ausser einigen grünen Scheiben, welche von oben herab einen anmutigen Schimmer ergossen. Die Wände ringsherum waren täuschend mit Gebüschen bemalt, die oben an der Kuppel zusammenliefen und das Ganze einer Laube ähnlich machten. An dem Fenster standen zierliche Vasen, und als ich sie betrachten wollte, bemerkte ich, dass dieses kein Fenster war, sondern ein grosser Spiegel, dem das Fenster, durch welches der Wasserfall erschien, gegenüberstand. Es war über der tür angebracht und fiel nicht in die Augen. In der Mitte des Saales stand ein kleiner marmorner Tisch, der schon gedeckt war.
Wir legten unsere Mordgewehre ab, und erfrischten uns mit dem wasser, das an der einen Wand des Saales in einem Becken von grünem Glase unter einem Haufen von Früchten hervorquoll, die auch aus grünem Glase von verschiedenen Lichtstufen sehr künstlich gebildet waren. Die Früchte drangen unmittelbar aus der Wand hervor, und lagen in schöner Unordnung übereinander. Die Mitte nahmen einige grosse Trauben ein, und um sie drängten sich andere Früchte; über den Trauben lag ein Lorbeerkranz, auf dem ein Schmetterling sass.
Als ich das kunstreiche Werk betrachtete, sagte Godwi, das alles wäre recht gut: "Wenn nur der Schmetterling nicht der Hahn wäre, der den Strahl des Wassers schliesst und öffnet, und der Lorbeerkranz nicht die Wasserröhre verbärge, aus der die Ströme hervorrinnen und über die Früchte laufen, besonders die Traube setzt er unter wasser."
"Ja," sagte ich, "er liegt über der Traube wie ein schlechtes Trinklied, das uns den Wein verdirbt. Es ist viel Unschuld oder Bosheit in der ganzen idee."
Hier nahm Godwi ein kleines silbernes Jagdhorn von der Wand und tat einige helle Stösse hinein, die wie Flammen an der Kuppel durch die grünen Wände hinaufliefen.
"Die Töne sind ein wunderbarer lebender Atem der Dunkelheit", sagte ich; "wie alles rauscht und lebt und mit uns spricht in dem heimlichen saal, den die Töne wie glühende Pulsschläge durchzuckten."
Godwi sagte: "Die Töne sind das Leben und die Gestalt der Nacht, das Zeichen alles Unsichtbaren, und die Kinder der sehnsucht."
Es traten einige reinlich gekleidete Jäger herein, und trugen speisen und goldenen Rheinwein auf. Godwi sagte ihnen, sie möchten die speisen hinstellen, und uns dann an dem Wasserfalle etwas singen und blasen. Er gab ihnen das silberne Horn dazu, und sagte ihnen, sie möchten Flametta bitten, ihr Konzert zu unterstützen.
Wir machten uns nun herzlich über die Gerichte her, und besonders hielt Haber ein schreckliches Gericht über sie, er sagte:
"Es ist nichts Vortrefflicheres in der Welt als der Geschmack so eines wilden Schweinkopfs." Man verzehrte ihn so siegreich wie ein Indianer seinen skalpierten Feind.
"Das Essen überhaupt ist das wahre erste Studium", sagte Godwi; "in einer recht gründlichen Naturlehre müsste die erste Einteilung sein – dies kann man essen, und dies nicht."
Ich setzte hinzu, dass recht vernünftig Essen zum vollkommnen Menschen gehöre, und dass, wer nicht mit ernstlicher Freude esse, weder ein guter Philosoph noch Dichter sein könne.
"Wie die Helden im Homer zugreifen", sagte Haber.
"Rechten Hunger haben, heisst viel Anlage haben, und verhungern, heisst eine grössere Anlage haben als die gegenwärtige Bildung", sagte Godwi.
"Und der ist der vernünftigste Esser," fügte ich hinzu, "der die Bildung durch seinen Hunger so lange steigert, bis sie ihn sättigt."
Hier brachte Haber Goetens Gesundheit aus, wir tranken rundum aus voller Seele und vollen Bechern, und ich sagte: "Es ist seltsam, mit dieser Gesundheit ist mein Mahl geschlossen, ich bin ordentlich satt."
Siebentes Kapitel
Nach Tische hörten wir einige Waldhörner, die lustig erklangen. Godwi sagte: "Wir wollen uns gegen den Spiegel wenden, da werden wir unser Orchester besser sehen können, und besonders Flametta, die ein sehr schönes Mädchen ist, und sich bei solchen Gesängen öfters sehr reizend dekoriert."
Wir warteten auch nicht lange, als wir an dem Wasserfalle einen zahmen Hirsch trinken sahen. Er hatte ein blankes Halsband mit Schellen an, und sah sehr zierlich aus. Er drehte sich um und sah zu uns herein. Godwi gab ihm etwas Brot, und er guckte uns mit seinen hellen freundlichen Augen gross an, dann rief ihn Flametta und er lief wieder weg.
Godwi sagte: "Das gehört sicher zu dem lied, und wir können uns nun von Flametta etwas Dramatisches erwarten."
Nun begannen die Hörner wieder ein lustiges Jagdlied zu blasen, verloren sich dann in der Ferne, und ahmten das Echo nach, als ob eine Gesellschaft Jäger auszöge, dann verstummten sie ganz, und an dem Wasserfalle erschien eine liebliche Maske.
Flametta war es, sie hatte sich in einen jungen Jäger verkleidet. Ein grünes Mäntelchen hing schön geschürzt über ihren Schultern. Die kräftigen Hüften hatte sie mit weissen Puffen bedeckt. Sie setzte sich, und streckte die schlanken behenden Beine nachlässig an den Boden. Ihr hoher Hals drang stolz aus dem strengen Dianenbusen, den sie leider aus Kostüm soviel als möglich verbarg. Sie wusste wohl nicht, wie gern solche Fehler übersehen werden. Sie stützte das trotzige freie Köpfchen, auf dem sie einen schönen Kranz von frischen Blättern und Flittergold trug, in die Linke, und warf mit der Rechten Bogen und Pfeil von sich.
Indem sie sich über das wasser beugte und ihre Worte mit gelinden