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Esel, du kennst schon den Weg zum Markte der

glänzenden Hauptstadt,

Mit Laternen zur Nacht stiegest du gestern erst hier. Lieber, was willst du?" sie fragt, "du riefest mich

eben bei Namen?"

Wenn sie nicht Blicke verstand, Worte, die wusst ich

noch nicht!

Der Beschämung sich freuend, sie strich mir die trie

fenden Haare,

Tau und Mühe zugleich hatten die Stirne genetzt, Wie ein Bursche der Schweiz ich schien ihr nieder zu

wandeln,

Um zu suchen mein Glück und sie wollte mir wohl. Als sie den Stein erblicket, den sorglich in Wissen

schaftsliebe

Auf den Händen ich trug, dass der Anbruch nicht leid', Rötlicher Feldspat es war mit köstlich grossen Kristal

len,

Wie er nirgends als dort schmücket den alten Granit; Ei da lachte sie laut, und riss mir den Stein aus den

Händen,

Warf ihn über den Weg, dass er zum Meere hinrollt, Und dann spielte sie Ball, sich freuend meiner Ver

wirrung

Mit der Granate, die schnell kehrte zu ihr aus der

Luft;

Nicht der schrecklichen eine, die rings viel Häuser

zerschmettert,

Doch die feurige Frucht, mystisch als Apfel bekannt. Und ich sprach ihr in Zeichen so zärtlich ich immer

vermochte,

Küsste die innere Hand, warf dann mein Küsslein ihr

zu.

Und sie verstand mich doch wohl? O Einverständnis

der Völker,

Das aus Babylons Bau blieb der zerstreueten Welt, Suchte doch jeder den Sack beim brennenden Turm

und fragte,

Also blieb auch dies Wort "Sack" all den Sprachen

gesamt. –

Ob der Esel auch eilte so schnell mit dem Sacke her

nieder,

Doch die Liebe versteht jegliche Zeichen geschwind, Die sie niemals gebraucht im blick in guter Gebärde, Sei es in südlicher Glut, sei es auf nordischem Eis. Folgend dem trabenden Esel, sie blickte sich um so

gelenkig,

Die Granate entfiel, und ich ergriff sie geschickt; "Kühle vielliebliche Frucht, einst Göttern und Men

schen verderblich,

Wohl du fielest auch mir, zauder ich, wo ich ge

hofft?"

Doch ich zögerte noch, gedenkend an Helena trau

rend,

An Proserpina dann, beide erscheinen mir eins Mit der Eva, da wollt ich die Frucht verscharren der

Zukunft,

Dass nur dies Heute, was mein, bleibe vom Frevel be

freit,

Dass ich dem Zufall vermag zu treiben die Kerne in

Äste,

Dass ich dem Zufall befehl, dass er die Blüte verweht. Aber da mocht ich nicht wühlen im Boden voll zierli

cher Kräuter,

Jegliches Moos noch so zart, drängte sich üppig zum

Tag.

Zweiflend ging ich so hin, sie schwand mir, da stand

ich am Meere,

Fern mich weckte ihr Ruf, dass ich nicht stürze hinein. "Nein zu seicht ist die Küste, sie würde nicht bergen

den Apfel,

Nur die Tiefe des Meers birgt ein unendlich Ge

schick."

Also kam ich zum Meere und sah die Fischer am

Fischzug,

Springend durch kommende Well, ziehend ein bräun

liches Netz,

Rot die Mützen erschienen wie Kämme von tauchen

den Hähnen,

Fischer in Mänteln ganz braun, schrieen als jagten sie

die.

Andere stiessen halbnackt ins Meer die schwarze

Felucke,

Trugen die Leute hinein, die nach Genua ziehen. Ach da entschwand mir die Schöne hinter den grünen

den Bergen,

Zweiflender stand ich nun da, alle dort gingen zu

Schiff.

Auch mich trugen sie hin, ich dachte nur des Apfels

des Bösen

Und des unendlichen Meers, das mich zum erstenmal

trug.

Wie sie entoben das Schiff, begann bei dem

Schwanken und Schweben

Dass mir das Herz in der Brust, recht wie vom Heim

weh zerfloss;

Durch die fliessenden Felsen erscholl dann ein liebli

ches Singen

Ich verstopfte das Ohr, war vor Sirenen gewarnt. Bald belehrte ich mich, es sang ein Weiblein im

Schiffe,

Das im Mantel gehüllt deckte vier Knaben zugleich, Wechselnd die hände bewegt sie im Takt wie Flügel

der Windmühl,

Und als Zigeunerin singt, wie sie Maria begrüsst; Sagt die Geschick ihr voraus des heiligen Kinds, das

sie anblickt,

Als es im Kripplein noch lag, Öchslein und Eslein es

sahn;

Zeigt ihr den himmlischen Stern, dem Hirten und

nige folgen,

Alles das sah sie sogleich an den Augen des Herrn; Auch das bittere Leiden, den Tod des Weltenerlösers, hebt er den Stein von der Gruft, von der Erde den

Leib. –

Alles Verderben mir schwand, ich sah das Böse ver

söhnet,

Statt zur Tiefe des Meers, warf ich den Kindern die

Frucht,

Die begierig zugleich all griffen und fingen sie doch

nicht,

Denn sie fiel in den Schoss, der sie alle gebar. "Engel, versöhnt ihr das Herz, das tief arbeitende

böse,

O so versöhnt auch die Frucht und vernichtet sie so." Dankend die Mutter sie nahm, hellsingend sie öffnet

die Schale,

Nahm mit der Nadel heraus jeglichen einzelnen Kern: Wie im Neste die Vöglein, also im Mantel die Kinder Sperren die Schnäbel schon auf, ehe ihr Futter noch

nah,

Also sie warten der Kerne mit offenem mund zur

Mutter

Und die Mutter verteilt gleich die kühlende Frucht. Doch da tobte herab ein Sturm aus schwarzem Ge

wölke,

Weil es den Teufel verdross, dass ich die Frucht ihm

entwandt!

Wälze dich schäumendes Meer, ich habe die Frucht

dir entzogen,

Nichts vermagst du allhier, schaue die Engel bei mir; Stürze die Wellen auf Wellen, erhebe dich höher und