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wenn mir die jemand erzählt, möchte ich ihm immer sagen: Wandle, wo du willst, und denke nach Belieben an mich. –

Das Schlanke Bild: Und weiter

Ich: Und weiter seien weit von mir alle tote Vivat auf Torten und Illuminationen, Gott weiss warum, es gibt eine Art höfliche Leute, die nichts als wünschen, und die man verwünschen sollte.

Das war ein Stückchen der Unterhaltung dieses Abends. Gute Nacht, lieber Godwi, morgen weiterich komme morgen an die Männer.

Römer

Römer an Godwi

Mein letzter Brief war ein wenig toll, lieber Godwi, aber ich kann es gar nicht anders einrichten; ich verliere mich so in das Wesen hier, dass ich fast Mass und Ziel vergesse, und hätte ich nur Zeit, mich ein wenig mit einer einzigen von allen den Weibern zu beschäftigen, so würde mich vielleicht eine einzige fesseln, aber so bin ich immer in eine ganze Tapete mit eingewebet, alle Augenblick fliegt eine andre wie ein Weberschiff an mir vorüber, und reisst mich hin, an ihrem Punkte mein Kolorit herzugeben; bald muss ich ein Stückchen Blume, bald einen Punkt im Auge, bald einen Funken, bald eine Perle vorstellen helfen.

Es wird dir, glaube ich, wohltun, oben auf deinem Berge, wo du halb im Himmel steckst, solche Menschenbilder zu sehen, und du kannst Tilien meine Portraits vorlesen, die ohnedies keine Weiber als Joduno und deine Molly kennt, und keine Männer als dich und den Landjunker.

Es sind drei Söhne im haus; die übrigen, zu denen der gehört, der einen Brief geschrieben hat, den du auch geschrieben haben könntest, sind in der Fremde. Ich will dir die drei ein wenig einteilen, in den Allzudeutlichen, den Deutlichen und den Undeutlichen.

Der Allzudeutliche

Er ist der juristische Codex des Familienarchivs, und lässt in seinen Urteilen das Ur und Ur Ur noch stark hören. Er steht wie eine Eule geneckt unter den vielen leichten Vögeln.

Er trägt die Jurisprudenz wie Atlas die Welt auf seinem Nacken, und hat das Schöne und Wahre in das Chaos versinken lassen, als er diese Welt auf seinen Nacken packte.

Sein Kopf ist gedrückt, sein Leben gebückt, doch schlägt sein Herz edel und frei, denn da liegt ein liebevolles Naturrecht drinne, das dem Ballen positiven Rechts, in dem sein Kopf wie ein Türk im Turban (meine Türkin auszunehmen) bis über die Augen steckt, die Spitze bietet.

übrigens ist es ihm gar nicht türkisch zu Mute, denn er liebt den Wein, wie jene die Weiber, das heisst öffentlich, und die Weiber, wie jene den Wein, das heisst heimlich.

Er ist ein sonderbares Wesen, ganz für sich und in sich, und selten in den andern, die er doch alle liebt, die ihm alle nichts geben, und denen er gerne gibt, wenn er hat. –

Jetzt komme ich an den

Deutlichen.

Ich wage ihn kaum zu beschreiben, vor ihm neigt sich die ganze Erscheinung, er ist die Wahrheit, die Güte, die Liebe, die ruhige sorge, der Friede und der entsagende Fleiss, der von allen verstanden, geliebt und geachtet wird; in ihm und der Brünette, die ein inniges Bündnis mit ihm schloss, findet sich alles wieder, sie halten alles zusammen, sie durch Geist und Sinn, er durch Herz und Tat, und es ist wirklich viel, so viele zu vereinigen. Es ist ein Künstler in ihm verdorben, er hat viel Sinn für Gemälde und Zeichnung, und es ist rührend zu sehen, wie bei dem grossen Mangel solcher Gegenstände um ihn sein blick oft mit Aufmerksamkeit auf dem Basrelief seines Ofens oder auf der Arabeske seiner Papiertapete verweilt. Er hat unendlich viel Sinn für Poesie, und ist es nicht viel, wenn ein Mann von sechsunddreissig Jahren, mit ungeheuren Geschäften und Familiensorgen beladen, über Tiecks Genoveva weinen kann, und wenn sein gutes Weib Tage nach der verflossenen Lektüre sagt: "Lieber, es ist kalt in der stube", dass er ihr antwortete: "Gute Frau, Genoveva hatte mit ihrem Bambino noch viel kälter im wald, und jener schrie und war schon auf der Welt, deiner wärmt sich noch an deinem Herzen." Es ist mir nicht sowohl für seinen Kunstsinn als für sein Herz bestimmend, dass unter so vielen gelesenen Gedichten gerade dies einzige wunderheilige ihn so ergriffich schicke dir es hier, du sollst es mit Tilien lesen im wald.

Der Deutliche ist ein Kaufmann, ich habe viel von ihm gelernt; ich ende so, dass ich sage, jeder sollte in seiner Art sein, wie er, Liebe und Ernst zu dem Seinigen.

Sein Herz liegt seit kurzem an den tiefen, stillen Gründen des sanften, schlanken, weissen Bildes vor Ankerder kleine jaspisne Anker ist von ihm ausgeworfen worden, er hängt am Halse seines Weibes.

Jetzt wende ich mich zu dem

Undeutlichen.

Dieser Mensch ist in einzelnen Minuten eine wahre Erscheinung doch kämpft meistens Mode und Genialität mit seiner Oberfläche. Ausser diesen Minuten könnte man ihn für einen Dichter und nicht für einen Kaufmann halten.

Er ist selten unter uns, und wenn er es ist, so führt ihn Liebe und gefälligkeit her; aber weil er ewig seines Ehrgeizes wegen sich muss gefangen halten, um seine Nichtanlage zu seinem stand zu verbergen, so erscheint diese Liebe fast nie anders als eine notgedrungene Kälte, indem er die Zeit