Sache, so wir nicht verschieben die Ausführung? Das ägyptische Volk hält hier Ruhtag, begreift Ihr, wackre Herren? Man fürchtet das Volk, man traut ihm nicht. Was wir anzünden, werden getan haben sie die Fremden. Was wir zum Kapporah nehmen, werden geschächtet haben sie. So wir geben das Zeichen zur Gewalt, so werden auch sie ergreifen das Schwert und bringen die letzte Verzweiflung über Mokum. Tausend Helfer haben wir errungen, in jenen; darum zögert nicht." – "Donner und Teufel!" rief der wilde Hornberger mit Freudengelächter; "das trifft sich, wie gerufen, und unser Herrgott hat selbst der hochmütigen Reichsstadt das Ziel gesteckt. auf das Wohl der Ägypter, weiss auch keine Seele, welcher Kukuk diese Satanseier in unser Nest gelegt hat. Wohl bekomme ihnen, und den Frankfurtern das fest, zu dem wir die Melodei aufspielen wollen. Sie mögen Sachsenhausen und den erbärmlichen Strich, wie auch die Buden am Main plündern, und Tod und Feuer allentalben hinbringen. Bis s i e sich an die Arbeit machen, haben wir in Alt- und Neustadt schon die Augen von der Brühe geschöpft, und suchen das Freie. Mag dann das Heidenvolk keinen Stein auf den andern lassen. Desto besser für uns." – "Und keinem Zweifel unterliegt's," setzte Leuenberg hinzu, "dass die brannen Gesellen in unser Horn blasen." – "Ob sie's tun?" fragte Reiffenberg: "Art lässt nicht von Art." – "Zeigt dem Wolf nur Blut;" bekräftigte Zodick mit hämischem Spotte: "Er wird es dann suchen mit Begier." – "Nun aber," erhob Reiffenberg noch einmal die stimme: "Vergleicht Euch; wie ist's zu beginnen, zu vollführen? Unsre Leute müssen morgen mit dem Frühsten schon Bescheid wissen." – "Warum denn?" fragte Zodick mit ängstlicher Schlauheit: "Wollt Ihr geben unsre Hoffnung in hundert Männer? Dann sitzen wir morgen Alle auf dem Brückenturm, denn unter hundert Menschen, die ein geheimnis wissen, sind achzig geneigt es auszudibbern. Eh's losgeht, – den Augenblick zuvor, sollen sie's erfahren, und nur an uns ist's, zu bestimmen unter uns, w i e ' s losgehen soll. Auch wir sind schon um vier Augen zu stark, wenn man will sein vorsichtig." – "Schweig, Hund, mit solchem Diebsgeschwätz!" schnauzte ihn der Leuenberger an: "Rat, Anleitung und Handdienst verlangen wir von Dir; weiter Nichts." – "Wir sind die Herren," stimmte Hornberg mit flammenden Augen ein: "vergiss nicht, dass Du weniger bist als mein schlechtester Knecht, dessen Eltern und Voreltern schon getauft waren." – "Das heisst:" schloss der Reiffenberger: "Halte Dein Judenmaul, wenn Du nicht gefragt wirst. jetzt aber befehlen wir Dir, uns kurz und bündig zu sagen, wie Du über das Besprechen denkst und was Du rätst." – Zodick warf unter den buschigen Augenbraunen einen grimmigen blick auf die stolzen Herren und Freunde; er bezwang aber bis zu gelegner Zeit, klug und vorsichtig, die Galle, die ihm schon auf die Lippen zu treten drohte, und erläuterte nun den Edelleuten, wie er sich das Ganze ausgesonnen. Die zehnte Stunde der Nacht sollte die zum grässlichen Werk bestimmte sein. Der erste Schritt des Verderbens sollte nach Dieters haus im Mittelpunkte der Stadt geschehen. Zodick und Veit von Leuenberg wollten daselbst mit den aufgebotnen Überresten der Blutzapferrotte ein entsetzlich Schauspiel geben, und den alten Dieter, seinen Sohn, Margarete, den Schulteiss, Oberstrichter und die Schöffen, die sich, wie sie nicht zweifelten, beim Schmause befinden würden, so wie Wallraden, die sie auch nicht dabei fehlend dachten, mit Blitzesschnelle hinmetzeln, das Haus plündern, und dann in Brand stecken. Dieses Geschäft von geübten Mörderfäusten verübt, sollte bald abgetan, und die am Liebfrauenberge himmelansteigende Flamme das Zeichen für die Übrigen am Römerberg, und in der Neustadt verborgenen Rotten unter dem Hornberger und dem von Reiffenberg sein. Die Häuser der reichsten Bürger, der Geschlechter Glauburg, Goldstein, zur Hofstatt, deren von Cölle, zum Kranich, von Holzhausen, der Münzberechtigten Altbürger Klabelauch wurden den Räubern zum vornehmsten Ziele gegeben. – Gold, Gold und Mord! hiess der Wahlspruch. Und nach all diesem Brand und Verwüstung. Reiffenberg übernahm es, den Stadtauptmann von Dudenhofen im Bette zu erschlagen, und somit den Arm aller Söldner des Rates zu lähmen. Zodick versprach, die Geldvorräte der ersten Wechslerstuben aufzuräumen. Leuenberg gelobte der niederländischen Kaufleute Niederlagen zu plündern, und hinwegzuschaffen, und Feuer in alle Holzhütten zu werfen. Der Hornberger vermass sich hoch und teuer das Gewandhaus abzubrennen, die Gewölbe der Goldschmiede auf sich zu nehmen, und der reichen Stifter nicht zu schonen. Alle Gefängnisse sollten aufgesprengt, alle Messgauner zur Teilnahme aufgefordert, der Pöbel, ihn zu gewinnen, in den Weinkellern der Reichen berauscht werden. Die Schiffe am Mainufer sollten gekappt, einige von ihnen, mit dem Raube beladen, und also gegen Mainz gesteuert werden. Und endlich, nachdem, wie zu hoffen stand, vom Dunkel der Nacht, wie von der schlaftrunknen Ohnmacht der zum Verderben Bestimmten, begünstigt, das Werk unter Flammen, Blut und Mordgeheul zu seiner schönsten Blüte erwachsen, – dann wollten die Verschwornen die Brückentore mit Gewalt eröffnen, und die Fremdlinge,