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Vegetation; dicht belaubte Büsche, schimmernd grüne Rasenplätze, schlängelnde Pfade, wechseln in der anmutigsten Mischung mit einander ab. Eine grosse Volksmenge versammelt sich jetzt im Freien, um die schönen Herbsttage zu geniessen, die in diesem land unaussprechlich schön sind. Gruppen einzelner Menschen und ganze Familien, umschwärmt von ihren Kleinen, lagern sich im Schatten, auf den glänzend grünen Rasen, und dieser Anblick gewährt ein liebliches Bild von Ruhe und heiterm schönen Genuss der Gegenwart. O! wie beneide ich dies Volk, das unter dem Einfluss eines milden himmels gebohren, sein Dasein in jedem Moment auf das lebendigste geniesst, und nichts als Lebenslust, Ruhe, und frohen Genuss der fliehenden Tage atmet, indess wir Armen, im nordischen Klima Erzeugten, ewig mit Kälte und Melancholie kämpfen, und statt, den Genuss des Lebens zu fühlen, den Genuss verstehen wollen! Alle die Schrecknisse der Phantasie, welche den ungebildeten teil der Nordländer, und auch den Gebildeten, so häufig das Leben verbittern, sind diesen Bewohnern südlicher Gegenden gänzlich unbekannt; nicht wie bei jenen durch die Ungemächlichkeiten des Klima, aus den Regionen des Lebens hinweg gedrängt, kann ihre Phantasie ruhig auf den Gegenständen der wirklichen Welt verweilen, und findet hier den reichsten Stoff sich zu beschäftigen. Auch die Ideen des Aufhörens, der Verwesung suchten diese Glücklicheren stets so leise als möglich zu berühren, und wenn es scheint als habe das rauhe, nordische Klima seine Bewohner schon im Leben mit ihren Gedanken zum grab hingedrängt, und sie mit den furchtbarsten Gegenständen, die man sonst kaum zu denken wagte, ganz vertraut gemacht, so suchten jene die Gestalt des Todes, mit einem mildernden Schleier zu verdecken, oder diese idee durch weiche, liebliche Bilder minder furchtbar zu machen. Ja, auch jetzt, so verschieden auch die neuen Göttergestalten, von den ältern Göttern sein mögen; so sichtbar sind auch jetzt noch die Spuren des Geistes, der in jener poetischen, aus Griechenland hieher verpflanzten Religion atmete, welche wie die Dichtungen Homers, ihres Sängers, erhaben, schön und beglückend war. – Nie vermag ich, ohne die innigste Rührung den Abendgesang der heiligen Jungfrau zu hören, welcher hier den müden Arbeiter zum ersehnten Feierabend ruft. In ihm ertönt das Lob der Maria, "die mit den Sternen gekrönt ist und den Mond zu ihren Füssen hat; die ohne Mackel und ohne Flecken, mit der klarheit der Sonne umkleidet ist; die grosse Ausspenderin von den Schätzen des himmels; golden, heisst es, ist das Haar der Himmelskönigin, und Licht ist ihr Gewand! Maria, du schön Gebildete, ich wünsche im Paradiese zu deinem Anschauen zu kommen!" – Und hört man in dieser Zusammensetzung, das sanfte Madre d'amore! so wähnt man auf Augenblicke, ganz in das schöne Altertum versetzt zu sein. Doch so sehr ich mich auch bestrebe, der Stimmung dieses volkes gemäss, alle Erscheinungen vor mir übergehn zu lassen, ohne Reflexionen darüber anzustellen; mich immer mehr auf den Moment zu beschränken, und mir nicht, mehr die vergebliche Mühe zu geben, die labyrintischen Verwickelungen des Lebens enträtseln zu wollen, so will es mir doch nicht immer gelingen. Eine unbeschreibliche sehnsucht ergreift mich hier, wo alles, Genuss und Befriedigung atmet. – Der angenehme Müssiggang der Reise, die Entfernung von bindenden Geschäften, von der prosaischen Zerstreuung des gesellschaftlichen Lebens, diese haben mich ganz wieder in das Land der Jugend und der Wünsche zurückgeführt. Alles Streben, alles Treiben der Menschenwie unnütz erscheint es mirund nur die Liebe allein dünkt mich der sehnsucht wert! – Ja, sie war es, sie allein, die einst einen südlichen Himmel in meine Seele zauberte, die mich die Sprache der natur verstehen lehrte, und mir das Gefühl einer heiligen überirrdischen Begeisterung gab, die mir das Unsterbliche ahnden liess und mein Gemüt mit frommen Glauben entzündete! – O! wie verschwanden und entblätterten sich alle Resultate des Verstandes, alles Kalte, Gesuchte, was von vielen Moral genannt wird, wie verschwanden sie bei dieser warmen gläubigen Religion der Liebe, durch die ich mich unsterblich und göttlich fühlte! – Könnt' ich Amanda an meine Brust drücken, könnt' ich hier mit ihr leben, wo mir nun oft ein schneller Gedanke an sie, die Freude selbst verbittert, weil sie Amanda nicht mit mir teilt, und weil ich nun einmal glaube, dass sie ohne mich nicht glücklich sein kann! – Dass Amanda in dieser Gegend, wo ich jetzt lebe, auch eine geraume Zeit zugebracht hat, vergegenwärtigt mir ihr Andenken noch mehr. Ich habe schon Mehrere gesprochen, die sie gekannt haben, die sich ihrer noch sehr lebhaft erinnerten, und ihrer Schönheit, ihrem Edelsinn und ihrer Anmut einige Lobreden hielten. – O! Barton, Du wirst sie sehen! Schreibe mir von ihr, so bald Du sie gesehen hast. Auch ich will sie sehen; ich bin es Cölestinen, ich bin es meinem künftigen Leben schuldig. Ich muss es wissen, ob das, was ich jetzt für sie fühle, nur ein leichter, wesenloser Traum ist, vom Zauber der Entfernung, vom Einfluss dieses himmels und trügerischem Spiel der Phantasie erzeugt, oder ob ein wahres, tief in mein ganzes Wesen eingewebtes Gefühl zum grund liegt. – Bald eile ich über die Alpen, dann in jene Gegend, wo auch milde Lüfte schmeicheln, auch Mandelbäume blühen, und Rebenhügel winken, und wo mehr ist als italiänischer Himmel,