die Ewigkeit
In engster Gegenwart,
Und rückwärts die Vergangenheit
Erscheint von höchster Art,
Wie ein verlornes Paradies
sehe ich's vor meinem blick,
Was ich betrauert, war so süss,
Was ich verflucht, mein Glück.
Ich suche nach dem reichen Schmuck,
Den ich ins wasser warf,
Mein Finger sehnt sich nach dem Druck
Von der zerschlagnen Harf,
Mein Mund nach jener Lippen Hauch,
Den Seligkeit verschliesst,
O spräche er doch wieder auch,
Nun Frühling mich begrüsst!
Es kehret wieder jeder Keim
Aus Winters Einsamkeit,
O kehrte sie auch wieder heim
Zu dieser Frühlingszeit:
Es meidet keiner Lebensnot,
Wohin er sich entzieh,
Und wer nicht sorgt für täglich Brot,
Geniesst das ew'ge nie.
Durchbrich das Gitter, das dich hält
Von mir wie Todesband,
Zum Schweigen schuf nicht Gott die Welt,
In ihr dies Frühlingsland.
Er gab dir mehr als einen Mund,
Der die Gebete lallt,
Es ist ein Herz des Busens Grund,
Es spricht mit Allgewalt.
Des Herzens stimme schallt zurück,
Aus jeder Nachtigall,
Die in dem Garten sucht ihr Glück
In weisser Blüten Fall,
O dieser Schnee, er ist so heiss
Und dieser Duft so süss,
Wer's Frevel nennt, ich sag es leis,
Dies ist das Paradies.
Anton, gespornt durch Erinnerung an die Vermissten, fühlt, dass die Welt des Herrschens nicht im Alleinsein bestehe, er sei nicht von der Einsamkeit ein Waffenbruder. – "Wenn ich meinem Urbeginn entspreche, lüge ich dann; – Und diesem Trotz zu lieb soll ich nach Gelüsten untergehen im Zorn aus Schwere des Leidest" Er steigt herab von der Höhe, um seine allegorische Welt aufzusuchen – er kommt zu Dürer, dessen Kunst ihm gefällt, der aber selbst nichts auf das achtet, was Anton zu finden hofft. Cranach in seinem aristokratischen Diensteifer für Fürsten, geht näher auf seine Hoffnungen ein – Kunstgespräch zwischen beiden – der Kunstberuf greife ein in die Umbildung der Welt, nur sie begründe den Frieden, in welchem zugleich alle Elemente des Krieges bedingt sind. – "Aller Kampf ist nur, um entsagen zu lernen – die Kunst lehrt es – du kannst sie nicht an dich reissen, aber du kannst ihrer teilhaftig werden. Du kannst ihrer nie Meister werden und doch als Meister erkannt, wenn sie dich beherrscht. – So das Volk, erkennt den als Herrscher, in dem es verklärt sich gespiegelt findet. – Neidest du den Höheren, so trete ihn kühner an, er wird dich bezähmen und gefangen nehmen, und dies wird deine Ehre erhöhen, nicht sie beleidigen, du willst ja ihn erreichen, nicht ihn verderben, der die Welt trägt und hebt durch sein Werden und Lernen. Ein neuer Tag, vom Geist der Kunst durchdrungen – des Künstlers ewig schaffende Verklärung ist's, was den Frieden begründet mitten im werbenden Kampf höherer Entwicklung."
Langer Bericht über Luter und Melanchton. Anton wird Protestant und wieder über den Protestanten hinaus. Mit der Zweifelhaftigkeit der Tat kommt ihm der geistige Zweifel, aber doch eben dadurch vergeistigt.
Predigten Luters über die Unruhen. Beschreibung und Stellen. "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Gott aber sei Dank, der den Sieg gegeben hat." Cor. I. 15, 55.
"Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte." Cor. 17, 23. "Und so jemand kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht." Ep. II. Timot. "Denn Gott hat nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und Liebe und Zucht." II.. I, 7.
"Darum lieben Brüder, fleissiget euch des Weissagens und wehret nicht mit Zungen zu reden." Cor. 14, 39.
Über die verschiedenen Sinne, die neben Luter die Welt bewegten. Erstens falsches Prophetentum, zweitens Gleichheitslehre, drittens Altertümer und Gelehrsamkeit, viertens Dummheit, die Geheimnisse nicht mehr fassen zu können.
Anton geht von da zu Frundsberg, der ist für den Bauernaufstand gewonnen, schickt Anton hin – er kann sich nicht halten, geht nach Waiblingen unter dem Namen Fortunat. Die Frau verliebt sich heftig in ihn und will ihn nicht lassen; er bleibt da, wo ihn der Zufall einquartiert hat, lässt den Krieg gehen, wie er will, sie haben ein Kind, er schickt es zur Kronenburg, die Bauern werden geschlagen. Unterdes schreibt Johann aus Leiden, die Frau soll ins Königreich kommen; wie sie ihn nicht kann als Johann erkennen, da richtet er sie hin.
Anton ist der, welcher das Königreich endet. – Er geht mit Frundsberg auf seinen letzten Zug nach Italien, Susanna begleitet ihn als Soldat; – rühmliche Taten ihrer Tapferkeit, indem sie ihn aus Gefahren errettet bei der Eroberung von Rom. Die Kronenwächter berichten ihm dahin, Nass; jetzt seine Zeit gekommen, der Sitz der Welfen sei zerstört. Er eilt nach Deutschland, bringt den Degen Franz' I. dem Luter, der grade Hochzeit hält: Dies eröffnet das andre Buch.
Luter und Melanchton reden mit Anton heftig gegen die Münsterschen Wiedertäufer. – Jetzt kommt durch die Zigeuner die Nachricht, die Krone sei in Münster, Anton wird entflammt und zieht dahin, ihm werden die begebenheiten berichtet, auch wie seine Schwester Katarina umgekommen, die Johann entauptet hat – Susanna ist auch unter den Weibern, sie hat die Krone in Verwahrung – Entdeckung ihrer