, "führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich vom Übel."
SUSANNA: "Lieber Herr, es ist etwas sehr Gutes, was ich Euch sagen möchte."
Anton wollte sie eben mitnehmen, als fräulein Gertraud dazwischen trat und Susanna mit der Bitte an sich zog, sie möchte bei ihr schlafen, der Ritter sei müde und bedürfe der Ruhe. Susanna schien sich ihr ungern zu fügen, Anton ging auf sein Zimmer, schlaftrunken und von Susannen erfüllt, vergass er aller Zärtlichkeit des Gespenstes, dann wollte er einschlafen, aber die zärtliche Gestalt stand wieder mit unendlich freundlichen Reden vor ihm.
"Wer lohnt deine Mühe, wer preist deinen Ruhm", sprach sie, "ich allein, alle andern denken nur an sich, wenn es dunkel wird, ich sehe dann, ob du schläfst, und wache, wenn du von der Welt nichts weisst, bei deinem Lager; wer ist dir treu? ich allein; wer ist schön? ich allein, denn in mir sind alle, die dich lieben." – "Schön bist du", sagte Anton, "ich möchte dich malen, wart, dass ich dich anschaue und in mein Gedächtnis präge." – Kaum blickte er sie so fest an, so war sie verschwunden und er schlief ruhig bis zum Spätmorgen. Kaum war er angekleidet, so klopfte es mehrmals furchtsam an seine tür, er öffnete und es trat Susanna in der Kleidung eines Mannes zu ihm herein. "Sollte mich der Schmuck von Euch trennen", sprach sie, "lieber wollte ich in Lumpen umhergehen, verwundert Euch nicht; bis ich in den Kleidern einer Frau für Euch sorgen kann, bleibe ich so, ich habe Euch viel zu erzählen, gewährt mir Aufmerksamkeit. – Jener Unbekannte, der Euch die Goldgulden verehrt hat, war ich, denn ich hatte auch die Blumen an Eurem Fenster zurückgelassen, wie aber die Kreuzer und heller, die wir im wirtshaus mit Komödienspielen erworben haben, sich in Goldgülden verwandelt haben, weiss ich nicht, so wenig, wie die Blumen, die Seger auf dem Tische künstlich hatte wachsen lassen, ihm selbst so gefährlich werden konnten. Seht hier den Beutel, derselbe den ich von Eurer Frau empfing, ich meine, dass in ihm die goldmachende Kraft heimlich verborgen sei, Ihr müsst ihn versuchen, denn wahrhaftig, in dem Degen, der so unscheinbar ist, müssen auch geheime Kräfte wirken, da er in so vielen Angriffen glücklich bestanden ist." – Sie versuchte jetzt den Beutel und warf ein paar kleine Münzen hinein; wie sie diese umschüttelte, fielen ein paar Goldstücke heraus. "Bei Gott", rief Anton, "das ist ein Fortunatussäckel, nun bin ich für immer ein gemachter Mann, will mich aber in acht nehmen, dass ich nicht so schändlich darum komme, wie die alte Historie von jenem berichtet. Gleich, Susanna, lass einen Goldgulden in Kreuzer wechseln, ich will mir so viel Geld in dieser edlen Münze prägen, dass ich meiner verfluchten Frau ein Geschenk mache, das mehr wert ist als ihre alten Becher und alle alten Klappern ihres Hauses zusammengenommen, bei Gott, sie soll eine achtung gegen mich bekommen, als wäre ich ein Dukatenmacher, und wenn sie sich vor mir auf die Knieen wirft, so will ich stolz vorüberreiten und mein Pferd soll ein Paar goldne Hufeisen fallen lassen, die sie begierig hinter mir aufnehmen wird und wenn auch Pferdeäpfel darauf lägen; mach schnell und wechsle, es ist die einzige Lust, die ich kaum erwarten kann, dann will ich auch dem Ratsfreunde seine Hosen wieder schicken und meine Schuld dreifach bezahlen und ein Bündel Ruten, womit die Frau zu ihrer Bessrung wie ein Sandland bepflanzt werden muss, dabei legen, auch den andern Wirt will ich bezahlen und dann Almosen geben, dass Pforzheim in einem halben Jahre schöner aufgebaut ist, als es je gestanden." – Heiter ging er in diesen Gedanken auf und nieder, von Würden zu Würden hob er sich empor, erkaufte Länder, erweiterte durch Eroberung, und die Krone auf der Kronenburg, die das vereinigte Deutschland beherrschen sollte, fühlte er schon auf seiner Stirne, ihm ward so wollüstig, da stand die zärtliche Gestalt in dem Dunkel des Zimmers vor ihm. "Und dir", rief er wütend, "dir werf ich diese Handvoll Dukaten an den Kopf, damit du kommst, wenn ich dich rufe, und wegbleibst, wenn du mich störst." – Sie verschwand, Susanna trat mit einem Beutel voll kleiner Kupfermünzen herein, die sich schnell in einen Schatz von Golde verwandelten. Er verfuhr damit, wie er beschlossen, ein angesehener Kaufmann schaffte ihm ein Paar viel prachtvollere Becher, als die er damals seiner Frau heimlich verkauft hatte.
Güldenkamm, der von dem Kampfe kaum ausgeschlafen hatte, musste die Wirte bezahlen und necken, dann liess Anton in der ganzen Stadt die Armen, die beim Brande das Ihre verloren, nach dem rataus vorfordern, um dort eine Unterstützung zu empfangen. Welcher jubel von allen Seiten, als die Goldgulden so leicht wie die Kreuzer verschenkt wurden, der Beutel musste den ganzen Tag ununterbrochen arbeiten.
Sehr verlegen trat aus der Menge sein erster Wirt im Hopfenblatte, der kleine Ratsfreund, zu ihm: "Die sich zuerst verkennen, erkennen einander späterhin am besten, wer zuletzt lacht, der lacht am besten, meine Frau ist durch Gottes Fügung verbrannt, ich heirate in meinem Leben