Erläuterungen zu den Fragmenten des Parmenides, und Schleiermachers Einleitung zu Platons Parmenides in der Uebersetzung von Platons Werken (teil 1. Bd. 2). Antipater und Aristipp haben diesemnach hier kein Urteil gefällt, das einen tieferen blick verriete; Wieland aber – gesetzt auch, dass sein Urteil von dem ihrigen verschieden gewesen wäre – hätte ihnen doch kein anderes in den Mund legen können, denn sie beide gehörten zu der entgegengesetzten Partei, die gegen die eleatische Speculation das zeugnis der Sinne und den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite hat. Wenn sie sich also auf beide beriefen, urteilten sie im Geist ihrer Philosophie, in besonderer Beziehung auf Platon aber ihrer Individualität gemäss, d.i. über seine Untersuchungen dieser Art etwas zu voreilig absprechend, weil sie von natur keine Neigung hatten, sich damit zu befassen. Wieland lässt sich den Aristipp hierüber auf die befriedigendeste Weise aussprechen.
28. Brief.
97 Göttin der Ueberredung. 98 Gott des Reichtums. 99 Plutarch führt in seinem Solon dieses Distichon von ihm an, welches aus den kleinen Gedichten genommen scheint, womit Solon sich in seinem hohen Alter die Zeit vertrieb, und die vermutlich zu Plutarch zeiten noch vorhanden waren:
Εργα δε Κυπρογενους νυν μοι φιλα και Διονυσου
‘ ’
Και Μουσεων, α τι ησ’ ανδρασιν ευφροσυνας
’
100 Luftwandler. Anspielung auf den Aristophanischen Sokrates. 101 Bekanntlich sind mehrere Platonische Dialogen mit Namen von Sophisten bezeichnet: Protagoras, Gorgias, Hippias. Den letzten Namen führen als Aufschrift zwei Dialogen, die man als den grösseren (über das Schöne) und den kleineren zu unterscheiden pflegt. 102 Was Hippias hier in seiner Manier, und in dem Tone, worin er von Plato zu reden gewohnt ist, erzählt, stimmt, der Hauptsache nach, völlig mit der Erzählung des Diogenes Laërtius überein, der sich desshalb auf den Speusipp (in einer Schrift, Platons Begräbnissschmaus betitelt), auf den Klearch (in dessen Lobrede auf Plato) und auf den Anaxilides (im zweiten buch seines, vermutlich historischen, Werks von den Philosophen) beruft. W. 103 Entspricht meist unserm monat Mai. – Der siebente Tag jedes Monats war dem Apollon geweiht, und dieser hiess Hebdomagetas, weil er an einem Siebenten geboren worden (Callim. H. in Del. 251), worüber der Platonischer Proklos sehr tiefsinnige Untersuchungen angestellt hat. – Der seine Spott in dieser Anführung des Hippias kann Keinem entgehen. 104 A m p h i t r y o n , galt für den Vater des Hercules, den aber Zeus mit der Gemahlin von jenem erzeugt hatte. 105 A n t a l c i d a s , ist bekannt durch den Frieden, den er im Namen von ganz Griechenland mit dem Perserkönig im J. 587 v. Chr. abschloss, der Friede des Antalcidas genannt. Für Sparta politisch nicht fehlerhaft, war er für ganz Griechenland verderblich, und brachte in der Folge Sparta und seinen Unterhändler ins Verderben. Dieser raubte sich im Verdruss sein Leben durch Hunger. Nichtsdestoweniger konnte Hippias hier nicht anders urteilen als er geurteilt hat.
29. Brief.
106 Irdische, sinnliche Liebe. 107 Ein Aristiphanisches Wort, um der Sophisten (Pseudo-Philosophen) zu spotten, welche von den Dingen über uns, die man damals Meteoren hiess, mehr schwatzten als sie wussten. W. 108 König von Sparta, über welchen wir noch eine dem Xenophon zugeschriebene eigne Schrift besitzen, hatte den Ioniern gegen Persien mit Glück beigestanden, und würde allerdings späterhin wieder dagegen aufgetreten sein, wenn ihn der Friede des Antalcidas nicht gebunden hätte. 109 Eine Residenz der Persischen Könige in der Provinz Susiana. 110 Führung des Oberbefehls, verbunden mit dem Vorrange über die übrigen Griechischen Staaten, Vorsteherschaft, ein Hauptgrund der Eifersucht zwischen Aten und Sparta, und endlich des Untergangs der Griechischen Freiheit.
30. Brief.
111 Die Insel Kos an der Küste von Karien war berühmt wegen ihrer medicinischen Schule, aus welcher selbst Hippokrates hervorging. Diese Schule zeichnete sich besonders dadurch aus, dass sie auf die bisherigen einzelnen Erfahrungen eine Teorie gründete. 112 Der achte monat des Attischen Jahres, wovon ein Drittel mit unserm Februar, und zwei Drittel mit unserm März zusammentreffen. W. 113 M e l a m p u s , berühmt durch seine Heilung der wahnsinnigen Töchter des Prötos. – Machaon und Podelirius, als ärzte aus der Ilias bekannt, so wie Päeon (der Heilende), den man späterhin mit Apollon verschmolz. – Auch der Centaur Chiron war Wundarzt, und ein Heilkraut wurde sogar nach ihm benannt. 114 Porus, der Gott der Betriebsamkeit, des Erwerbs und des daher entspringenden Reichtums, erzeugte mit Penia, der Göttin der Dürftigkeit, zufolge einer der Dichtungen in Platons Gastmahl, den Gott der Liebe. Bastard wird dieser hier genannt mit einer losen Anspielung auf die dort erzählte Art seiner Entstehung. S. Brief 10 und 12. 115 Δευτεραι φροντιδες (σοφωτεραι) – Die zweiten Gedanken (d.i. diejenigen, die aus überlegung entspringen) sind die weiseren. Ein nicht immer wahres Sprüchwort. 116 Pygmalions, der sich in eine von ihm verfertigte Bildsäule verliebt hatte, welche von der Venus belebt wurde. 117 Ein Korintischer Eupatride, welcher, nach der wahrscheinlichen Berechnung des de la Nauze, in der einundvierzigsten Olympiade sich der Alleinherrschaft über Korint bemächtigte, und sie nach einer dreissigjährigen Regierung seinem Sohne Periander hinterliess. Dieser Kypselus war es, der den sieben weisesten Männern unter seinen Griechischen Zeitgenossen das