von einer Bezauberung, indem es dem Wechsel der Jahreszeiten unterworfen ist, Heinrich zerstört das Sonnenreich. Mit einem grossen Gedicht, wovon nur der Anfang aufgeschrieben ist, sollte das ganze Werk beschlossen werden.
Die Vermählung der Jahrszeiten
Tief in Gedanken stand der neue Monarch. Er
gedachte
jetzt des nächtlichen Traums, und der Erzählungen
auch,
Als er zu erst von der himmlischen Blume gehört
und getroffen
Still von der Weissagung, mächtige Liebe gefühlt.
Noch dünkt ihm, er höre die tiefeindringende
stimme,
Eben verliesse der Gast erst den geselligen Kreis
Flüchtige Schimmer des Mondes erhellten die
klappernden Fenster
Und in des Jünglings Brust tobe verzehrende Glut.
Edda, sagte der König, was ist des liebenden
Herzens
Innigster Wunsch? was ist ihm der unsäglichste
Schmerz?
Sag es, wir wollen ihm helfen, die Macht ist unser,
und herrlich
Werde die Zeit, nun du wieder den Himmel
beglückst.
Wären die zeiten nicht so ungesellig, verbände
Zukunft mit Gegenwart und mit Vergangenheit
sich,
Schlösse Frühling sich an den Herbst, und Sommer
an Winter,
Wäre zu spielenden Ernst Jugend mit Alter
gepaart:
Dann mein süsser Gemahl versiegte die Quelle der
Schmerzen,
Aller Empfindungen Wunsch wäre dem Herzen
gewährt.
Also die königin; freudig umschlang sie der
schöne Geliebte:
Ausgesprochen hast du warlich ein himmlisches
Wort,
Was schon längst auf den Lippen der tiefer
fühlenden schwebte
Aber den deinigen erst rein und gedeihlich
entklang.
Führe man schnell den Wagen herbei, wir holen
sie selber
Erstlich die zeiten des Jahrs, dann auch des
Menschengeschlechts.
Sie fahren zur Sonne, und hohlen zuerst den Tag, dann zur Nacht, dann nach Norden, um den Winter, alsdann nach Süden, um den Sommer zu finden, von Osten bringen sie den Frühling, von Westen den Herbst. Dann eilen sie zur Jugend, dann zum Alter, zur Vergangenheit, wie zur Zukunft. –
Dieses ist, was ich dem Leser aus meinen Erinnerungen, und aus einzelnen Worten und Winken in den Papieren meines Freundes habe geben können. Die Ausarbeitung dieser grossen Aufgabe würde ein bleibendes Denkmal einer neuen Poesie gewesen sein. Ich habe in dieser Anzeige lieber trocken und kurz sein wollen, als in die Gefahr geraten, von meiner Fantasie etwas hinzuzusetzen. Vielleicht rührt manchen Leser das Fragmentarische dieser Verse und Worte so wie mich, der nicht mit einer andächtigern Wehmut ein Stückchen von einem zertrümmerten Bilde des Raphael oder Correggio betrachten würde.
L. T.