, ging nach Venedig, wo Daniel von Bomberg aus Antwerpen eine Druckerei hatte, ging nach dem heiligen grab – Cypern, Kandia – kehrte über Rhodus zurück 1520 nach Venedig, mit Aussichten, aber arm. Rhodus wurde drei Jahr später von den Osmanen erobert. – Der Einzug Christi in Jerusalem von ihm mit dem wirklichen Jerusalem im Hintergrund, war sehr ausgezeichnet.
Hemling soll aus Konstanz sein, 1439 geboren, seine Gemälde von 1479, 80, 84 und 87; – kam als Krieger von Damaskus nach Brügge. 1529
Zum Leben Luters
Am Tag, als Doktor Luters Hand
Das Kirchenrecht im Feuer verbrannt
Vor Wittenberg am Elstertor,
Als es gar heftig auf Erden fror,
War Nachts sein Herz so wach und gequält,
Ob auch das Feuer nicht heimlich noch schwelt,
Das ihm dazu vor dem Elstertor
Entzündet hatte der Studentenchor,
Es kann der Wind wohl gar zur Stadt
Noch tragen des Feuers schreckliche Saat.
Er wirft den neuen Mantel sich um,
Die Sterne golden ihn anschaun so stumm,
Er tritt hinaus ganz einsam und sieht,
Wie mancher Funke in der Asche noch glüht,
Das Tor steht offen, weil niemand wacht,
Denn jeder schwärmt in dieser Nacht
Und Kinder spielen und schreien daher,
Ihm wird das Herz im Busen so schwer:
"Was seht ihr den Funken so eifrig nach, –
Die in den Papieren noch blieben wach?" –
"Ach", sagte zum Doktor da einer der Knaben,
"Die grösste Freude wir daran haben,
Wenn hier die Funken in der Asche laufen;
Fast sieht es aus wie der volle Haufen,
Der aus der Kirche geht, wenn's vorbei,
sehen wir, wer der letzte in der Kirche sei."
"Ihr lieben Kinder", sagt der Doktor gerührt,
"Seht oben die Funken, die der Himmel regiert,
Sie gehen wohl unter, sie gehen nicht aus,
Sie strahlen ewig im himmlischen Haus.
In jener Kirche ist kein Vergängnis,
In dieser herrschet ein wechselnd Verhängnis."
Der Knabe sieht ihn verwundert an
Und spricht in sich: "Was will denn der Mann,
Wie sollen wir mit den Sternen spielen,
Wer sich denn finden unter die vielen,
Wer kann sie im Auge deutlich bewahren,
Bald kommen die Wolken, bald sind sie im Klaren,
Wir bleiben bei unseren Freuden auf Erden,
Sie werden auch einst wohl Sternlein noch
werden."
"Hast recht mein Sohn", spricht Doktor Luter,
"Ein jegliches Alter braucht eigenes Futter,
Mit leichter Milch ernähren sich Kinder,
Der Wein ist erwachsnen Männern gesünder,
Und für die Kinder soll stehen bleiben,
Womit sie die goldne Zeit sich vertreiben,
Am Morgen glaubt ich ein Grosses zu leisten,
Am Abend, da lern ich von Kindern am meisten,
O wie so viele Blinde sind grosse Kinder
Und auch die Ernsten spielen nicht minder,
Wenn ihre Stunde geschlagen hat,
Dass sie vom Ernste sind steif und matt;
Wir auch müssen lernen lieblich zu träumen,
Wer würde die Hälfte des Lebens versäumen."
Und seit dem Tage, da hemmt er den Zorn
Gegen Äusserlichkeit, auch wenn sie verworrn,
Nur falsche Lehre bedroht er mit Eifer.
Gegen die sündigen Ablassverkäufer,
Die in den Tempel des Herrn gedrungen,
Da hat er die Geissel mächtig geschwungen,
Was bleiben konnte von äusseren Zeichen,
Das brauchte nicht vor ihm auszuweichen,
So blieben die Bilder alle bestehen,
Die überall sonst im Feuer aufgehen,
Sie sind die Freuden auf niedrer Erde,
Die einst zu Sternen des himmels noch werden,
Und ruhig duldet er allen Hohn,
Dass er der äusseren Pracht verschon,
Die Nachwelt gibt einst ihm dafür den Lohn
Und bei den Kindern hat er ihn schon.
Zum Leben Luters
Wer vom flachen land her in Eisleben einreitet und die ansteigende Kirche und den niedersteigenden Bergbau wahrnimmt, findet die Vorstellung seiner Kindheit: dass der Ort, wo so ein Mann wie Luter geboren und gestorben, auch dem Auge schon ausgezeichnet sein müsse, überraschend erfüllt; neben der festen dauernden Sitte, welche die kleineren Städte von Sachsen vor dem übrigen Deutschlande schon im Äusseren durch ordentliche Erhaltung und Reinlichkeit kenntlich macht, hat die Umgebung der Kirche noch etwas besonders Ernstes und Feierliches; älter als Luter, scheint sie doch seinetwegen erbaut, dass Gottes Wort lauter und klar darin gepredigt werde; sein Haus ist nicht erneut, aber altertümlich genug, um die neugierigen Reisenden in die ernstere Gesinnung einer früheren Zeit unseres Vaterlandes zu versetzen.
Beschreibung und Stellen
Sein Famulus Wolfgang Sieberger, mit dem er viel Gelehrteit trieb, den er um Gotteswillen nährte, scheint bei allem Guten doch ein Langschläfer gewesen zu sein und sich mit seinem Finkenherde viel abgegeben zu haben. XIV. B. Seite 1358. Klageschrift der Vögel an Luter über seinen Diener Wolfgang Sieberger. Beschreibung seines Wappens. Abteilungen der Briefe: I. Weltliche Angelegenheiten, die ihn nichts anders als durch seinen guten Willen angingen, (hier war er zuweilen in aller Gutmütigkeit Hofnarr). 2. Äusserliche Lebensverhältnisse. 3. Innere Beziehungen seines Lebens ohne Verhältnisse zur allgemeinen geschichte. 4. Charakteristische Äusserungen. 5. Verteidigungen gegen Vorwürfe.
[Anmerkung von Bettina von Arnim]
Dies Wenige wurde aus der umfangreichen Sammlung der Notizen gewählt, zum bessern Verständnis der Kronenwächter, nach deren ursprünglichem Plan, geschichte, Sitten und Gebräuche von ganz Deutschland in vier Bänden umfasst werden sollte.