1827_Hauff_033_151.txt

vom Eingang der gleiche hierüber die so interessante als getreue Beschreibung der Schwäb. Alb von G. Schwab. (Metzler. Buchhdlg. 1823) 31 Crusius beschreibt in seiner Chronik das Schlösschen Lichtenstein, wie wir es hier nacherzählen. Er sah es zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts, also etwa siebzig Jahre nach dem Jahr 1519. Dort findet sich auch die hieher gehörige Stelle: "Im oberen Stockwerk ist ein überaus schöner Saal, ringsum mit Fenstern, aus welchen man bis an den Asperg sehen kann: darin hat der vertriebene Fürst Ulerich, v. Württemberg öfter gewohnt, der des Nachts vor das Schloss kam und nur sagte: 'Der Mann ist da!' so wurde er eingelassen." Wo aber wohnte er den Tag über? wo hielt sich der Vertriebene auf? Die Frage lag sehr nahe. Jetzt ist in die Ruinen des alten Schlosses ein Jägerhaus erbaut, das noch immer den Namen des "Lichtensteiner Schlössleins" trägt, und am fröhlichen Pfingstfest einer lebensfrohen Menge zum Tummelplatz dient. 32 Er schickte einen tapfern Ritter, Marx Stumpf von Schweinsberg an sie mit einem beweglichen Schreiben, das Schloss nicht zu übergeben sondern, wo sie solches auch tun wollten, ihm wieder gelegenheit zu machen, in dasselbe zu kommen; weil er in selbigem zu sterben bereit sei, wenn es Gott über ihn verhänge. Sattler, Gesch. der Herz. v. Würtemb. II. 15. 33 Diesen merkwürdigen Hund beschreibt Tetinger als einen Liebling Ulerichs ausführlich. A. a. O. S. 1, 58. 34 "Hie gut Württemberg alleweg." Findet sich oft als Wahlspruch dieser Partei. Vergl. Pfaffs geschichte Württembergs I. S. 306, in d. Anmerkung. 35 drei Hirschgeweihe, wovon die zwei obersten vier, das untere aber drei Eulen hat, sind das alte Wappen von Württemberg. 36 "Der Tüfell gsegen in allen", sind die Worte des Chronisten Stumphardt, die ihm unwillkürlich entschlüpfen, indem er die Unterhandlung der Ritter "beim kielen Wein" beschreibt. 37 Herzog Ulerich beklagt sich wiederholt, namentlich in diesem Zeitpunkt, dass seine Gegner so viele Lügen gegen ihn ausstreuen. Er verteidigt sich darüber, besonders in seinen Briefen an die schweizerische Eidgenossenschaft. So streuten seine Feinde im Jahr 1519 aus, er habe einen Edelknaben, Wilhelm von Janowiz entzweigehauen. Doch Janowiz lebte noch im Jahr 1562, und war Anno 1550 Kommandant der Feste Asperg. Aber jene Lüge machte damals grosses aufsehen, daher kam es, dass ein Schweizer, dem des Herzogs von ihm ausgestreut haben, antwortete: "Er muss nochten ein guter Barbier gsyn syn, der den Knaben so suber gehailt hat." (Sattler II. §. 24.) 38 Sattler erzählt dies folgendermassen: Der Schwäbische Bund hatte einen grossen teil seiner Kriegsknechte abgedankt, diese wurden darüber schwürig, sie rottierten sich zusammen, richteten zwölf Fähnlein auf, erwählten ihre Hauptleute und machten unter sich nach damaligem Gebrauch eine Regimentsordnung, es ist sehr wahrscheinlich, dass der Herzog diese Leute an sich gezogen. geschichte der Herzoge v. Würt. II. S. 16. Landsknechte schreiben wir, nicht Lanzknechte wie man in neuerer Zeit getan, und berufen uns auf die "Historia der Herren von Frondsberg" etc. 39 Dieses Lied führte auch Lessing in der Sammlung auf, die den Namen trägt: "Altdeutscher Witz und Verstand." 40 Der Schwaben- und Frankenbund hielt in diesem Sommer einen Bundestag in Nördlingen. Auch die Herzogin Sabina und der Herzog von Bayern fanden sich dort ein, um hauptsächlich über Württemberg zu entscheiden. Sattler II. §. 15. 41 Die Regentschaft musste zu jener Zeit viel seltsamer, leichtfertiger und böser Reden hören. Der Keller in Göppingen berichtete einmal, man habe auf der Strasse zwischen Grunbach und Heppach einen Kieselstein gefunden, auf dessen einer Seite ein Hirschgeweih mit der Unterschrift: "Hie gut Württemberg alleweg", auf der andern Seite ein Jagdhorn mit den Worten: "Vive Dux Ulrice" zu sehen waren. Vergleiche Pfaffs Gesch. v. W. I. 306. 42 Über dieses neutrale Verhalten des Adels ist zu vergleichen Sattler II. §. 19. 43 "Der Herzog zog sich mit ungefähr 6000 Landvolk nach Stuttgart, und die angeworbenen Knechte legte er nach Cannstatt." Sattler II. § 21. "Der Herzog, als er erfuhr, dass der Feind so nahe sei, rief die Seinigen schnell aus Städten und Dörfern herbei, die auch sogleich erschienen." Tetingeri Commentarius etc. lib. III. 44 Wir benützen zur Beschreibung dieser Schlacht hauptsächlich: Joh. Betzii hist. Ulrici Ducis Würt. und Tetinger, der besonders bei dem Angriff der Reiterei auf den mit Geschütz besetzten Hügel sehr ins einzelne geht. 45 Graf Georg von Württemberg und Mömpelgard, der Bruder Ulerichs, ist der Stammvater des jetzigen Regentenhauses von Württemberg. Sein Sohn war Friedrich, VI. reg. Herzog, der das Herzogtum erhielt, weil Ludwig, Christophs Sohn, ohne männliche Deszendenz starb. A1 Wir setzen für Leser, welche dieses Idiom nicht verstehen, hier eine getreue Übersetzung bei: "Was fällt dir aber um Gottes willen ein, dass du am Werktag den neuen roten Roch zum Spinnen anziehst? Auch das neue Mieder hat sie an und eine silberne Kette. Und einen frischen Schurz und frische Strümpfe ungefragt aus dem Kasten reissen! wer wird solchen Hochmut treiben? Dummes Kind, weisst du nicht dass