fragte ich leise, denkst du daran mir Schmerz zu machen? sie weinte; was recht ist, sagte sie darauf, wird Sie nicht betrüben. Ich weiss es, Alonzo, ich werde Himmel und Erde in Bewegung setzen, zu hintertreiben, was ich fürchte, was ich nicht nennen mag, und werde es doch nicht hindern. Es geschieht gewiss, meine Angst sagt mir es.
Ich suche Sie heute, lieber Alonzo, um Ihnen zu sagen, wovon mir das Herz voll ist. Es ist wohl das letzte mal. Es ist recht betrübt, dass es so ist! ach so vieles ist betrübt im Leben. Es wird alles, alles anders als man denkt! Haben Sie mir denn vergeben, Alonzo? – tun Sie es lieber junger Freund, glauben Sie nur, ich bin auch nicht glücklich, es wird so kraus und bunt um mich her, vielleicht lerne ich mich noch finden! So sagen wir uns nun Lebewohl aus weiter Ferne? Alonzo, ich höre nicht auf ein Kind zu sein! ich weine über das, was ich selbst gewollt!"
Fromme Blansche! rief Alonzo, reife nur in deiner Einsamkeit zur Heiligen herauf! Was willst du auch unter den ungleichen, engen Gemütern, in der frostigen, abgeblassten Welt, die sich den eignen Boden untergräbt und den Tag der Rache gewaltsam heranruft. D e r Tag wird kommen, tausend Stimmen verlangen, tausend Herzen dursten danach, denn noch ist nichts abgebüsst und keine Schuld getilgt. Ihr Weltklugen mischt nur die Karten und berechnet das Spiel, das Schicksal spielt auch mit und ist ein unzuberechnender Gegner! – Sanfte Blansche, bete du, und rüste deine Schützlinge, lass die Kunst unter Philipps geweiheter Hand gross gewaltig aufblühen, gönne deinem Freunde mit glühenden Waffen seinen Namen in das Buch der geschichte zu schreiben, und gelte es auch deinem Frankreich und müsste der versteinte Hochmut noch einmal vor dem Spanier und dem Freiwilligen erzittern!
Er warf sich mit diesen Worten in den Wagen und eilte Kraft und Mut in den Unruhen des Vaterlandes, in neuem glimmenden Krieg zu messen.