Hier streckt ihr Riesenhaupt Melone aus der Erde, O wär es mir erlaubt, Zu folgen der Gebärde: Sie will gegessen sein, Doch nimmer ganz allein, Gebt Zucker, hohe Götter, Und lachet nicht ihr Spötter, Zuviel ist dieses all, Dass ich es einsam fühlte, Geniesst mit mir einmal, Was meinen Durst erkühlte; Ach wären auch die Meinen hier, Das wär viel lieber mir. DER MUSIKER. Sie haben recht mein Freund, wenn man's bei uns
nur wüsste,
Sie kriegten all danach ein mächtiges Gelüste; Versuchen wir einmal, es möchte uns wohl
glücken,
Gebacknes Obst von hier nach Deutschland
auszuschicken.
DER DICHTER. Nichts von Gebackenem, Schnöder Gedanke! Schaue der Ründung Himmlischen Bogen, Schaue die sanft verwachsene Spalte, Schaue dies wollige Schützende Kleid, Schaue den duftenden Farbigen Staub, Fühle die Kühle. O Aprikose Sage, wer wagte Je dich zu backen, Der dich gesehen Schwellend im Glanze Irdischer Jugend! DER MUSIKER. Sie haben vielen Sinn, doch ist er viel zu weich, Es wird kein Hebebaum aus einem schlanken
Zweig,
Der Künstler sei was hart, will er die Welt
besingen,
Denn da muss vielerlei ... DER BILDHAUER. ... über die Klinge springen. Herr, Sie haben keinen Mannesmuskel, Sie haben Froschschenkel, Ihre Lieder passen fürs wasser, ein ew'ges Einerlei von Weinerlichkeit. DER DICHTER. Du von der natur Schändlich Gezeichneter, Sage mir nur, Mich, den bezeichneten Himmlischen Adler, Wagst du zu höhnen; Heute ich prange Irdischem Schönen, Morgen entreissen mich Götter zu sich. DER KAMMERDIENER. Durchlaucht die Fürstin bedauert sehr, dass sie die Herren heute nicht sprechen kann, sie wäre dringend beschäftigt. DER MUSIKER. Gelt, mit dem schönen Griechen, lieber Herzensfreund; den Menschen müssen wir los sein, – legen Sie ihr doch morgen meine Sonate wieder auf das Klavierpult, die ich ihr dediziert habe, und geben Sie ihr doch so vor sich zu verstehen, eine goldne Dose wäre das wenigste, was sie mir geben könnte, es soll Ihr Schade nicht sein. DER MALER. Nun vergessen Sie nicht Herzensfreund, sehen Sie doch an den Wänden herum, wo noch Platz ist; ich male für alle Arten Lichter, auch da wo keins ist. DER BILDHAUER. Da die Fürstin nichts gegen die Lampe sagen lässt, so nehme ich an, dass sie dieselbe nehme, und das Geld schaffen Sie mir bald, lieber Bester. DER MALER. Hört Kapellmeisterchen, holt doch einmal Euern Käse und Brot heraus, ich hab zu viel von dem süssen Zeuge in den Hals laufen lassen. DER DICHTER.
Geniesst der holden Gunst
In milder Luft zu schweben,
So wird die reine Kunst
Auf euren Lippen leben.
DER KAMMERDIENER.
Das Volk wird nie satt.
DER MUSIKER.
Die Kunst geht nach Brot.
Alle ab
2.
HYLAS tritt mit einer Mandoline auf und singt. Wie so schwer vom Herzensgrunde Reissen sich die Worte los, Hängen dann noch fest am mund, Küssen mich fast atemlos, Und die Augen gehen mir über Von der hohen Töne Fieber; Ausgestossen von dem mund Flüchten sie in fremde Welt, Ist es auch die rechte Stunde, Wo ein jeder Ton gefällt? Vor der bang geschlossnen Pforte Schweigen scheu der Liebe Worte! DER DICHTER an der Gartenmauer singt. Worte rufen nach Gedanken, Die Gespielen blieben heim, Die spielordnend loben, zanken, Da begegnen sie dem Reim, Dass er sie in Reih und Glieder Ordne zu dem Spiel der Lieder. Und dem Reim folgt der Gedanken, Beide sind ein liebend Paar, Beid auf schmalem Stege schwanken, Sich umschlingen in Gefahr, Weinlaub so umschlingt die Bäume, Dass es sie mit Glanz besäume. HYLAS. Hoffend tauch ich in das Grüne, Singend in das Himmelblau, Und die ganze Frühlingsbühne Sagt von dir, du schöne Frau, Könnt ich's so geläufig sagen, würde ich nicht nach Liedern fragen: Muss ich nicht bedenklich werden Folg ich dir mit dem Getön, Ziehet kalter Wind auf Erden Und ich hör nur sein Gestöhn, Rings die Wärme sehe ich zittern Und die Ferne hell gewittern. DIE FÜRSTIN in der Ferne. Wär am Himmel sichre Helle, Himmelglatt der Erde Rand, Aber an des himmels Schwelle Ist gezähntes Felsenland. Und der Regen tritt entgegen, Will sich zwischen uns noch legen: himmels Fensterscheiben brechen, Und die Laden donnern an, Da ich wollt vertraulich sprechen, Uns die Sonne ganz zerrann: Ach ich meine im Zerstören Warnend einen Geist zu hören. HYLAS. Klimm mit mir zu jenen Höhen, Und ich sag von Liebe dir! Ach wie ist mir nun geschehen, Nun das Meer tief unter mir, Hör die Steinlein drinnen schallen, Die von meinen Tritten fallen. O so fallen leicht vom Herzen Meine Wort ins Freudenmeer, Und es scheinen meine Schmerzen, Wie die Worte mir so leer: Halt mich fest und lieb mich wieder, Sieh, ich stürze sonst hernieder. DIE FÜRSTIN. Hier lass uns weilen auf dem Rasensitze, Denn schönern blick gewährt wohl nie die Welt; Wie schwingt sich alles auf in Lust und Klang, Nur du bist stumm, mein süsser, süsser Freund. HYLAS. Ich sehe in ein tiefes grünes wasser, In tiefe blaue Luft, in blendend Feuer Und bin ich nicht ein Stein, muss ich vergehn. Sieh doch, jetzt ist die Luft schon wieder blau