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indem sie mich fortzog:

"Sehen Sie, wie ich zanken kann, sollte man sich es vorstellen? Sie sind wirklich erschrocken, dass das, was ich Ihnen gestern von meinen grundsätzen sagte, mein Ernst zu sein scheint. – Gott weiss, woher ich die Grundsätze habe, sie sind, glaube ich, meine natur; ich glaube, es sind solche, die man nicht für Grundsätze hält, und das ist das Beste." –

Sie hing an meinem Arm, und lief mit mir die Terrasse herab. Violette und Flametta begegneten uns, und die Gräfin führte uns alle nach dem Teich.

"Sie sollen mich nun auch nach meinem politischen Glauben kennenlernen", sagte sie, als wir an den baufälligen Kahn kamen. Sie machte Anstalt hineinzusteigen. –

"Er wird uns nicht alle tragen." –

Die Kinder sprangen mit ihr hinein.

"Nun, mein Kind," sagte sie freundlich zu mir, "willst du allein draus bleiben, adieu, so fahr ich fort." –

Sie sagen das so liebenswürdig – "Und wenn wir miteinander untergehen, wär es ein freundlicher Tod." –

Mit diesen Worten stieg ich in den Kahn, die Gräfin ruderte, und sagte:

"Dies ist meine ganze Seemacht, ich wollte Sie mit meinem politischen Glauben bekannt machen, auf der Insel wird sich es aufweisen: – damit Sie sich aber zuerst etwas abhärten, wollen wir einmal um den Teich fahren. Violette, singe ein Liedchen!" –

Violette sang folgendes Lied: –

Zu Bacharach am Rheine

Wohnt eine Zauberin,

Sie war so schön und feine

Und riss viel Herzen hin.

Und brachte viel zu schanden

Der Männer rings umher,

Aus ihren Liebesbanden

War keine Rettung mehr.

Der Bischof liess sie laden

Vor geistliche Gewalt

Und musste sie begnaden,

So schön war ihr Gestalt.

Er sprach zu ihr gerühret:

"Du arme Lore Lay!

Wer hat dich denn verführet

Zu böser Zauberei?"

"Herr Bischof, lasst mich sterben,

Ich bin des Lebens müd,

Weil jeder muss verderben,

Der meine Augen sieht.

Die Augen sind zwei Flammen,

Mein Arm ein Zauberstab

O legt mich in die Flammen!

O brechet mir den Stab!"

"Ich kann dich nicht verdammen,

Bis du mir erst bekennt,

Warum in diesen Flammen

Mein eigen Herz schon brennt.

Den Stab kann ich nicht brechen,

Du schöne Lore Lay!

Ich müsste dann zerbrechen

Mein eigen Herz entzwei."

"Herr Bischof, mit mir Armen

Treibt nicht so bösen Spott,

Und bittet um Erbarmen,

Für mich den lieben Gott.

Ich darf nicht länger leben,

Ich liebe keinen mehr

Den Tod sollt Ihr mir geben,

Drum kam ich zu Euch her. –

Mein Schatz hat mich betrogen,

Hat sich von mir gewandt,

Ist fort von hier gezogen,

Fort in ein fremdes Land.

Die Augen sanft und wilde,

Die Wangen rot und weiss,

Die Worte still und milde,

Das ist mein Zauberkreis.

Ich selbst muss drin verderben,

Das Herz tut mir so weh,

Vor Schmerzen möchte ich sterben,

Wenn ich mein Bildnis sehe.

Drum lasst mein Recht mich finden,

Mich sterben wie ein Christ,

Denn alles muss verschwinden,

Weil er nicht bei mir ist."

drei Ritter lässt er holen:

"Bringt sie ins Kloster hin;

Geh, Lore! – Gott befohlen

Sei dein berückter Sinn.

Du sollst ein Nönnchen werden,

Ein Nönnchen schwarz und weiss,

Bereite dich auf Erden

Zu deines Todes Reis'."

Zum Kloster sie nun ritten,

Die Ritter alle drei,

Und traurig in der Mitten

Die schöne Lore Lay.

"O Ritter, lasst mich gehen

Auf diesen Felsen gross,

Ich will noch einmal sehen

Nach meines Lieben Schloss.

Ich will noch einmal sehen

Wohl in den tiefen Rhein,

Und dann ins Kloster gehen

Und Gottes Jungfrau sein."

Der Felsen ist so jähe,

So steil ist seine Wand,

Doch klimmt sie in die Höhe,

Bis dass sie oben stand.

Es binden die drei Ritter

Die Rosse unten an,

Und klettern immer weiter

Zum Felsen auch hinan.

Die Jungfrau sprach: "Da gehet

Ein Schifflein auf dem Rhein,

Der in dem Schifflein stehet,

Der soll mein Liebster sein.

Mein Herz wird mir so munter,

Er muss mein Liebster sein!" –

Da lehnt sie sich hinunter

Und stürzet in den Rhein.

Die Ritter mussten sterben,

Sie konnten nicht hinab,

Sie mussten all verderben,

Ohn Priester und ohn Grab.

Wer hat dies Lied gesungen?

Ein Schiffer auf dem Rhein,

Und immer hats geklungen

Von dem drei Ritterstein:7

Lore Lay, Lore Lay, Lore Lay,

Als wären es meiner drei.

Als wir an der Insel ausgestiegen waren, sagte die Gräfin: "Der Kahn ist so schlecht, aber ich liebe ihn und mag keinen andern, ich bin oft recht vergnügt auf ihm gefahren."

Nun kamen wir an das kleine runde Haus, es war ganz mit Epheu überzogen, auf dem runden dach stand ein geflügeltes Pferd, das sich in die Höhe bäumt, auf ihm ein nackter Jüngling, und vor ihm zwei Liebesgötter, die das Pferd am Zügel niederziehen, auf dem Fussgestell aber war die Inschrift:

Friedrich dem Einzigen

"Sehen Sie meinen politischen Abgott, ich freue mich oft über meinen Witz, ich wollte den neugierigen Baumeister nicht in mein Geheimnis sehen lassen, denn eigentlich