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mich heute noch dem Teufel, wenn's sein müsste, und wäre ich nur meine Schulden los und hätte Geld genug und vollauf. Ich wollte es ganz anders machen, wie der Schulmeister. Der Schulmeister ist ein dummer Teufel, dass er hier wohnt und lebt, wie unsereins. Ich führe, wie der Erbprinz, mit sechs Pferden, Bedienten und Sternen, und hätte die Küche voll Braten, den Keller voll Wein. Ja, noch heute gäb' ich meine arme Seele drum."

Solche ruchlose Reden führten die Leute ohne Scheu. Reichtum verdirbt das Herz; aber die Armut verdirbt es nicht weniger. Und wenn Armut und Dummheit und böse Lüste beisammen sind, ist des Teufels Kleeblatt fertig. So ist es in manche dorf, und so war es leider auch in Goldental.

13. Der Goldmacher-Bund.

Oswald wunderte sich nicht wenig, wie von nun an bald Dieser, bald Jener zu ihm kam, heimlich mit ihm reden wollte, und dann mit der gottlosen Sprache herausrückte und sagte: "Oswald, du kannst Gold machen, das ganze Dorf weiss es. Lehre mich es auch. Du verstehst die schwarze Kunst. Wenn der Teufel erscheint, ich will mich gar nicht fürchten. Wenn er die Unterschrift mit meinem Blute verlangt, ich will mich ihm mit Leib und Seele zuschreiben. Siehst du, es tut mir Not, sonst tät ich's nicht."

Lange wusste Oswald nicht, was er zu der Verderbteit dieser Menschen sagen sollte. Da ihrer endlich aber immer mehr kamen, und nicht mit Bitten nachliessen, beschied er sie alle, doch jeden einzeln, auf eine und dieselbe Mitternachtsstunde zu sich.

Und alle kamen in der finstern Nacht, die er ihnen angesagt, zu seinem haus geschlichen, sobald es im Turm der Dorfkirche elf Uhr geschlagen. Er führte Jeden, wie er ankam, schweigend in eine finstere stube. Es waren ihrer zweiunddreissig Hausväter. Jeder erschrak entsetzlich, wenn er in der Dunkelheit an den Andern stiess und etwas Lebendiges neben sich spürte. Denn Keiner wusste von den Uebrigen. Vielen floss der Angstschweiss vom Gesicht, und einige hatten so grosse Furcht, dass sie wieder davon gelaufen wären. Aber sie zitterten, es könne ihnen dann das Lebenslicht ausgeblasen werden.

So standen sie eine Stunde in tiefer Stille und Angst, und wagten kaum, zu atmen. Da schlug's im Turm zwölf Uhr. Und mit dem letzten Glockenschlage ging abermals die tür auf. Es trat ein Offizier herein, prächtig gekleidet mit hohem Federbusch und langem Säbel, auf der Brust einen Orden. Der trug in den Händen zwei brennende Kerzen; die setzte er vor ihnen auf den Tisch. Als nun Alle sich einander erkannten, schämten sie sich erst vor einander; denn sie merkten, dass sie Alle aus gleicher Absicht gekommen wären. Und sie sahen wieder auf den glänzenden Offizier, den sie für den bösen Geist hielten; aber sie erkannten in ihm den leibhaftigen Oswald.

Oswald hatte ein ernstvolles Gesicht und sprach: "Sehet mich nur an, ihr Unglücklichen; nun erkennet ihr, wer ich bin. Ich treibe keine schwarze Kunst; ich halte es mit Gott. Ihr aber seid längst von Gott abgefallen; ihr habet gesoffen und geschwelgt; ihr habet betrogen und gelogen; ihr habet gestohlen und verraten; ihr habet gespielt und Weib und Kind vergessen; ihr habet Teufelei getrieben und Teufelswerk. Darum seid ihr arm und verzweifelt geworden. Ehrlichkeit aber währt am längsten; Gottesfurcht macht reich. In Gottes Wegen ist Gottes Segen. Ich will nicht reich sein, aber ich bin nicht arm. Wollt ihr's nun haben, wie ich, so machet es wie ich."

So sprach Oswald, und zog einen grossen Beutel hervor und leerte ihn auf den Tisch aus. Da fielen klingend eitel schöne Goldmünzen auf den Tisch, und rollten umher und verblendeten die Augen. Die Bauern hatten in ihrem Leben so viel Gold nicht beisammen erblickt. Ihre Herzen schlugen gewaltig.

Oswald aber tat den Mund auf und sprach: "Wahrlich, ich sage euch, das hier macht mich nicht glücklich, aber die W e i s h e i t macht glücklich, mit der man dies Geld erwirbt und benutzt. Ihr seid zu mir gekommen, ich sollte euch die Kunst lehren, Gold zu machen. Ich will euch diese Kunst lehren. Sie ist die beste Weisheit des Lebens, und mehr als das Gold selbst wert. Habet ihr die Weisheit, so werdet ihr das Gold haben und es nicht mehr hochachten. Aber ihr kommet nicht zu dem Glücke, ohne vorher geprüft worden zu sein. Und die Zeit der Prüfung währt sieben Jahre und sieben Wochen. Wer ausharrt bis ans Ende, wird Freuden über Freuden ärnten. Wahrlich, ich sage euch, wenn diese Zeit erfüllt ist, wird Jeder von euch mehr Gold auf seinen Tisch werfen, als eure Augen hier sehen. – Die Prüfung aber ist dem Gottlosen schwer und dem Sünder hart. Denn er muss sein ganzes Herz umkehren und ein neuer Mensch werden."

Die zweiunddreissig Hausväter hörten in banger Stille die Worte Oswalds. Sie betrachteten ihn alle mit starren Augen.

"Wer von euch," sprach Oswald, "die sieben Jahre und sieben Wochen der Prüfung bestehen will, kann bleiben. Wer sich fürchtet oder im Glauben wankt, gehe fort von hier."

Keiner ging.

"Wohlan," rief Oswald, "