bei denen es Firdevss lautet, und einen Park im eigentlichen Sinne bedeutet, d.i. einen Tiergarten. Die Perser haben es wahrscheinlich aus Indien. 148 S. Bd. 10 149 S m y r n a , bei andern M y r r h a genannt – Ihre Mutter hatte sich gerühmt, schöner als Venus zu sein, und die Göttin rächte das Verbrechen der Mutter an der Tochter dadurch, dass sie dieser eine leidenschaftliche Liebe zu ihrem eigenen Vater einflösste. Vergebens sucht sie die unnatürliche leidenschaft zu unterdrücken, täglich mehr wächst ihre sehnsucht, welken ihre Relze, und sie ist schon im Begriff ihr Leben zu enden, als die mitleidige Amme ihr das schreckliche geheimnis abpresst. Nächtliche Zusammenkünfte werden veranstaltet, und der Vater kennt nicht die, die deckt, ergreift ihn Wut, und mit dem Schwert in der Hand verfolgt er die Unglückliche. In Ermüdung und Angst ruft sie endlich der Götter Mitleid an, und sie wird in eine stand ihres Namens verwandelt (Myrrhe), aus deren Rinde ein wunderschöner Knabe, Adonis, hervorgeht. 150 Vermutlich dachte Lais hiebei an die Helena des Euripides in den Troerinnen, die zu ihrem beleidigten Gemahl sagt: die Göttin strafe, die auch die Götter beherrscht; mir gebührt Verzeihung. 151 S. Bd. 27.
51. Brief.
152 Atenäus hat uns ein ziemlich grosses Bruchstück aus der Anti-Lais dieses sonst unbekannten Dichters im dreizehnten Buch seines beinahe aus lauter Fragmenten zusammengesetzten Gelehrtenschmauses aufbehalten, welches zum Belege alles dessen, was hier von ihm gesagt wird, dienen kann, und wovon eine meisterhafte Uebersetzung in der Abhandlung meines gelehrten Freundes J. über die Griechischen Hetären, im zweiten Hefte des dritten Bandes des Attischen Museums zu finden ist. W.
52. Brief.
153 Wie diese prophetische Vermutung Aristipps vornehmlich in dem goldnen Zeitalter der nie genug zu preisenden Kaiser Hadrian und beider Antonine in Erfüllung gegangen, davon finden sich, unter andern, in Lucians Nigrinus, wo er das damalige Aten mit dem damaligen Rom so treffend contrastiren lässt, sehr schöne Beweisstellen. W.
53. Brief.
154 Anspielung auf eine Anekdote, welche Diogenes der Laërter und Atenäus von Aristipp erzählen, und worüber Cicero in einem Briefe an Pätus (in Wielands Uebersetzung Bd. 5 S. 205) so schreibt: "errötete doch auch der berühmte Sokratiker Aristippus nicht, als ihm vorgeworfen wurde, er habe die Lais. Wahr ist's, sagte er, ich habe sie, aber sie hat mich nicht. Auf Griechisch lässt sich das artiger sagen: versuche du einmal es besser zu übersetzen, wenn du Lust hast." Man hält schon darum diese Replik für unübersetzbar, weil sie im Griechischen nur aus drei Worten
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besteht: εχω, ουκ εχομαι (habeo, non habeor bei Ci
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cero). Ausser dieser Kürze aber liegt ein noch weniger die Anm. von Schütz zu dieser Stelle Cicero's Epp. 4, 435). Dieser Doppelsinn wäre nun hier glücklicher als irgendwo erreicht, aber nicht die Kürze. 155 D.i. gleichgültig gegen ihre Liebe zu bleiben. Hippolytus ist bekannt aus des Euripides Tragödie dieses Namens und aus Racine's, von Schiller übersetzter, Phädra. 156 Von diesem Hauptelden der Ilias wird erzählt, dass wegen einer Weissagung, er werde vor Troja seinen Tod finden, seine besorgte Mutter ihn dem Lykomedes übergeben habe, der ihn, um ihn desto sicherer zu verbergen, in Frauentracht unter seine Töchter mischte. Im Griechischen Lager hatte man indess die Weissagung, dass ohne Achilles Troja nicht erobert werden könnte. Man kundschaftete daher, erfuhr, und sendete Odysseus nach Skyros. Der Listige brachte unter weiblichen Geschenken für die Töchter auch Waffen mit, und bei deren Anblick verriet sich der junge Held. 157 Pausanias wird er im folgenden Briefe nach Atenäus, bei Plutarch Hippolochus, bei andern Eurylochus, Aristonikus und Hippostratus genannt.
55. Brief.
158 Gastgeschenk. Nach Griechischer Sitte wurde jedem gast, wenn er sich wieder entfernte, noch irgend ein kleines Geschenk gegeben.
Dritter Band.
1.
Aristipp an Eurybates.
Ich habe mich gewöhnt mir einzubilden dass es meinen Freunden sehr wohl ergehe, wenn sie mich lange nichts von sich hören lassen, und es wäre mir lieb, wenn sie sich eben dasselbe von mir vorstellen wollten. In der Tat hat die Zeit für niemand schnellere Flügel als für die Glücklichen; und wenn man auch vielbeschäftigte Personen sagen hört, dass ihnen Tage zu Stunden werden, so geschieht diess doch meistens nur, wenn sie sich aus eigener Wahl und mit Dingen, die ihnen in einem hohen Grade wichtig oder angenehm sind, beschäftigen; denn bei arbeiten dieser Art fühlt man sich nicht minder glücklich, ja vielmehr noch glücklicher als im Genuss eines nicht mit Arbeit erkauften Vergnügens. Bei allem dem gestehe ich, lieber Eurybates, wir haben uns beinahe zu viel darauf verlassen, dass wir einander nicht unentbehrlich sind, und wenn wir es noch lange so forttrieben, könnt' es, wiewohl gegen unsre Meinung, doch so weit mit uns kommen, dass wir einander vor lauter Wohlbefinden endlich ganz vergässen. Denke indessen nicht, dass ich mir ein Verdienst daraus machen wolle, dir in Erneuerung unsers Briefwechsels zuvorgekommen zu sein. Du weisst, es ist meine Sache nicht, meinen Handlungen einen gleissenden Anstrich zu geben, und für weiser oder uneigennütziger angesehen sein zu wollen, als wir andern anspruchlosen Leute gewöhnlich zu sein pflegen. Kurz