Hanau sein, die ihrer verliebten Schwänke wegen in der ganzen Wetterau bekannt sind, und mit denen einen Span zu haben, nicht gut ist. Zudem blitzte und donnerte es redlich um uns her, und es war geratener, im Gesträuch zu liegen und zu passen. Während sich nun die beiden am Bannsteine prügelten, und ich vergebens dem Bastian pfiff und rief, umzukehren, so kommt schnell durch das Gebüsch geraschelt, ein Weib im Regenmantel und Regentuch, und prallt zurück, da sie beim Blitzschein uns erblickt. Ich, nicht faul, packe sie am Gewand, und frage, wer sie ist. Sie hat mir kauderwälsch darauf geantwortet, und da sie in der Tat ein Weibsbild, und mir nicht befohlen war, am Sprünglin eine Frau zu fahen; ... da mir auch der Zusammenhang der Historie klar wurde, so fragte ich sie schlau und pfiffig, ob sie nicht ein Ständlein am Sprünglin zu besuchen, im Begriff stehe, und auf ihre Bejahung liess ich sie zum Bannsteine führen, und sagte zu dem Reiter, der den Knecht noch immer an den Ohren hatte: er möchte doch einmal aufhören, denn hier sei ja das Weib, das er erwarte. Drauf liess er den Bastian los, und besah sich die Frau von oben bis unten, und, da mir nicht befohlen war, ein Paar Liebesleute am Sprünglin zu stören, so liess ich meine Leute wieder unter die Bäume kehren, wo mir der scheltende Bastian vertraute, er wolle sich henken lassen, wenn der, mit dem er sich gerauft, nicht der Leuenberger gewesen. Das war dann nun verdächtig; denn der Leuenberger ist im Stadtbann, und auf ihn hatte ich absonderliche Weisung. Darum rasch mit gefälltem Spiess gegen das Sprünglin zurück im hellen Haufen, und wir sahen, weil der Himmel von allen Seiten flammte, wie der Mann und das Weib noch auf der Matte standen, und die Frau sich geberdete, als wolle sie verzweifeln. Was sie aber sprachen, hörten wir vor Donner und Getöse nicht, sondern schrien wie aus einem Halse: "Gib Dich, Leuenberger! Gib Dich!" – Wie wir jedoch also auf ihn anrückten, und er Unrat merkt, so nimmt er das Weib auf den Arm, springt mit ihr und dem Gaule über einen Graben in ein Gerstenfeld, und ruft uns zu: "Zurück, Ihr Schufte, – mit Verlaub vor Ew. Gestrengen – zurück, denn hier ist des Grafen von Katzenelnbogen Mark und Eigentum, und er brennt die Stadt nieder, so Ihr sein Gebiet verletzt." – Da half dann nun freilich nichts: "Mit dem Grafen ist nicht zu spassen, und da wir nur für das Sprünglin Auftrag hatten, und es hier offenbar nur einem Liebeshandel galt, so blieben wir zurück, absonderlich, da uns ein wahres Mordgeschrei vom Tannicht her, zu Ohren kam. Wie das wütende Heer, trotz Blitz und Sturm jagen wir zurück und fallen gerade in ein Gemetzel, das zwei verkappte und bewehrte Buben an einigen Leuten verüben wollen, die mit Leuchte und Haue und einem pfaffen von Bergen gekommen waren, um beim Tannicht nach Schätzen zu graben. Hier war unsere hülfe nötig, und wir schlugen auf die Räuber los, wie die Bären, ohne dass sie recht verwussten, woher das neue Wetter kam. Der Eine wollte just dem pfaffen an die Kehle, weil er Geld bei sich trug; der Andere balgte sich mit den beiden andern Leuten herum. Den ersten rannte ein Lanzenstoss, wie ich glaube, nieder, und dem Zweiten spaltete der Bastian, den der Leuenberger böse gemacht hatte, mit der Hellebarde den Kopf, dass er niederschlug, als hätte er nie gestanden. Zum Unglück verlöschte plötzlich im gewaltigsten Platzregen die schwache Leuchte, und wir sahen unter einander herumschlagend beim nächsten Blitze nur, dass wir in Gefahr waren, uns selbst und gegenseitig tot zu machen. Der Teufel mochte es länger im Freien aushalten. Es wetterte nieder, wie eine Sündflut, und wir, wie die Leute von Bergen kamen wie gebadet in dem Gehöfte zum Tannicht an. Das Höllengestürme hörte indessen bald auf, und wir suchten nachher in allen Richtungen auf dem platz nach, aber keine Spur von den Erschlagenen war zu finden, und sicher hat sie der Teufel während des fürchterlichen Donnerschlags geholt, der uns sammt und sonders unter Dach trieb. Nicht einmal ein Saum von Blut war mehr auf dem Boden zu schauen. Der Regen hatte Alles abgespült. Während wir nun lange Zeit suchten und lugten, so sah Einer vor uns, wie von fern ein Brand aufging, und da wir drauf los eilten, so kamen wir gerade an die Martenschenke, die lichterloh brannte, dergestalt, dass sich keiner von uns hinein wagte. Entweder war die Hütte ganz verlassen, oder alle Leute waren darin umgekommen, denn es war nichts zu hören als das Jauchen der Flamme, und das Geprassel der Balken. Von dannen kehrten wir zur Stadt zurück." – "Und habt bewiesen, dass Ihr trunkne Mannen gewesen, die man in der Folge zum Ochsentreiben, aber nicht zum Spitzbubenfang aussenden wird;" versetzte der Schulteiss mit erkünstelter Strenge, obschon es ihn ergötzte, dass Dieters Hoffnung auf ein günstigeres Ergebniss getäuscht worden war: "Ihr, Hauptmann, hättet besser daran getan, einen verständigern Gesellen zum Führer zu wählen, als diesen breitmäuligen Erzähler, den der rohe Witz eines Gaudiebs dergestalt überlisten konnte. Mir tut