içi Camerades!"
"So glücklich der erste Angriff geschehen war, so viel unübersteigliche Hindernisse setzten sich ihm jetzt entgegen. Wir fanden eine wütende Gegenwehr. Handgranaten, Steine, Balken, Kugeln und gehacktes Eisen unterhielten einen unaufhörlichen mörderischen Regen auf die andringenden Preussen."
"Ewig unvergesslich in Preussens Annalen wird die Unerschrockenheit bleiben, womit die vortrefflichen Truppen dem tod, der in so vielerlei Gestalt unter ihnen wütete, trotzten! Der Hinterste drängte den Vordersten; 'vorwärts, vorwärts!' war der ununterbrochene Ruf der Tapfern. Während dieses mörderischen Gefechtes, wo die Gefahr der Verteidigung in gar keinem Vergleiche mit der des Angriffs stand, waren zwei Tore gesprengt worden. In dem engen Gange konnten nur drei Mann in Fronte stehen. Waren diese getödtet oder blessirt, so eilten von hinten andere herbei, ihren Platz zu ersetzen! Der Sterbende ward unter die Füsse getreten und seines Ächzens durfte nicht geachtet werden, wenn gleich der Freund oder Bruder darin erkannt wurde. Die Blessirten, die noch gehen konnten, drängten sich an den Wänden bis hinten hin zurück, wo sie fortgeschafft wurden."
"In der Dunkelheit und dem Tumulte waren Äxte, Brecheisen und alle erforderlichen Instrumente verloren gegangen; die sie führten, waren getödtet oder verwundet, die Dunkelheit liess nichts erkennen; ein wildes Durcheinanderrufen machte die Scene grässlich. Am dritten Tore standen wir nun, und alle Anstrengung, es zu sprengen, war vergebens. Vergebens floss das Blut der unerschrockenen Preussen. Nach vierstündigem Kampfe, der die Kräfte der menschlichen natur zu übersteigen schien, folgte freilich Ermattung; aber kein Schatten von Mutlosigkeit entweihete den unbefleckten Heldeneifer der nun schon sehr zusammen geschmolzenen hochherzigen Preussen, davon jeder mit dem Blute seines Kameraden oder von eigenem bespritzt war."
"Mein Herz blutete, dass so edle, so unerhörte Anstrengung nicht mit Erfolg gekrönt wurde! Des Augenblickes, wo ich aufhörte, tätig mitzuwirken, bin ich mir nicht deutlich bewusst; denn indem mein Arm zerschmettert wurde, traf mich ein Steinwurf am kopf. Ich sank und wurde wahrscheinlich mit den Füssen der vorwärts Drängenden bis in eine Vertiefung der Mauer des Ganges gestossen und unter einen Haufen Todter geschoben."
"Hatten Sie kein eau de Cologne bei sich, Herr Neveu?" fragte Onkel Dämmrig, ganz naiv. "Nein!" sagte Lindenhain kurzweg. – "Das ist Schade; in dergleichen Fällen ist es höchst bewährt. Stosse oder quetsche ich mich; gleich eau de Cologne zur Hand, und geheilt bin ich." –
"Unter freiem Himmel, auf einem rüttelnden Wagen voll schwer Verwundeter, kam ich wieder zur schmerzlichsten Besinnung. Albertine, als ich sank, dachte' ich dein; als ich jetzt wieder auflebte, warst du, Liebe, mein erster Gedanke. (Albertine legte hier ihr Haupt auf seine Schulter und schluchzte hörbar.) Ich war ein Gefangener, mein Körper verstümmelt, und B i t s c h war nicht genommen! Für den Erfolg war mein Leben mir nicht zu teuer; aber nun – o Gott!" –
"Beschwert von einem schwer Verwundeten, der im Sterben lag, musste ich in der unbequemsten Stellung liegen. Der Wagen eilte unaufhaltsam vorwärts; meine Schmerzen überwältigten mich; in Bouquenon wurde ich, als ein dem tod Geweihter, bei Seite gelegt; ein Mitgefangener, leicht blessirter Landsmann bemerkte mein leises Atmen und sorgte dafür, dass ich untergebracht wurde."
"Dieses geschah nun glücklicherweise in dem haus eines geschickten Wundarztes, der selbst, Krankheits wegen, die Französische Armee auf einige Zeit hatte verlassen müssen. Er untersuchte meine Wunden. Der Arm bis an den Ellenbogen war ohne Rettung verloren. Unerschüttert hörte ich diese Nachricht, die mich dienstunfähig machte, nicht; denn selbst in der Dumpfheit des Sinnes, hatte ich Plane und Dispositionen gedacht, wie Preussen an dem Feinde Rache nehmen und ich mitwirken könne. Als er die Quetschung an meinem Kopf untersucht hatte, machte er Anstalt zu trepaniren, und erklärte, ohne diese Operation sei ich verloren, ob ihm meine Rettung durch sie ebenfalls auch ungewiss sei."
"O, mein Vater, so lassen Sie ihn ohne den Schmerz sterben; ich will ihn pflegen; ich will ihn retten; überlassen Sie ihn mir, mein Vater, er soll genesen!"" rief mit Wärme eine weibliche stimme, und meinem Lager näherte sich ein schönes, junges Frauenzimmer. Sie legte ihre Hand an meine kranke Stirn, und bemühte sich, mir durch leises Streichen wohl zu tun."
Hier hob Albertine den Kopf von Lindenhains Schulter, und blickte ernstaft und verlegen vor sich hin. Onkel Dämmrig machte ein loses Gesicht und murmelte ein bedenkliches: "ha, ha!"
Lindenhain fuhr fort: ""Adelaide! was soll das?"" sagte der Vater. ""Wie kommst du, kleiner Naseweiss, zu dieser Vorschnelligkeit?"" – ""Aber, mein Vater, Sie versprechen ja seine Besserung nicht; wozu den Greuel einer solchen Operation? Unter den nemlichen Bedingungen will ich ihm wohl tun. Sie wollen ihn tot plagen. Nein, nein! Er ist mein!""
Der Vater gab lächelnd nach. Er war jetzt selbst abgeneigt, sich mit meinem Arm zu schaffen zu machen, bis alle Anzeigen eine schnelle Operation notwendig machten. Ein hitziges Fieber war die Folge davon, wobei meine Kopfwunde sich sehr übel befand. Das schöne Mädchen hielt indess Wort; sie verliess ihren Kranken nicht