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, dass sie irgend etwas über ihre so sehr veränderte Bildung sagte; er küsste allen Harm von der Lippe hinweg. Nur Freude, und wieder Freude, und überall Freude, sollte die Losung sein!

Der Arzt wurde fast königlich belohnt. Henriette wurde bald nachher die glückliche Gattin von Albertinens Bruder, der von der seinigen, ihrer Unredlichkeit wegen, sich hatte scheiden lassen, und blieb so im Kreise der Guten, ein teures Mitglied desselben.

Adelaide fand sich durchaus so im schönen Gefühle ihrer Tugenden glücklich, dass sie in ihrer Lage nichts zu verändern wünschte. Das schöne, jugendliche Mädchen schlug jede Verbindung aus; sie gestand jetzt, dass ihre erste und einzige Liebe mit Lindenhain begraben sei! Albertinens Kinder zu bilden, die lieblich wie junge Sprösslinge an den Wasserbächen emporblühten, war ihr ernstes und liebstes Geschäft. Albertine pries sich oft selig, dass sie durch kein Vorurteil die schöne Emigrantin von sich entfernt hatte; selig, dass sie durch Trübsal, die ihr, als sie da war, nicht Freude zu sein dünkte, zu den schönsten Freuden des Lebens eingegangen war. – Und endlich sagen wir: Selig sind, die, wie diese, reines Herzens sind; denn auch sie werden den Kelch reiner Freuden schmecken! –

Fussnoten

1 Die Weisheit. 2 Sind Ausdrücke, die irgendwo ein Dichter brauchte.