Laune ganz in der Art, wie er in den ersten Tagen mit Susannen gewesen, er drückte jeden an sein Herz und lächelte, als würde er von schöner Hand gekämmt.
allmählich kamen die Verlorenen wieder zusammen, Ritter Blaubart war einer der letzten, er wurde ganz erschöpft und gebunden von einem Köhler herbeigeführt. Nachdem er befragt, erzählte er seine Abenteuer, dass er durch ungeheure Sümpfe sich gearbeitet habe, wo Molch und Schlangen sich um ihn hergeschlängelt, dass er endlich vor der Hütte eines armen Kohlenbrenners liegen geblieben sei, der ihn gespeist und erquickt habe; derselbe Mensch habe ihn auch zurückgeführt, sei aber unterwegs so still geworden, habe sich einen gewaltigen Stamm als Spazierstock abgebrochen und so fürchterlich mit allen Muskeln geknackt, dass er jeden Augenblick gefasst gewesen sei, ihn gegen sich als Mörder umdrehen zu sehen. Dieser Gedanke hatte den Ritter endlich so durchdrungen, dass er sich über den Führer von hinten hergeworfen und ihn geknebelt hatte. Nachdem er dies vollbracht, hatte er erst die Klagen des alten Mannes vernommen, der ihm alles Gute vorwarf, was er ihm getan, er hatte sich über eine so schlechte Vergeltung geärgert und den alten Mann losgebunden; kaum aber ist der Köhler in Freiheit gewesen, so hat der die gelegenheit benutzt, als er es am wenigsten erwartet, ihn zu binden, der Ritter hatte seinen Tod für gewiss gehalten, der Alte aber hatte ihn stillschweigend an den Platz geführt, wo er die Fremden vermutete.
Anton fragte den Köhler nach der ursache seines Betragens, der Alte brummte ganz ruhig: "Einmal war der Herr nicht recht klug, da konnte er es wohl öfter sein." Dagegen war nichts einzuwenden, alles Zutrauen ist doch nur die Folge davon, dass es niemals gebrochen; Anton suchte mit einem frohen Trinkgelage alle zu versöhnen, wozu er ein nah gelegenes verlassnes Schloss erwählte, dessen Rittersaal, mit wilden Rosen reichlich geschmückt, die grosse Menge stattlich und bequem umfing.
Güldenkamm war unterdes mit der stolzen Katarina beschäftigt, sie kam häufig zu der Gesellschaft zurück, er aber suchte sie auf allerlei Art davon zu entfernen, besonders von Anton, dem sie nicht abgeneigt schien. Als sie wieder allein war mit Güldenkamm, fing sie an ihn milder anzublicken und versicherte, sie wolle ihm in der Nacht etwas vertrauen, er möchte nur zu ihr schleichen, sie würde sich unter der hohen Eiche nicht weit vom schloss finden lassen. Sie sprach so ernst bei dieser Einladung, dass Güldenkamm erst an ein Liebesabenteuer gar nicht denken wollte, sie aber sah ihn zuweilen so schelmisch an und sang dann mit leiser stimme:
Auf den Berg bin ich gezogen,
Hab den Vögeln zugeschaut,
Wie sie da gespielet haben,
Dass die Federn sind geflogen,
Und ich nahm die kleinen Gaben,
Hab ein Häuschen draus erbaut.
Auf die Wiesen sah ich nieder,
Und die Lämmer, mit Gespött
Jagten sich in Rosenhecken,
Wolle blieb da hin und wieder
An den Dornenzweigen stecken
Und ich machte draus ein Bett.
Als der Erntewagen kommen,
Zog er auch am Rosenzweig,
Weil er war zu breit geladen,
Hat der Zweig davon genommen,
Wär's verloren, war's ein Schaden,
Was ich sammle, macht mich reich.
Haus und Bett und Winterfutter
Hab ich mir nun angeschafft,
Einsam lieg ich in dem Bette,
In dem Haus befiehlt die Mutter,
Wenn ich einen Liebsten hätte,
Wär ich frei aus dieser Haft.
Güldenkamm war von dieser Annäherung sehr überrascht, doch ging er gleich zur näheren Untersuchung dieses gepriesenen Heiratsguts mehr aus Neugierde, als dass sein Herz darnach verlangte. Katarina erzählte ihm nun ausführlich, dass sie lange Gänse gehütet habe und Schafe und alle verlorne Federn und alle hängen gebliebene Wolle sich aufgesammelt habe, nun sei daraus ein schönes breites Bette geworden, auch habe sie mit Ährenlesen eine kleine Scheuer gefüllt, das alles sei ihr Eigentum und wenn sie nun erst den Grafen, ihren reichen Vater, gefunden, da werde sie in Überfluss leben. Güldenkamm fragte nach dem Namen dieses Grafen, sie verwies ihn auf die Nacht, wo sie ihm alles sicher erzählen könne. "Seht da", sprach sie, "ich werde schon wieder gescholten werden von dem alten Niklas, der sich ganz trotzig für meinen Vater ausgibt, aber Ihr braucht ihn nur anzusehen, so werdet Ihr finden, das sei unmöglich."
Der alte Köhler kam jetzt vorbei und befahl ihr mit grimmigen Gebärden ihn nach haus zu geleiten, es sei finster und er werde bald nicht mehr recht sehen können. "Alter, bleibt hier", sagte Güldenkamm, "es ist für Euch reichlich gesorgt mit Speise und Trank!" – "Ich kann nicht", sagte der Alte, "die Mutter wartet mit dem Essen." – "Die wird was Schönes zugekocht haben", sagte Katarina, "kein Mensch mag mit der essen, heute ist so ihr Tag, wo sie Rattenschwänze statt Nudeln in die Suppe tut." – Der Alte ward böse und wollte Katarinen mit Gewalt fortreissen, aber Güldenkamm warf sich dazwischen und nötigte ihn mit Ernst in das Schloss zurück, wo er ihn der Aufsicht der Knechte übergab, damit er ihm sein nächtliches Abenteuer nicht durchkreuze. Als er das veranstaltet, fühlte er selbst, wie zerschlagen er war durch die Anstrengung vergangener Nacht, durch den Tritt des Ebers in seine Rippen, er konnte sich kaum regen, wenn er sich einmal niedersetzte, und musste vor