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gekaufte Blechhaube bedeckte den Kopf und die bärtigen Gesichter dieser Männer, die oft zwanzig Jahre unter allen Heeren und Himmelsstrichen Europas dienten, hatten einen kühnen, martialischen Ausdruck. Ihre Bewaffnung bestand in einem langen Dolch und einer Hellebarde, ein teil war auch mit Donnerbüchsen bewaffnet, die man mit Lunden losbrannte.

So standen sie mit ausgespreizten Beinen, Fuss an Fuss geschlossen, wie ein festes Bollwerk und Georgs kriegerischen Sinn erfreute der Anblick dieser kampfgeübten Männer, die wohl zu wissen schienen, dass sie vereinzelt nichts, aber in massen verbunden auch einer zahlreichen Schar von Feinden, furchtbar seien.

Die Hauptleute hatten den Kriegesbrauch und das Kommandowort ihrer früheren Anführer wohl im Gedächtnis behalten; sie traten daher mit dem jungen Ritter in einen dieser Kreise und der tiefe, weit tönende Bass des langen Peters befahl: "Gebt acht ihr leute! kehrt euch um!"

Schnell hatten sich die Kreise nach innen gekehrt, und vernahmen nun die Reden ihrer Hauptleute, die ihnen jene Aufforderung des Herzogs von Württemberg auseinandersetzten. Ein freudiges Gemurmel zeigte, dass sie mit diesen Bedingungen zufrieden seien und Ulerich von Württemberg so eifrig dienen wollten, als sie vorher gegen ihn gedient hatten. Die Hauptleute liessen jetzt auch einige Übungen machen und Georg bewunderte die Geschicklichkeit der Landsknechte und glaubte fest man werde es in der Kriegskunst auf Erden schwerlich noch viel weiter bringen. Er täuschte sich! Doch sein Irrtum ist so verzeihlich, als jener unserer Grossväter, welche die Heroen des grossen Friederich für unübertrefflich hielten und den gottlosen Spott ihrer Enkel über Zopf- und Kamaschendienst nicht ahneten. Und wird nicht eine Zeit kommen, wo man auch über die guten alten zeiten von 1829 lächeln wird? Freilich, so schlanke Taillen wie heutzutage sah man bei den Landsknechten und ihren Hauptleuten Anno 1519 nicht. Doch hätten jene martialischen Figuren einem ganzen heutigen Heere mit Normalbärten aushelfen können.

etwa nach einer Stunde meldeten die Vorposten, dass man unten im Tale von der Gegend von Heimsheim her, Waffen blinken sehe, und wenn man das Ohr auf die Erde lege, seien die Tritte vieler Rosse deutlich zu vernehmen.

"Das ist der Herzog", rief Georg, "führt mein Pferd vor, ich will ihm entgegenreiten."

Der junge Mann galoppierte durch das Tal hin und die Hauptleute und ihre Gesellen blickten ihm nach und bewunderten die Kraft und Gewandteit, mit welcher er in der schweren Rüstung aufs Pferd gesprungen war, lobten seinen Anstand und seine Haltung, solange sie ihn noch sehen konnten. Bald mischte sich sein Helmbusch mit den büsche und Lanzenspitzen, die man unten im Tal bemerkte. Sie kamen näher, jetzt sah man Helme blinken, jetzt wurden die Reiter bis um die Brust sichtbar, jetzt erschienen sie auf einmal auf einer kleinen Anhöhe und man konnte die ganze Schar übersehen. Der Pfeifer von Hardt schaute mit blitzenden Augen in die Ferne. Seine Brust hob und senkte sich, die Freude schien ihn des Atems zu berauben, sprachlos nahm er den Obersten an der Hand und deutete auf die Reiterschar.

"Welcher ist der Herzog", fragte dieser, "ist'z der auf dem Mohrenschimmel?"

"Nein, das ist der edle Herr von Hewen; seht Ihr das Banner von Württemberg, wie, sehe ich recht? bei Gott, der Junker von Sturmfeder darf es tragen!"

"Daz ist eine grosse Ehr! Mordblei, ist erst fünfundzwanzig und darf die Fahne tragen! in Frankreich darf das nur der Connetabel tun, der erste Mann nach dem König Franz. Dort heisst man'z Ohrenflamme und ist aus lauter Gold. Aber welcher ist der Herzog Ulerich?"

"Seht Ihr den im grünen Mantel mit den schwarz und roten Federn auf dem Helm? er reitet neben dem Banner und spricht mit dem Junker, er reitet einen Rappen und zeigt gerade mit dem Finger auf unsseht, das ist der Herzog."

Die Reiterschar mochte ungefähr vierzig Pferde betragen, sie bestand meist aus Edelleuten und ihren Dienern, die dem Herzog in seine Verbannung nachgezogen waren, oder von seinem Einfall benachrichtigt, an der Grenze seines Landes sich an ihn angeschlossen hatten. Sie waren alle wohlberitten und bewaffnet. Georg von Sturmfeder trug Württembergs Panier, neben ihm ritt ganz geharnischt der Herzog. Als dieser Zug jetzt den Landsknechten etwa auf zweihundert Schritte nahe war, erhob der lange Peter seine stimme und sprach: "Gebt acht, ihr leute. Wann Zeine Durchlaucht nahe ist, und ich meinen Hut vom Scheitel reisse, zo schreiet: 'Vivat Ulericus!' schwenket die Fähnlein in der Luft; und ihr Trommler, rasselt auf euren Fellen, dass euch das Donnerwetter! schlagt den Wirbel wie beim Sturm auf eine Festung, Bassa manelka, haut drauf und wenn der Schlegel brichtzo begrüssen die tapfern Landsknecht einen Fürsten."

Diese kurze Anrede tat ihre vollkommene wirkung; die kriegerische Schar murmelte das Lob des Herzogs, sie schüttelten ihre Hellebarden, stampften ihre Büchsen klirrend auf den Boden und die Trommler fassten ihre Schlegel krampfhaft in die Hand und als jetzt Georg von Sturmfeder, der Bannerträger von Württemberg, ansprengte und hinter ihm hoch zu Ross, erhaben wie in den Tagen seiner herrschaft, mit kühnen, gebietenden Blicken Herzog Ulerich von Württemberg sich zeigte, da entblösste der lange Peter ehrfurchtsvoll sein Haupt, die Trommeln rasselten wie zum Sturm einer Feste, die Fähnlein neigten sich zum Gruss, und die Landsknechte riefen ein tausendstimmiges "Vivat Ulericus!"

Der Bauersmann von Hardt war still in der