, noch auf seinem Krankenlager erquickten ihn deine Erfindungen.
T.'s Umgang war ihm ermunternd – S.'s Nähe bildender. Wenige haben sich dir, gute fromme Seele, mit diesem Vertrauen genähert – deinen Verstand, deinen blick, deine tiefe gefühlte Würde, F.S., achtete Maria, – deinen verhüllten Entusiasmus erkannte er. Sein Schicksal war ein ewiger Irrtum – so hat er euch verloren.
Dass ich unter seinen Freunden noch die auszeichne, die am meisten auf ihn gewirkt haben. Die Wissenschaft mag R.'s Genie, den erfindsamen Fleiss, den tiefen Geist und die heilige Ahndung seiner Untersuchungen dankbar bewundern – Maria liebte die Heiterkeit, mit der er ein grosses Leben begann und den kühnen Witz seiner Unterhaltung. Von einer andern Seite berührte ihn die seltene Erhabenheit in Kl.'s Gemüte. Trefflicher Spiegel deines Zeitalters! Dich weckte schon in früher Jugend der Genius, mit verstecken Erfindungen dem Irrtume zu begegnen – was du geschrieben, ist eine stille Persiflage der herrschenden Schwäche – mit kluger Mässigung verhüllst du dein Vorhaben und deine Originalität – viele sind dir begegnet, ohne dich zu erkennen – unbesonnene Kritiker tadeln deine Werke, die sie dem Äussern nach beurteilen – die Nachwelt wird dir danken!
Entzündet von der Nähe jener grossen Männer, erheitert durch den Umgang dieser und der andern Freunde, ward er gesunder, heitrer wie je vorher. In wenigen fröhlichen Stunden schrieb er das mutwillige Spiel: Gustav Wasa. Wer es beurteilen wollte, müsste den Witz und die Laune kennen, mit der es geschrieben wurde, und die Erbitterung, mit der er den verderbten nichtswürdigen Geschmack um so mehr hasste, je mehr ihn der Geist der Poesie durchdrang.
Im Sommer 1800 verliess Maria J. und ging nach D. Hier fand er, unvermutet, wie ich glaube – die Frau, die er liebte, wieder. Sie kam von einer Reise aus Italien zurück – er sah sie, um sie nie wieder zu sehen – ihm ward sein Unglück gewiss, uns sein Tod wahrscheinlich. Wie gern vertraut' ich dem teilnehmenden Leser alle Briefe, die er mir in dieser merkwürdigen Zeit geschrieben – was ich geben darf, sind nur einige Stellen:
"Mir ist wohl, recht wohl. Es wird dich freuen, dass ich das sage, aber es freut mich noch mehr, dass ich es sagen kann. Ich hatte den Frühling nie gesehen, darum hat er mich so überrascht auf dem Wege hierher. Von meinen Beschäftigungen kann dir K. erzählen. Auch an Godwi habe ich viel geschrieben."
"Hier ist mir alles lieb, nur nicht einige junge Philosophen, die die Kunst üben, ohne alle Kunst von der Kunst zu reden. Ach, ich wollte gern die Philosophie achten, aber solange solche Leute ihre Nichtswürdigkeit in den philosophischen Mantel verhüllen können –"
"Von meinem Studium der Antiken und der andern Kunstwerke habe ich auch an K. geschrieben. Ich trete nie ungerührt, immer mit der gespanntesten Aufmerksamkeit in diese Gesellschaft der Götter, aber nicht lange, so widerstehe ich mir vergeblich; der Ernst meiner Betrachtungen wird tiefe Wehmut, und wenn ich hinaufsehe zu der schönen Griechin und der rührenden Trauer in ihren stillen Mienen, dann ergreift mich das Gefühl von Vernichtung, mit dem mich die Musik zu erfüllen pflegt, und ich muss hinaus und habe alles vergessen, nur meinen ewigen Schmerz nicht. –"
"– grosser Gott, wie mich das gefasst, zerstört hat! Sie ist wieder in Deutschland, sie ist hier. Ich werde sie vielleicht heute noch sehen. Denke dir: ruhig sitz' ich zu Tische, da erzählt ein Fremder, wie unterhaltend es heute in der Gallerie war; eine grosse schöne Frau ging, die Gemälde zu betrachten, und wie sie ging, sahen alle Maler von ihrer Arbeit und ihr nach. Alle, so schien es, vergassen ihre Ideale über den Anblick – 'Und wer war die Zauberin?' – Ach, da nennt er sie, und von dem Augenblicke weiss ich nicht, wo ich bin und wie mir geschieht. Diese Menschen vergessen über ihre Erscheinung ihre Ideale, und ich, der die ganze Gotteit dieses Weibes kennt und fühlt – ich soll sie vergessen, über dem, was ihr Ideal der Kunst nennt! –"
"Ich habe dir lange nicht geschrieben, ich werde dir auch wohl nicht viel mehr schreiben. Ich fühle mich sehr schwach. In dieser romantischen Gegend bin ich sehr gern, diese Verwirrung zerbrochner Felsstücke, einsame Wasserfälle, überall Trümmern und Zerstörung, tut mir sehr wohl. Doch werde ich diese Täler bald verlassen und wieder nach D. gehen. Ich muss in die Welt, in diesen Einöden bin ich nicht einsam genug, und einsam muss ich doch sein, wenn ich ihr mein Wort halten und leben und dichten will – darum will ich zurück zu den Menschen."
Gegen den Herbst verliess er D. und ging an den Rhein. Von hier schrieb er selten; aber seine ganze Stimmung drückt sich in folgenden Worten eines Briefes ganz aus, die ich nie vergessen werde: "Vorige Nacht sass ich oben bei dem schloss der Gisella und sah unter mir den Rhein und in den dunkeln Fluten den Mond und die Gestirne abgespiegelt und von den schäumenden Wellen gegen die Felsen geworfen, als würden sie zertrümmert. Sieh, so steht die Tugend und die Schönheit ewig unverrückt und nur ihr Abglanz wird von unserm dunkeln