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sprach er von einem wasser, worin er einmal gelegen; der Bruder sagte aber, das sei nicht wahr, man habe ihnen bloss erzählt, der Storch hätte sie aus dem wasser geholt, davon käme die geschichte. Traugott liess es sich nicht abstreiten, er sagte, dass er ganz allein gewesen und dass ihn ein unbekannter Mann herausgezogen. Dann erzählte er viel von einem kleinen Fürchtegott, mit dem er als Kind gespielt; der sei älter gewesen und habe immer alles im Spiele so schön einzurichten gewusst, dass er noch jetzt die Paläste nicht beschreiben könne, die jener aus Bausteinen und ausgeschnitztem Papiere mit einem durchscheinenden Lichte hervorgebracht habe; er werde nie wieder die künstliche Pracht sehen; er habe so viel Ehrfurcht vor ihm gehabt, dass er jeden Schlag von ihm als eine Gnade angenommen, und sich Gott nicht anders, als wie seinen Fürchtegott gedacht habe; ihm habe er alles geschenkt, was er bekommen an Geld und Früchten, ungeachtet er bei dem Anblicke eines Apfels schon ein begehrliches Zucken im mund verspürt. Diesem Fürchtegott hätte er auch seine Kleider gegeben, und als das der Vater wahrnahm, hätte jener nicht mehr zu ihm gedurft, und da habe er sich tot hungern wollen. Nachdem er einen Tag gehungert, sei er morgens früh aufgewacht, er hätte den Druck einer Hand gespürt, die ihn erweckt, hätte aber nichts Lebendes um sich gesehen, als den hellen Morgenschimmer, der in der leeren Luft mit unzähligem Staube Ball geschlagen. Sein Blut habe gewallt, sein Herz gepocht, sein Auge sei geblendet gewesen, und er hätte geglaubt sich zu sehen, ganz elend, wie die Leute ihm aus Mitleid seinen Fürchtegott zugeführt hätten. nachher habe er nichts vor seinen Augen gesehen, als eine feste grüne Wolke im roten feld, dann sei die Wolke rot und das Feld grün geworden. Unwiderstehlich habe es ihn in den Schlossgarten gezogen, der Vater habe noch geschlafen, das Schloss sei ganz still gewesen, und er habe niemand auf den Treppen gesehen, als ein paar weisse Mäuse. Vor dem schloss habe er unter zwei himmelhohen Linden gestanden, die mit weissen Blüten und summenden Bienenschwärmen bedeckt gewesen. Die Bienen hätten sich endlich davor gesammelt, wie eine braune Wolke und langsam tief ihren Zug weiter in den Garten genommen, er aber sei ihnen nachgefolgt, wo ihm sonst nie erlaubt, hinzugehen, weil er von vielem freien Gewässer durchschnitten. Er sei ihnen erst zagend gefolgt, aber der Schmerz der kleinen Steine an den Sohlen habe ihn endlich entschlossen gemacht. So kam er zwischen eine Reihe weisser Menschen in weissen Kleidern ohne Augen, die unbeweglich blieben, auf seinen Gruss nicht dankten, dann zwischen Bäume, die schmal und breit wie eine Mauer auf eine weite Aussicht geführt hätten; aber plötzlich habe er seinen Kopf gegen Bretter gestossen und statt der Aussicht nichts als bunte Flecken vor sich gesehen. "Es muss eine sonderbare Kunst sein", sagte Traugott hier, "die etwas macht, das zugleich ist, und nicht ist, oder ist etwa alle Kunst also?" – Die Bienen hatte er über diesen Anstoss und über diese Aussicht ganz aus den Augen verloren; er sah aber seitwärts ein schwarzes Schild, das von vielen Ärmen getragen wurde; da fand er in der Mitte einen grossen Stein umgeworfen, und einen wunderlichen duftenden Haufen von trockenen Kiennadeln, worauf viele Ameisen liefen, die er wohl kannte. Da huckte er sich nieder, doch mit grosser Vorsicht, dass ihm keine ankrieche, sah dann zu, wohin sie so eifrig liefen, konnte aber nichts finden, warum sie also beweglich; da rührte er in den Haufen, um ihnen doch eine Ursache zur Unruhe zu geben. Weil ihnen nun die Decke ihres Hauses fehlte, hatte er Mitleiden mit ihnen und warf eine Menge trockner Nadeln, die in der Nähe unter einem Baume lagen, darauf. Die Ameisen brachten sie schnell in Ordnung, und nun wurde er dem Völkchen so gut, dass er einen Strohhalm in die Mitte hineinsteckte, auf dass sie sich in der Gegend umsehen könnten. Gleich stiegen viele hinan und wie eine oben, trieb sie wieder eine andre hinunter; er aber wollte, dass eine bleiben sollte, und warf mit Erde drein, und da wurden alle böse und hatten ihn heimlich beschlichen und kniffen ihn so unleidlich, dass er davon lief, immer blind zu, bis er in einem kühlen wasser stand mitten unter Wasserlilien, und aus jeder Wasserlilie sah Fürchtegott heraus; aber so wie er dazu kam, war er wieder fort, und sass auf einer weiter weg und lachte über ihn. Über ihm rief aber ein alter Mann mit einem glühenden gesicht aus einer grauen Wolke, in die er ein Loch gerissen, und da verschwand Fürchtegott; der alte Mann rief immer fort: "Traue Gott, fürchte Gott und scheue niemand!" – Bei diesen Worten hob ihn eine Hand aus dem wasser und er lief frierend von Nässe in die Sonne, damit die Mutter nicht sähe, dass er im wasser gewesen. Und da schien es ihm in der Sonne, als ob er selber anfinge zu leuchten, und lebte draussen ausser sich auf allen Blumen, die er ansehe, auf allen bunten Steinen, die vor ihm glänzten, und das alles sah künstlicher aus als alles, was Fürchtegott ihm gebauet, und Fürchtegott war ihm auf immer ganz gleichgültig; und als er in der Sonne trocken geworden, ging er zurück ins Schloss, wo noch