, "mein Alter hat Weidenruten in den Brunnen gelegt, damit sollt ihr gestrichen werden, wenn ihr die Schüsseln nicht reiner abwascht, schreit nur nicht, – die Weidenruten braucht er zum Flechten der Ehrenpforte an Bertolds Haustor, und die Ehrenpforte, um das Gerüst zu verstecken, das wir auf Befehl der Frau Hildegard heimlich erbauen, um morgen in aller Frühe das Bild der heiligen Mutter aufzufrischen, wie sie zur Vermählung ihres Sohnes gelobt hat. Denkt euch, bis Mittag soll das alles fertig sein." – "Das ist recht", sagte eine Frau, "so verdient Ihr doch auch was und die heilige Mutter war gar nicht mehr zu kennen." –
"Mir ist's nicht recht", sagte Anton, "denn meinem Alten schwindelt da oben auf dem kleinen Gerüste und da muss ich früh auf und muss alles allein pinseln." – "Ich geb dir auch einen Kuss dafür", sagte die eine Frau. – "Lieber lauf ich gleich davon", antwortete Anton und ging mit seinen Weidenruten und grünen Zweigen nach Bertolds haus, aus welchem die Waisenknaben jetzt wieder eine Reihe der seltsamsten Backwerke nach dem rataus unter Fackelbeleuchtung trugen. Die Weiber liefen vom Brunnen, liessen ihre Eimer überlaufen unter den Röhren und ihr heisses wasser kalt werden, um diese Wunderwerke, die Türme und Gebirge aus Teig und Früchten zu bewundern. – "Gott ist mein Zeuge", sagte die eine, "aber wie die Brautmutter mit dem Teige umzugehen weiss, das geht nicht mit rechten Dingen zu: das läuft ihr unter den Händen auf, da bleibt nichts sitzen, das hat sie noch im Kloster von der vorigen Äbtissin gelernt, die jetzige weiss um so weniger davon, da kochen sie jetzt zum Erbarmen und die Nonnen sehen aus, wie Gespenster. Die werden sich freuen, über die guten Gerichte, die ihnen heute die Brautmutter ins Kloster geschickt hat." – "Hat sie denn alles allein gekocht'" fragte eine andre. – "Warum nicht gar, wie kann ein Mensch so einfältig fragen", sprach die andre, "ich habe gesehen, wie sie sich unter einander in der Arbeit geteilt haben. Die Braut hatte die Aufsicht über alle Braten, Meister Kugler schlachtete alles aus, Frau Hildegard besorgte die Suppen und das gekochte Fleisch, Frau Apollonia gab sich allein mit dem Backwerke, mit Pasteten und Kuchen ab, und der Meister Sixt kochte die Fische nach seiner niederländischen Art, bloss aus wasser und Salz, und bereitete aus tausenderlei Zeugs die Tunken, ich konnte ihn gar nicht ansehen, wie er sich dabei hatte; als er kostete, habe ich ihn mit der Nase unversehens hineingestossen, dass die ganze Küche lachte. Aber hört, etwas muss ich euch erzählen, das wird mir keiner glauben, in dem haus ist ein Kobold, Gott weiss, ob es die Seele des armen Bergmanus ist, der im Brunnen liegt, aber ich ginge um keinen Preis an den Brunnen. Hatte gestern allerlei Kessel und Eimer, die wir beim Schlachten brauchten, an den Brunnen im Garten gestellt, in der Küche war kein Platz, nun blieben aber die Herrschaften am Brunnen bis zur Nacht, so konnte ich nichts abscheuern: heute morgen finde ich alles so blank gescheuert, wie es kein Mensch auf Erden zu stand bringt; das war böse Teufelsarbeit, aber ich dankte Gott dafür, denn wir hatten keine Zeit." – "Der Teufel kann immer schon ein Stück Arbeit für uns tun, wenn wir nur nicht dabei sind", meinte eine andre, "Narrenpossen sind's, in dem haus gibt's viel Leute, wer weiss, welcher sich über die Kessel hergemacht hat." – Die andre stemmte beide arme in die Seite und wollte eben zanken, da wurden aber die grossen Schüsseln herunter getragen; was jeder Gast für die Seinen nach haus schickte, das wollten sie alle sehen. Da hiess es: "Der Vogt hat sich am besten bedacht, der Alte kann auch nur wenig essen, begnügt sich mit der Tunke, da wird sich die alte Ausgeberin freuen." – "dafür hat er uns auch die Strasse nach dem Bleichplatz zubauen lassen", sagte die andre, "das vergebe ich ihm und dem Bertold nimmermehr!" – "dafür läuft jetzt das wasser durch den Bleichplatz", sagte die andre, "das ist mir mehr wert als ein paar Schritte, die ich umlaufen muss, eine Liebe ist der andern wert!" – "Wir könnten aber beides haben" sagte die andre, "die Bürgerschaft hätte es nicht leiden sollen, aber die Einladung zum Hochzeitschmaus hatte alle zu stummen Hunden gemacht, die vorher so laut klafften." – "Und beim ersten kind will er zur Taufe einen gleichen Schmaus geben", sagte die andre, "das kratzt er alles vom Tuche ab, davon ist es auch so dünn, dass einer jetzt Mohn durchsäen kann. Wenn es nur bald ein Kind gäbe, aber die reichen Leute müssen immer eine Weile darauf warten, wo es uns Armen immer zu früh kommt. Was sie wieder blasen! Das ist eine rechte Gesundheit! Da zerschmeissen sie alle Gläser! Nun, das ist auch recht, so ein Glas, woraus eine ordentliche Gesundheit getrunken ist, soll auch zu nichts anderm gebraucht werden, sonst schadet's; der Teufel weiss überall sich einzuschleichen, er hat einen spitzen