ihn warnte, er werde durch einen grossen Eber umkommen. Als er sie verlassen, durchstreifte er wieder das Jagdrevier und traf auf einen grossen Eber, zwar entsetzte er sich erst vor ihm, doch fing er ihn ab und als er ihn so vor sich liegen sah, da stiess er verächtlich mit dem fuss gegen einen der grossen Hauer und sagte: 'Nun, du sollst es mir auch nicht getan haben.'
Das war sehr unvorsichtig von dem mann, das hätte er lassen sollen, er stiess sich den Hauer durch den Stiefel ins Fleisch und starb bald an einer Entzündung dieser Wunde. Nicht wahr, das hätte er lassen sollen? Die Leute sagten gleich, es sei mit dem Eber nicht richtig gewesen, sie begruben ihn mit dem Hakkelnburger zusammen, bald zeigte es sich, dass er mit seinen Hunden umziehe, wenn Feste im land, und die Tut Ursel vor sich herjage. Ja was ist dagegen zu sagen?"
Der dürre Jäger, der gebunden und grimmig am Boden lag, rief hier: "Ja das weiss ich und habe es erfahren, wie eine menschliche Seele in ein wildes Tier einfahren kann, und sich austauschen mit der Seele des Tieres, die in den menschlichen Leib mit Vergnügen übergeht, das ist des Teufels höchster Spass und macht ihm seinen Tiergarten voll und lustig, ach ihr Leute mögt wohl über mich reden und mich vielleicht umbringen und wisst nicht, wie sich alles mit mir ereignet hat und wie ich so gern anders gewesen wäre, als ich geworden bin. Den der Blitz vor einer halben Stunde erschlagen hat, Niklas, der alte böse Niklas, ich muss jetzt darüber lachen, warum der mein Vater gewesen ist, aber er war es wirklich, ich war als Euer Untertan geboren, Anton, ich musste auf sein Geheiss Euch zu Trunk und Spiel verführen, als Ihr durch Eure Frau zu Würde und Ansehen kamet."
Anton sagte finster: "Also Feinde, immer mehr Feinde, immer weniger Freunde, sprich, was konnte Euch mein fröhlich Leben schaden? Meine Augen sahen nie über die Stadtmauern hinaus und so wäre ohne Euch, ein Tag wie der andere mir in stiller Arbeit unverloren vorüber gegangen und in mir mit Segen eingekehrt und versunken!"
"Anton", sprach der Jäger, "ich schwöre es Euch, nicht aus Gaukelei, wie ich oftmals getan, dass es mich schmerzte, als ich um Euch mein Netz geworfen, aber ich konnte nicht anders, der grimmige Teufel hatte mich so lange angehetzt, dass ich um alles in der Welt ihm nicht hätte ungehorsam sein mögen."
"Welcher Teufel", fragte Anton, "und was wollte er mit mir gerade, ich habe ihm doch nur eine gemeine Lastertat geliefert und tue ihm keine mehr zu Gefallen."
"Wisset", sprach der Jäger, "dass in Italien noch jetzt zwei Parteien sich gegen einander in den Ringmauern derselben Stadt durch hohe Häuser mit Türmen befestigen, von denen die eine jetzt unterdrückte noch von Eurem Vorfahren, der zu Waiblingen geboren, den Seinen den Namen der Waiblinger oder Ghibellinen verliehen hat, es war Konrad III., der lange mit Wolf, dem Bruder des geächteten Heinrich gestritten hat. Von diesem Wolf kommen die Welfen, die sich unserm heiligen Papste unterwerfen, es geht aber eine alte Sage, dass ein neuer Waiblinger die Unsern unterdrücken werde, darum ward mein Vater Niklas nach Deutschland gesendet vom Papste, um Euer Geschlecht zu unterdrücken, bald war es ihm mit Eurem Vater gelungen, auch Euch glaubte er im vergessenen armen Leben untergegangen, als Ihr plötzlich durch Eure Heirat erhoben ihn erst aufmerksam machtet, wie er Euch durch seine Entführung gerade zum rechten Waiblinger gestempelt hatte. Nun war Euch mit Gewalt nicht viel beizukommen, denn Ihr standet wohl ein paar Männer, und in Wahrheit, wenn der Teufel nicht mich und meinen Bruder Seger so unablässig geplagt hätte, wir waren Euch zu gut, Ihr seht mich darauf an, es ist aber doch wahr."
"Nein bei Gott", rief Anton, "wenn Ihr nicht ein Gesicht habt, wie eine Sonnenfinsternis vor einem berauchten Glase, so kann ich Euch nicht sehen."
"Nun wie Ihr wollt", sprach der Jäger weiter, "seht Ihr die aufgehende Sonne an und überseht mich, mir ist es lieb, ich aber muss Euch erzählen, wie ich von meinem Vater dem Teufel bin übergeben worden. Ganze Tage liess er mir von einem Jäger von der Ehre vorerzählen ein wildes Tier zu schiessen, einen Fuchs, einen Wolf, einen Bären! Was nicht geniessbar den Menschen, ihnen aber gefährlich sei."
Nachtrag
Der dürre Jäger erzählt weiter, wie er und Seger und viele andre vom Teufel in eine Menagerie gesteckt worden, und so lange geärgert bis sie sich ihm ergaben. Sie ziehen in eine Berggegend in den Alpen, die Zigeunerkönigin erzählt ihre geschichte, sie ist Kaiser Karls erste Liebschaft. Die Szene spielte in den Niederlanden, wie sie nach dem Frauenhause gebracht worden, um dem Kaiser verleidet zu werden – nähere Beschreibung desselben – ärger als Gefängnis – ihr Kind wird von ihr getrennt – Anton mahnt dies an Susanne – sie entflieht und kommt durch Zigeuner mit der Kronenburg in Berührung – ihre Beschreibung derselben usw.
Anton in dem gesichtslosen Elend kommt auf die Kronenburg, Rappolt will sich nicht überzeugen, dass er sein Sohn ist, er jagt ihn fort und verbannt ihn bei Lebensstrafe aus seinem