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, Lieber, ich habe mich verirrt.

Man will nun debattieren, welcher der Brüder deine Freundin holen soll, und das wird im Bureau d'esprit geschehen. – Lebe wohl.

Römer

Römer an Godwi

Ich schreibe dir heute das Resultat der gestrigen Konsultation.

Es fand sich gleich, dass die möglichen Gesandten nach Eichenwehen nur zwei seien, entweder der Zudeutliche, oder der Undeutliche.

Der erste war leichter zu haben als zu wollen, und der zweite war leichter zu wollen als zu haben.

Man zieht ihn zur Seite, man lobt ihn, man schmeichelt ihm, man verspricht ihm, seine feinen Hemden aufs zierlichste zu sticken, alle hände erbieten sich, ihm eine elegante Satteldecke für sein Pferd zu machen, alle Finger wollen ihm Stiefelstrümpfe aus englischer Baumwolle stricken, man nennt ihn das schönste, edelste, geschmackvollste Mitglied der Familiewenn er Joduno holen will.

Er nimmt alles an, um nicht stolz zu scheinen, er geht, um für das Angenommene nicht verbindlich zu sein, und wahrlich, wer ihn kennt wie ich, wird gerne gestehen, dass es ihm sehr uninteressant sein muss, ein Mädchen, das er nicht kennt, wie er glaubt, aus dem Hühnerhof ihres Lebens in den Elstern- und Pfauenhof seiner Familie einzuführen, und eigentlich geht er frank und frei aus Liebe und gefälligkeit, und die Kälte, welche diese zwei Motive verhüllt, ist durch die missverstandnen Pflichten seines Standes in ihn gekommen.

Soeben steigt er beklatscht in den Wagen, Grüsse und Kusshändchen von allen Seiten. – Bald werde ich nun deine Joduno sehen und beurteilen.

Ich will dir heute abend schreiben, ob ich mich geärgert habe über die zwei ausserordentlichen Mitglieder, wenn ich aus dem Kabinette der Brünette komme. Guten Abend! Noch konnte ich mich nicht ärgern, kann also den zwei Leutchen nicht Gerechtigkeit widerfahren lassen. Das Gespräch war heute zu allgemein, und ich zu geneckt, als dass ich die zwei Menschen, die gegenwärtig, so obenhin und durch und durch hätte betrachten können.

Die ganze Gesellschaft war beschäftigt, sich über einige Charmants riens, die Titus, Karakallas, Charles douze, Gustav Adolph, Iglou, Vergettes, Terroristes, Incroyables und Merveilleux Köpfe zu zermarternDas sind lauter Arten von Verstand, denkarten, die in verschiednen Gattungen von unordentlichen Frisuren bestehen, und oft kommt man in der Gesellschaft durch unwilliges Wühlen in den Haaren in eine ähnliche Verstandeslage.

Damit man nun nicht merkt, dass ich am öftersten in diese Verlegenheit komme, und damit mein Verstand dann nicht so parvenü drein sieht, habe ich mir heute einen Haarkräusler bestellt, der mir die eklatanteste Frisur machen soll, damit ich weiss, zu welcher Art von Verstand ich mich mit der grössten Anlage bekennen soll. – Da ist er; gleich, wenn ich gescheiter bin, sollst du die grosse Begebenheit hören.

Ich: Wie heissen Sie?

Christich soll Ihnen die Haare schneiden. –

Ich: Christ? – schneiden Sie nur keinen Mönchskopfhöchstens etwas aus dem Dreissigjährigen Kriegetwa einen Gustav Adolph

Es klopft an der tür – "Herein" – ein zweiter Haarkräusler; der Bediente hat zwei bestellt. –

Wie heissen Sie?

Heidenblut (mit einem wilden blick auf Christ), und komme, Ihnen den Kopf aufzuräumen.

O wehe! da haben wirs, es wird einen Religionskrieg geben. Nun werden Sie einen Karakalla aus mir schneiden wollen

Christ: Ihr Kopf hat alle Anlage zu einem Gustav Adolph

Heidenblut: Ihr Kopf hat alle Anlage zu einem Karakalla

Ich: Was wird das nun? Ich schwanke von einem zum andern. –

Christ: Herr Heidenblut wird Sie unchristlich raufen.

Heidenblut: Herr Christ, ich weiss, dass Sie immer mein Blut, mein Leben, mein Unglück verlangen; Sie nehmen mir alle Kunden.

Christ: Nein, wenn ich Ihr Blut verlangte, müsste ich Sie selbst verlangen, und ich brauche Sie gar nicht.

Heidenblut: Er wird Sie ganz gegen die Aufklärung schneiden; er wird Ihnen eine fromme Frisur schneiden.

Ich: Nun, so will ich ungläubig geschnitten werden. Herr Christ, wickeln Sie mich auf, brennen Sie mich, und Sie, Herr Heidenblut, schneiden mir dann die Haare.

Beide: Jaja, Ihre Haare haben alle Direktion zu einem très incroyable.

Ach, wie warm wird mir um die Ohren; Herr Christ, nur keinen Märtyrer, nur keinen Märtyrersoich sehe drollicht aus mit den papiernen Lokkennun schneiden Sie, Herr Heidenblut. Meine langen Haare fallen mir bündelweise vom kopfschneiden Sie nur nicht alles weg. –

Er: Um die Ohren muss alles wegdamit sie besser wachsen können.

O wehe! die Ohren sollen wachsen

Er: Nein, die Haare. –

Ich fühlte eine sonderbare Kühlung über dem ganzen Gehirne, es ward mir viel leichter zu Mute; so zugestutzt kam ich in das Kabinett, wo man mich mit grossem Erstaunen aufnahm. Die Brünette führte mich im Zirkel herum, die Blonde hielt mir einen Spiegel vor, und alles begann mich zu necken. –

Morgen fahre ich fort zu erzählen, und dann wird Joduno ankommen und eine grosse Lücke in der Korrespondenz entstehen.

Dein Römer

Römer an Godwi

Heute bin ich dazu gekommen, die zwei ausserordentlichen Mitglieder des Bureau d'esprit zu beschreiben, ich habe mich geärgert.

Ich trete in die stube, und will wie