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.H. 1. 20., bei welchen Stellen die Erklärer nachsehen können, wer das Genauere darüber kennen will. 146 Diese Anekdoten erzählt Cicero de nat. Deor. 3, 34. und Aelian V.H. 1. 20., bei welchen Stellen die Erklärer nachsehen können, wer das Genauere darüber kennen will. 147 Busiris wird als ein Aegyptischer König genannt, der seiner Grausamkeit wegen verrufen war, und man erzählt besonders von ihm, dass er die Fremden, die in sein Land kamen, schlachtete. Wie es sich eigentlich damit verhalte, ist hier nicht der Ort zu untersuchen. der Einfall des Dionysius entspricht dem von Napoleon, der von einer Apologie Nero's sprach, die, wenn ich nicht irre, auch geliefert worden ist. Einer Lobrede auf Busiris gedenken übrigens die Alten von dem Sophisten Polykrates, von demselben, der auch zur probe eine Anklage-Rede gegen Sokrates verfertigte. 148 Ein wenig bekanntes Volk in Afrika; – Massageten, an der Ostseite des Kaspischen Meeres, nährten sich hauptsächlich von Fischen.

52. Brief.

149 S. die Anm. zu Agatadämon, 2. Buch, 8. Abschn. Bd. 18.

53. Brief.

150 Dass Kleombrot durch Lesung des Platonischen Dialogs Phädon veranlasst worden sei, seinem Leben freiwillig ein Ende zu machen, war aus einem Epigramm des Kallimachus bekannt, welches die einzige Quelle dieser Anekdote zu sein scheint. Denn Cicero, welcher derselben im 34. Kapitel des 1sten buches seiner Tusculanischen gespräche Erwähnung tut, beruft sich auf dieses Epigramm, und alle andern, die dieser Begebenheit erwähnen, oder über sie räsonniren, sind um mehrere Jahrhunderte später, und scheinen das, was sie davon wissen, entweder aus dem Griechischen Dichter selbst, oder aus dem Römer geschöpft zu haben. Das Epigramm des Kallimachus lautet: Ε’παςλιε χαιρε Κλεομβροτος ωμβρακιωτης ι Η ‘´

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ηλατ’ αφ’ υψηλου τειχεος εις αϊδην,

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’Αξιον ουτι πα ων ανατου κακον, αλλα Πλατωνος

εν το περι ψυχης γραμμ’ αναλεξαμενος. Rufend Sonne fahr' wohl! sprang von Ambraciens

hohen

Mauern Kleombrotus einst rasch in den Hades hinab; Nicht als hätt' er etwas des Todes Wertes erlitten, Bloss weil er Platons Schrift über die Seele durchlas. Der Phädon (welcher vermutlich gemeint ist) hätte also bei diesem Jünger des Sokrates völlig das Gegenteil von dem gewirkt, was er auf den Philosophen Olympiodorus wirkte, der in seinem Commentar über diesen Platonischen Dialog versichert: er würde sich schon lange ums Leben gebracht haben, wenn ihn Plato nicht von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt hätte. Es wird wohl immer eine unauflösliche Frage bleiben, ob die Worte des Epigramms, "αξιον’ ουτι πα ων" u.s.f. nur eine Vermutung des Dichters sind, oder sich auf irgend ein besonderes historisches zeugnis gründen. Dass Kleombrot sich zu Ambracien (gleichviel ob von der Stadtmauer oder von einer Felsenspitze) ins Meer gestürzt habe, weil er Platons Phädon gelesen, scheint Tatsache zu sein: dass er es aber aus ungeduldigem Verlangen, sich von der Wahrheit der im Phädon vorgetragenen Lehre zu überzeugen, getan habe, ist wenigstens ungewiss, und bei weitem nicht so wahrscheinlich als die Ursache und Veranlassung, die in dem vorliegenden Briefe angegeben wird. So dünkt es wenigstens mir; jedem sein Recht, die Sache anders zu sehen, vorbehalten. W.

Die hinter Kunst versteckte Bitterkeit in dem Vorwurfe Platons hat vor Wieland schon Demetrius der Phalereer auseinander gesetzt (de elocut. §. 306). Wieland lässt, entschuldigend, den Kleombrotos allein von dem Vorwurfe getroffen werden, und reinigt den Aristipp gänzlich von der Beschuldigung. "Dirschreibt Kleombrottat das verleumderische Gerücht Unrecht! Dich hatte die Pflicht nach Cyrene abgerufen!" Mit dieser Behauptung steht keine in einem grellern Contrast als die von Meiners, welcher (geschichte d. Wiss. in Griech. und Rom II. 649. Anm.) sagt: "Aristipp unterbrach sein Wohlleben auf der Insel Aegina keinen Augenblick, um seinem Lehrer in den Gefahren und zur Stunde des Todes beizustehen, ungeachtet er nur um 200 Stadien von ihm entfernt war." Wären die von Leo Allatius herausgegebenen Briefe der Sokratiker ächt, so würde der 16te in dieser Sammlung doch nur beweisen, dass Aristipp wirklich in Aegina gewesen, aber gar nicht auf die Art, wie Meiners angibt. Woher hat er nun diess erfahren? Er beruft sich auf Diogenes den Laerter; der aber sagt 3, 36.: "Platon war gegen Aristipp feindselig gesinnt; in seiner Schrift von der Seele macht er ihm daher bösen Leumund, indem er sagt, dass er bei des Sokrates tod nicht zugegen, sondern in Aegina, nahe genug, gewesen sei." In der Stelle aber, welche Meiners selbst anführt 2, 65 (der vorigen gedenkt er nicht), heisst es bloss: "Xenophon war dem Aristipp abgeneigt; auch Teodoros in seiner Schrift über die Secten verlästerte ihn (εκακισεν), und Platon in seiner Schrift über die

Seele, wie ich anderwärts gesagt habe," – nämlich in der vorigen Stelle. Vergebens beruft sich Meiners dabei auf Menage (et ibi Menag.), denn ich finde nicht, dass dieser ein Wort weiter hinzufügt, sondern nur dass er von der ersten Stelle auf die zweite, und von der zweiten auf die erste verweist. So leicht hat sich also Meiners die Verlästerung Aristipps gemacht