schwarz gekommen,
Die mir die Liebste noch gestern war,
Ist schlecht mir vorgekommen.
SIE:
Du schauest mich an und sprichst mit dir,
Als wär ich nicht zugegen,
Nun sieh, der Zimmermann liess die Tür
Der lauten Grillen wegen.
ICH:
Die Grillen versingen sich die Nacht,
Doch ich muss immer träumen,
Es ist nun Morgen, ich bin verwacht,
Was soll mich nun aufräumen.
Mein Herz ist so voll von Höllenqual,
Wie von dem Bild, dem deinen,
Ach könnt ich doch alles nur einmal,
Die Augen mir ausweinen.
Es trauern mit mir die Blumen all,
Die dir zum Kranze gebrochen,
Die rissest du mit in den Sündenfall,
Die hatten mich zerstochen.
Es trauert mit mir die Sonne, der Mond,
Dazu die hellen Sterne,
Was hoch da lebend und schwebend wohnt,
Das ziehet fort zur Ferne.
Sie blühen im himmlischen Gartenland,
Das steht auf Feuersäulen,
Der Regen, der spület hinweg mein Land,
Ach könnt er mich so zerteilen.
Mein Garten aus blinder Lieb war erbaut
Auf einem schwarzen Sumpfe,
Und der ich lebend und schwebend vertraut,
Die ist als Irrlicht versunken.
Vergiftet ist der Spiegelbrunn,
Der labte meine Schmerzen,
Ein kühler Brunn zu aller stunde,
Der fliesst aus meinem Herzen.
SIE:
So sag doch an, so sprich doch aus,
Was hat dich so betrübet,
Es stehet noch alles wie gestern im Haus;
Wie hast du mich gestern geliebet!
ICH:
Verliebet und fröhlich schlief ich hier ein,
Und traurig bin ich erwachet,
Die Liebe scheinet mir nun ein Schein,
Sie hat mich im Traume verlachet;
Im Traume da sahest du mich recht an
Mit allen Liebesgewalten,
Ich stürzte nieder, ich freute mich dran,
Doch du schienst dich zu halten.
Du gabst mir die Hand und sahst mich an,
Dann musstest du dich drehen,
Du sagtest: "Da steht der Jedermann,
Den muss ich auch noch sehen."
Den Jedermann sahst du so freundlich an,
Wie du mir nie erschienen,
O fände ich nur den glücklichen Mann,
Ich legte ihn nieder im Grünen.
Wollt Gott, dass früh ich gestorben wär
In meinen jungen Jahren,
So hätt ich an Liebe, so hätt ich an Ehr,
Nie solchen Schmerz erfahren.
Hier musste er vor Schmerz abbrechen; was sie ihm geantwortet hatte, war ihm zu unerhört; er ritt aus und malte sich tausend Arten ihrer Untreue vor. Als er nach haus kam, fand er einen Brief des alten Bedienten, der ungeachtet seiner Schwäche sich die Oberaufsicht im haus und das Berichten an den Herrn nicht nehmen liess. Nach mehreren Nachrichten, ermahnte ihn der alte Mann aus einem gewissen inneren Antriebe, es sei nicht recht, dass er seine Frau so lange habe allein gelassen; er kenne ihre Art von Kindheit, sie wolle immer geführt sein und weil sie das fühle, tue sie stolz und herrisch, wer wisse, was daraus entstehen könne. Diese Worte, so wie die Warnung des Marchese auf dem Wege, die ihm erst jetzt auffiel, schienen dem Grafen in seiner Stimmung ganz überzeugend, dass ein Unrecht geschehen sei; er aber wagte es nicht zu wissen. Jetzt erinnerte er sich auch, dass ihm im Traume ein gewaltiger wilder Mann erschienen, der jene Waffen und Armringe getragen, die er in dem Denkmale des Riesensteines gefunden und aufgestellt hatte; der habe ihm mit dem Schwerte gewinkt, in alle Welt zu gehen. Sein Entschluss war bald gefasst; an seiner Liebe verzweifelnd wollte er nichts, als weit von dem Orte fort. Er ordnete flüchtig das Notwendigste im haus, sagte niemand, wohin er reise, und fuhr ohne Bedienten in einem leichten Wagen mit Postpferden nach der nächsten Station. Auf dem Wege nahm er manchmal in seinen Gedanken zärtlichen Abschied von ihr; es war ihm, als ob eine fremde Gewalt sie von einander risse, und wie an einer Wetterscheide, sein Schiff nach Westen und das ihre nach Osten getrieben würde. Wir hassen alle schauderhaften Bilder, die das Gemüt trostlos verwirren; wir halten es gefährlich sogar, den Menschen unnötig mit zerrissenem Herzen auszustellen, um die Mitmenschen zu rühren, oder ihn neugierig zu beobachten; wir unterdrücken gern das meiste, was uns aus jener Zeit von ihm übrig geblieben; nur einige Stationen seiner Reise heben wir aus, um seinen Ideengang zur Verbindung der geschichte uns zu versinnlichen; sie rühren uns bei aller Nachlässigkeit ungemein, denn es ist Sprache eines tiefgekränkten Herzens.
1.
Über Stock, über Stein, drein, drein, ohne Bewusstsein; knackt's, bricht's, wirft's um, ich sitze stumm; meiner Blicke einzige Sprache ist ewiges Wachen, ein nordischer Tag ohne Nacht in hallender rastloser Jagd.
Der Schweissfuchs trabt, der Braune hinkt, das Sattelpferd springt – ein Heimchen noch singt: Halt still, wie mir's das Herz erlabt.
Der Schwager sagt: "Wir sind gleich da, wir sind gleich da!" – Das Postorn klagt: "Die hände riss ich auseinander, die Herzen zerreiss ich elende, und wandre hin und zurück; dies ist Geschick." Berge, ihr hemmenden, neblig beklemmenden, Berge, ihr trennenden, abendlich brennenden, seid mir nun nah, und wir sind nah, und wir sind da.
2.
Die müden Pferde ausgespannt werden, matt und dürr zum Einbrechen bleiben sie stehen; lassen die Fliegen stechen