Schwarzgekleidet geht einfach die Braut;

Schöngefaltet ein Scharlachtuch

Liegt um den zierlichen Kopf geschlagen,

Lächelnd geht sie dahin;

Das Mahl schon duftet.

Später, im Lärmen des Fests,

Stahlen wir seitwärts uns beide

Weg, nach den Schatten des Gartens wandelnd,

Wo im Gebüsche die Rosen brannten,

Wo der Mondstrahl um Lilien zuckte,

Wo die Bäume vom Nachttau troffen.

Und nun strich sie mir, stillestehend,

Seltsamen Blicks mit dem Finger die Schläfe:

Jählings versank ich in tiefen Schlummer.

Aber gestärkt vom Wunderschlafe

Bin ich erwacht zu glückseligen Tagen,

Führte die seltsame Braut in mein Haus ein.

Warnung

Der Spiegel dieser treuen braunen Augen

Ist wie von innrem Gold ein Widerschein;

Tief aus dem Busen scheint er's anzusaugen,

Dort mag solch Gold in heilgem Gram gedeihn.

In diese Nacht des Blickes mich zu tauchen,

Unschuldig Kind, du selber lädst mich ein,

Willst, ich soll kecklich dich und mich entzünden

Reichst lächelnd mir den Tod im Kelch der

Sünden!

Scheiden von ihr

Ein Irrsal kam in die Mondscheinsgärten

Einer einst heiligen Liebe,

Schaudernd entdeckt ich verjährten Betrug;

Und mit weinendem blick, doch grausam

Hiess ich das schlanke,

Zauberhafte Mädchen

Ferne gehen von mir.

Ach, ihre hohe Stirn,

Drin ein schöner, sündhafter Wahnsinn

Aus dem dunkelen Auge blickte,

War gesenkt, denn sie liebte mich.

Aber sie zog mit Schweigen

Fort in die graue,

Stille Welt hinaus.

Von der Zeit an

Kamen mir Träume voll schöner Trübe,

Wie gesponnen auf Nebelgrund,

Wusste nimmer, wie mir geschah,

War nur schmachtend, seliger Krankheit voll.

Oft in den Träumen zog sich ein Vorhang

Finster und gross ins Unendliche,

Zwischen mich und die dunkle Welt.

Hinter ihm ahnt ich ein Heideland,

Hinter ihm hört ich's wie Nachtwind sausen;

Auch die Falten des Vorhangs

Fingen bald an, sich im Sturme zu regen,

Gleich einer Ahnung strich er dahinten,

Ruhig blieb ich und bange doch,

Immer leiser wurde der Heidesturm

Siehe, da kam's!

Aus einer Spalte des Vorhangs guckte

Plötzlich der Kopf des Zaubermädchens,

Lieblich war er und doch so beängstend.

Sollt ich die Hand ihr nicht geben

In ihre liebe Hand? Bat denn ihr Auge nicht,

Sagend: da bin ich wieder

Hergekommen aus weiter Welt!

Und wieder

Die treuste Liebe steht am Pfahl gebunden,

Geht endlich arm, verlassen, unbeschuht,

Dies kranke Haupt hat nicht mehr wo es ruht,

Mit ihren Tränen netzt sie bittre Wunden.

Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!

Wie Fieber wallte ihrer Wangen Glut,

Sie scherzte mit der Frühlingsstürme Wut,

Verwelkte Kränze in das Haar gewunden.

Wie? Solche Schönheit konnte ich einst

verlassen? –

So kehrt nun doppelt schön das alte Glück!

O komm! in diese arme dich zu fassen!

Doch wehe! welche Miene, welch ein blick!

Sie küsst mich zwischen Lieben, zwischen Hassen,

Und wendet sich undkehrt mir nie zurück.

Wie sonderbar ist Nolten von dieser Schilderung ergriffen! wie lebhaft erkennt er sich und Elisabet selbst noch in einem so bunt ausschweifenden Gemälde! und diese Wehmut der Vergangenheit, wie vielfach ist sie bei ihm gemischt! – Mechanisch steht er endlich auf und lässt sich von der träumerischen Wirrung der grünen Schattengänge eine Zeitlang willenlos hin und wider ziehen. So lieblich war die schmerzhafte Betäubung seiner Seele, so sehr hat er sich in den Wundergärten der Einbildung vertieft, dass, als er nun ganz unvermutet sich am Ausgange des Labyrints dem hellen nüchternen Tageslichte zurückgegeben sah, dies ihm das unbehaglichste Erwachen war. Mit verdüstertem kopf schleicht er nun da und dort umher, und als endlich Agnes mit untergehender Sonne, vergnügt vom Schreibtische kommend, nach dem Geliebten suchte, fand sie ihn einsam auf dem Kanapee des grossen Gartenhauses. Sie sehnte sich nach frischer Abendluft, nach dem erholenden Gespräch. Kaum waren einige Gänge gemacht, so hörten sie in der Entfernung donnern; das Gewitter zog Herberts. Der Gärtner, welcher diese schwülen Tage her immer nach Regen geseufzt, lief jetztund Henni hinterdreinmit schnellen Schritten nach Frühbeet und Gewächshaus, beide bezeugten laut ihren jubel über den kommenden Segen, dem ein paar Windstösse kräftig vorangingen. Die Liebenden waren unter das hölzerne Dach des Belvedere getreten, Nannette trug einige Stühle hinaus. Sie bemerkten ein zwiefaches Wetter, davon die Hauptmacht vorne nach der Stadt zu lag, ein schwächeres spielte im rücken des Schlosses. Die ganze Gegend hat sich schnell vernachtet. Da und dort zucken Blitze, der Donner kracht und wälzt seinen Groll mit Majestät fernab und weckt ihn dort aufs neue mit verstärktem Knall. Auf der Ebene unten scheint es schon herzhaft zu regnen. Hier oben herrscht noch eine dumpfe Stille, kaum hört man einzelne Tropfen auf dem nächsten Kastanienbaum aufschlagen, der seine breiten Blätter bis an das Geländer des Altans erhebt. Jetzt aber rauscht auch hier der Segen mächtig los. – Ein solcher Aufruhr der natur pflegte den Maler sonst wohl zu einer mutigen Fröhlichkeit emporzuspannen; auch jetzt hing er mit Wollust an dem kühnen Anblicke des feurig aufgeregten Elements, doch blieb er stille und in sich gekehrt. Agnes verstand seinen Kummer und leise nannte sie einigemal den Namen Larkens, doch konnte sie dem Schweigenden nicht mehr als ein Seufzen entlocken.

Der Himmel hatte sich erschöpft, der Regen hörte auf, hie und da traten die Sterne hervor. Die angenehme Luft, das Tropfen der erquickten Bäume, ein sanftes Wetterleuchten am