, dritten-, viertenmal zu runden, also konzentrisch, wie überall bei den Juristen, zur clausula salutaris, zur donatio mortis causa und zur reservatio ambulatoriae voluntatis greifen. So will ich denn hiemit dazu gegriffen haben, mit kurzen und vorigen Worten. – Weiter brauch' ich mich der Welt nicht aufzutun, vor der mich die nahe Stunde bald zusperren wird. Sonstiger Fr. Richter, jetziger van der Kabel.
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Soweit das Testament. Alle Formalien des Unterzeichnens und Untersiegelns etc. etc. fanden die sieben Erben richtig beobachtet.
Nr. 2. Katzensilber aus Türingen
J. P. F. R.s Brief an den Stadtrat
Der Verfasser dieser geschichte wurde von der Testamentsexekution, besonders vom trefflichen Kuhnold, zum Verfasser gewählt. Auf einen solchen ehrenvollen Auftrag gab er folgende Antwort.
P. P.
Einem hochedlen Stadtrat oder einer trefflichen Testamentsexekution die Freude zu malen, dass Sie und die Klausel: Liesse sich ein habiler, dazu gesattelter Schriftsteller etc. mich aus 55000 zeitigen Autoren zum Geschichtschreiber eines Harnisch ausgelesen; Ihnen mit bunten Farben das Vergnügen zu schildern, dass ich mit solchen arbeiten und Mitarbeitern beehrt worden: dazu hatte' ich vorgestern, da ich mit Weib und Kind und allem von Meinungen nach Koburg zog und unzählige Dinge auf- und abzuladen hatte, ganz natürlich keine Zeit. Ja, kaum war ich zum Stadttore und zur Haustüre hinein, so ging ich wieder heraus auf die Berge, wo eine Menge schöner Gegenden neben- und hintereinander wohnen: "Wie oft", sagt' ich droben, "wirst du dich nicht künftig auf diesen
Hier send' ich dem etc. etc. Stadtrate die erste Nummer, Bleiglanz überschrieben, ganz ausgearbeitet; ich bitte aber die trefflichen Exekutoren, zu bedenken, dass die künftigen Nummern reicher und feiner ausfallen und ich mich darin mehr werde zeigen können als in der ersten, wo ich fast nichts zu machen hatte als die Abschrift der erhaltenen TestamentsKopie. Das Katzensilber aus Türingen habe ganz erhalten; nächstens läuft das Kapitel dafür ein, das aus einer Kopie des gegenwärtigen Briefes, für die Leser, bestehen soll. Ein weder zu barocker noch zu verbrauchter Titel für das Werk ist auch schon fertig; Flegeljahre ist es betitelt.
So hat denn die Maschine ihren ordentlichen Mühlengang. Wenn die van der Kabelsche Kunst- und Naturalien-Sammlungsiebentausendundzweihundertunddrei Stücke und Nummern stark ist, wie ich aus dem Inventarium ersehe: so werden wir wohl, da der Selige für jedes Stück sein ganzes Kapitel haben will, die Kapitel etwas einlaufen lassen müssen, weil sonst ein Werk herauskäme, das sich länger ausstreckte als alle meine opera omnia (inclusive dieses) zusammengenommen. In der gelehrten Welt sind ja alle Kapitel erlaubt, Kapitel von einem Alphabet bis zu Kapiteln von einer Zeile.
Was die Arbeit selber anlangt, so verpfändet sich der Meister einem hochedlen Stadtrate dafür, dass er eine liefern will, die man keck jedem Mitmeister, er sei Stadt- oder Frei- und Gnadenmeister, zu beschauen geben kann, besonders da ich vielleicht mit dem sel. van der Kabel, sonst Richter, selber verwandt bin. Das Werk – um nur einiges vorauszusagen – soll alles befassen, was man in Biblioteken viel zu zerstreut antrifft; denn es soll ein kleiner Supplementband zum buch der natur werden und ein Vorbericht und Bogen A zum buch der Seligen Dienstboten, angehenden Knaben und erwachsenen Töchtern wie auch Landmännern und Fürsten werden darin die Collegia conduitica gelesen –
Ein Stylisticum lieset das Ganze –
Für den Geschmack der fernsten, selber der geschmacklosesten Völker wird darin gesorgt; die Nachwelt soll darin ihre Rechnung nicht mehr finden als Mit- und Vorwelt –
Ich berühre darin die Vakzine – den Buch- und Wollenhandel – die Monatsschriftsteller – Schellings magnetische Metapher oder Doppelsystem – – die neuen Territorialpfähle – die Schwänzelpfennige – die Feldmäuse samt den Fichtenraupen – und Bonaparten, das berühr' ich, freilich flüchtig als Poet –
Über das weimarsche Teater äusser' ich meine Gedanken, auch über das nicht kleinere der Welt und des Lebens –
Wahrer Scherz und wahre Religion kommen hinein, obwohl diese jetzt so selten ist als ein Fluch in Herrnhut oder ein Bart am Hof. –
Böse Charaktere, so mir der hochedle Rat hoffentlich zufertigt, werden tapfer gehandhabt, doch ohne Persönlichkeiten und Anzüglichkeiten; denn schwarze Herzen und schwarze Augen sind ja – näher in letztere gefasset – nur braun; und ein Halbgott und ein Halbvieh können sehr gut dieselbe zweite Hälfte haben, nämlich die menschliche – und darf die Peitsche wohl je so dick sein als die Haut? –
Trockne Rezensenten werden ergriffen und (unter Einschränkung) durch Erinnerungen an ihre goldne Jugend und an so manchen Verlust bis zu Tränen gerührt, wie man mürbe Reliquien ausstellt, damit es regne –
Über das siebzehnte Jahrhundert wird frei gesprochen, und über das achtzehnte human, über das neueste wird gedacht, aber sehr frei –
Das Schaf, das eine Chrestomatie oder Jean Pauls Geist aus meinen Werken auszog mit den Zähnen, bekommt aus jedem Bande einen Band zu extrahieren in die Hand, so dass besagtes gar keine Auslese, sondern nur eine Abschrift zu machen braucht, samt den einfältigsten Noten und Präfationen –
Gleich dem Not- und Hülfs-Büchlein muss das Buch Arzneimittel, Ratschläge, Charaktere, Dialogen und Historien liefern, aber so viele, dass es jenem NotBüchlein könnte beigebunden werden als Hülfs-Buch, als weitläuftiger Auszug und Anhang, weil jedes Werk der Darstellung so gut aus einem Spiegel in eine Brille muss