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durch die Gewölbe, und berauschte die Sinne der Sterblichen, übertäubte ihre Seelen, und riss sie hin zu einer Andacht, die sie zwar über das Irdische, aber auch über die ewigen gesetz ihrer Vernunft hinwegführt.

Die Priester sangen. Jetzt fing er an sein Glaubensbekenntnis zu sprechen.

"Er hat mich nie geliebt", seufzte die Dame an meiner Seite, "er hat auch dich nie geliebt, o Gott, verzeihe ihm diese Sünde!"

Er sprach weiter, er verfluchte den Glauben, in welchem er bisher gelebt.

"Gib Frieden seiner Seele", flüsterte sie; "wir alle irren, solange wir sterblich sind; vielleicht hat er den wahren Trost gefunden! lass ihn Friede finden, o Herr!"

Da fingen die Priester wieder an zu singen. Ihre tiefen Töne drangen schneidend in das Herz der Dame. Jetzt wurde das Sakrament an ihm vollzogen, der Kardinal Rocco, im vollen Ornat seiner Würde segnete ihn ein, und Donna Ines warf dem Getauften frohlokkende Grüsse zu.

"Vater, lass ihm mein Bild nie erscheinen", betete die Dame an meiner Seite, "dass nie der Stachel der Reue ihn quäle! Lass ihn glücklich werden!"

Und mit dem Pomp des heiligen Triumphes schloss die Taufe, und der Kapitän stand auf, zwar als ein so grosser Sünder wie zuvor, doch als ein rechtgläubiger katolischer Christ. Das Volk drängte sich herzu und drückte seine hände, und Donna Ines führte ihm mit holdem Lächeln ihre Kinder zu. Aber noch war die Szene nicht zu Ende. Kardinal Luighi führte den Getauften an die Stufen des Altars, stieg die heiligen Stufen hinan und las die Messe.

Die Dame im schwarzen Schleier zitterte heftiger, als sie dies alles sah; ihre Knie fingen an zu wanken. "Wer Ihr auch seid, mein Herr!" flüsterte sie mir plötzlich zu, "seid so barmherzig und führt mich aus der Kirche, ich fühle mich sehr unwohl." Ich gab ihr meinen Arm, und die frommste Seele in Sankt Peters weiten Hallen ging hinweg, begleitet vom Teufel.

Auf dem platz vor der Peterskirche deutete sie schweigend auf eine Equipage, die unfern hielt. Ich führte sie dortin, ich öffnete ihr den Schlag, und bot ihr die Hand zum Einsteigen. Sie schlug den dunkeln Schleier zurück, es war, wie ich mir gesagt hatte, es waren die bleichen, schönen Züge Luisens. "Ich danke Euch, Herr!" sagte sie, "Ihr habt mir einen grossen Dienst erwiesen." Noch zitterte ihre Hand in der meinigen, ihre schönen Augen wandten sich noch einmal nach Sankt Peter und füllten sich dann mit einer Träne. Aber schnell schlug sie den Schleier nieder und schlüpfte in den Wagen; die Pferde zogen an, ich habe sienie wieder gesehen.

Eine wichtige Angelegenheit, die wankende Sache der Hohen Pforte, welcher ich immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt habe, rief mich an diesem Tag nach ...., wo ich mit einem berühmten Staatsmann eine Konferenz halten musste. Man kennt die Zuneigung dieses erlauchten Veziers eines christlichen Potentaten zum Halbmond; und ich hatte nicht erst nötig, ihn zu überzeugen, dass die Türken seine natürlichen Alliierten seien. Von .... eilte ich zurück nach Rom. Ich gestehe, ich war begierig, wie sich jene Verhältnisse lösen würden, in welche ich verflochten war, und die mir durch einige Situationen so interessant geworden waren.

Der erste, den ich unter der Porta del Popolo traf, war der deutsche Kaufmann. Er sass in einem schönen Wagen, und hatte, wie es schien, Streit mit einigen päpstlichen Polizeisoldaten. Ich trat als Stobelberg zu ihm. "Lieber Bruder", sagte ich, "es scheint, du willst Sodom verlassen gleich dem frommen Lot?"

"Ja, fliehen will ich aus dieser Stätte des Satan", war seine Antwort; "und hier lässt mich der Drache auf dem Stuhl des Lammes noch einmal anhalten, aus Zorn weil ich einen seiner Baalspfaffen im Christentume unterweisen wollte."

Ich sah hin und merkte jetzt erst die Ursache des Streites. Die Polizei hatte, ich weiss nicht aus welchem grund, den Wagen noch einmal untersucht. Da war man auf ein Kistchen gestossen und hatte den Pietisten gefragt, was es entalte. "Geistliche Bücher", antwortete er. Man glaubte aber nicht, schloss auf, und siehe da, es war ein gutes Flaschenfutter, und die Polizeimänner wollten wegen seines Betruges einige Scudi von ihm nehmen.

"Aber, Bruder!" sagte ich ihm; "eine fromme Seele sollte nach nichts dürsten als nach dem Tau des himmels, nach nichts hungern als nach dem Manna des Wortes, und doch führst du ein Dutzend Flaschen mit dir, und hier liegt ein ganzer Pack Salamiwürste? Pfui, Bruder, heisst es nicht, 'was werden wir essen, was werden wir trinken, nach dem allem fragen die Heiden'?"

"Bruder", erwiderte jener, und drehte die Augen gegen Himmel; "Bruder, bei dir muss es noch nicht völlig zum Durchbruch gekommen sein, dass du einen Mann von so felsenfestem Glauben, dass du mir solche fragen vorlegst. Gerade, dass ich nicht zu seufzen brauche: 'Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit uns kleiden?' gerade deswegen habe ich mir den neuen Rock hier gekauft, habe meinen Flaschenkeller gefüllt, und diese aus