Morgen heran, dann trinken die Tränen Vöglein mir von der Wimper und sie singen davon Traurig ein trauriges Lied. Zwiefach sehe ich dich dort, auf schwebender
Grabstätte weilen
Über der Berge grünenden Flur wie ein Wölklein am
Fels:
Nemesis einmal, sternenumtanzt im Glanze der
Jugend
Scheidend vom Unrecht das Recht, im eignen Busen
versenket den blick.
Kriegrische Muse dann – ewig grünender Lorbeer Umschlinget das Haupt dir von Geisterflammen
beleuchtet.
Schrecklich sind Menschen, denn sie neiden ums
Licht
Geistige Flammen am Grab. Ach was leuchten die
Gassen,
Während kein ewiges Licht brennet auf Gräbern
mehr. –
Ha was finde ich hier auf diesen Klippen zerstreut, Die ich in tosender Nacht, meiner vergessen
erstieg,
Hier das Purpurgewand, noch warm vom Dufte des
Lebens –
Hier die Sohlen gelöst – hier der Eindruck im Fels Von beiden Füssen so deutlich, zeigt, – ein gewaltiger
Sprung
Hat sie beflügelt zur Höh. – Ach du schwebest
wohl noch –
Es schwebten dem Wagen der Sonne, manche
Gestalten zuvor,
Sie erblicke ich nicht! – Ach zu spät – schon
kommen
Die Schmetterlinge ermüdet, abgeschwirret zurück, Die dich führten hinauf – setzen sich mir um das
Haupt
Wie leiser Klage Liederkränze, Wohl weiss ich, warum die sonnenvertrocknete
Quelle
Mühsam das wasser bewahrt unter den Steinen am
Busch,
Weiss warum sich das Grün des Erlengebüsches
erfrischet,
Wo ich lange nicht mehr hoffend auf Liebe geweilt, Nüchtern trinke ich jetzt aus dieser heiligen Quelle Opfernd den Toten zuerst aus der gekrümmeten Hand. Grünewalds gelehrte Unterhaltung mit dem gelehrten Bruder in der Bücherei des Klosters: Dieser zeigt ihm das erste Schauspiel in Deutschland, deren Urheber Reuchlin war, von dem edlen Johann von Dalberg – Bischof von Worms, mit grossem Frohlocken, dass ein Deutscher etwas solches geschrieben, hochgehalten. heute zu Tage, wenn Homer und Demostenes oder Euripides selbst käme, würde man ihn schier nicht achten. Es fängt den Leuten schier an zu ekeln vor guten Künsten und Wissenschaften. Man geht darin wie eine Kuh in der Streue. Gelehrte Leute werden jetzt um ihrer Menge willen verachtet und ist zu befürchten, es möchte die Gelehrsamkeit, wenn sie aufs Höchste gestiegen, wieder auf eine Barbarei herauskommen. Und gewiss erst vor kurzer Zeit affektierte man eine neue Schreibart aus altem und dunkeln Gepräge und aus unlautern und trüben Pfützen, und hatte einen Ekel an Ciceronis heller und lauterer Reinigkeit. – Die Religionsstreitigkeiten mehren sich und überwuchern den ganzen Boden der Gelehrsamkeit. Grünewald auf Zureden des gelehrten Bruders bleibt im Kloster. – Macht Sonette auf Antons Bilder.
Waiblingen an der Rems
Bei Waiblingen im dorf Briessen war ein altes Schloss, Konradin hatte es seiner Gemahlin errichtet.
Im Jahre 1429 haben die beiden Brüder Graf Ludwig und Ulrich, an einen Bürger zu Waiblingen namens Berchtold Müssiggänger das dortige Haus verkauft, in welchem vor zeiten die Fürsten von Waiblingen gewohnt und aus welchem Friedrich Barbarossa entsprossen war. Dieses Haus stand nah am Markt und hatte einen Garten und eine Scheuer hinter sich – sonst stehen die Häuser fest aneinander gebaut. In diesem haus sollen die drei heiligen Leiber der Weisen aus dem Morgenland, welche das Christkind beschenkt haben, über Nacht geblieben sein, als sie vom Morgenland durch Köln vom Kaiser Barbarossa geschickt wurden.
Die Marienkapelle, wo die Gattin Armins begraben, sie vermachte einen gülden Becher dahin. – Koschhorn, Lidhorn, Geiersberg, Wolfhardt, sind noch alte Familien daselbst. Die Sattlerische Familie und die Härpische hatten eigne Kapellen.
Johann von Ulm fing 1488 den Turmbau in Waiblingen aus Quadratsteinen an.
1529 wurden die Bilder erst in Basel und St. Gallen weggeschafft. 1530 die Wiedertäufer.
Herzog Ulrich
Herzog Ulrich, sechzehnjährig, kommt 1503 zur Regierung ein dicker dickköpfiger Bengel, bauchig, lernte nichts als Latein, heiratet 1510, nachdem er einer brandenburgischen Prinzess, die sich zwei Meilen von Stuttgart bei der Witwe Eberhards des II. aufhielt, durch Trompeter den Hof gemacht hatte; er liebte Hans von Huttens Weib, des Erbmarschalls Tochter, es war eine vertraute Freundschaft zwischen Sabine und Huttens Frau, was den Herzog in Eifersucht setzte. Kanzler Lamparter. Erbmarschallstum. 1512 machte er das Nest kleiner bei Schorndorf. Der eine der edlen war von seinen Gütern zu Nirgends, der andre hatte sie beim Hungerberg.
Beutelsbach, probe der Gewichte im wasser, die Bauern hatten kein Zutrauen zur Lastung. Durch kaiserlich pfälzische und bayrische Gesandte der Tübinger Vertrag.
Jagen in Schönbuch 1515, 8. März. Ulrich schrie Hans von Hutten an, sich seines Leibes und Lebens zu wehren, stösst ihn nieder, löste ihm den Gürtel und knüpfte ihn an die nächste Eiche. Glaubte er sich vielleicht als Freigraf des heimlichen Gerichts dazu berechtigt, – Seine Gemahlin flüchtet nach Bayern, 2. Okt. Der Kaiser nimmt sich seiner Schwestertochter an, erklärt die Acht, Matesius Lang vermittelt alles in Blaubeuern. Der Trompeter, der dem Herzog die Nachricht brachte, widerruft. – Er versprach, die nächsten sechs Jahre eine Verwaltung von Landhofmeister, Kanzler und Räten anzunehemn. Bei der Rückkehr fiel ein Schuss aus dem schloss Helfenstein, er verheerte das Land. Die Gräfin fiel ihm zu Füssen.
Alle, die den Blaubeurer Vertrag zur Anordnung eines Regimentsrats benützen wollten, wurden gefoltert, ein teil an Kohlen gebraten.
1519 kam die Nachricht, die Reutlinger hätten den Vogt zu Achalm erschlagen, er eroberte die Stadt. 1520 wurde er vom Schwäbischen Bunde verjagt unter Wilhelm von Bayern. Er kam wieder mit Schweizern, konnte sich aber nicht halten.