gehabt haben müsste, als sie mit dem Alcibiades während seiner Verborgenheit in einem Phrygischen dorf lebte. Die Lais, welche eine Tochter der Timandra gewesen sein soll, müsste also, wofern die Sage Grund hätte, eine von den spätern Laissen gewesen sein, die diesen durch die erste Lais so berühmt gewordenen Namen, vielleicht der guten Vorbedeutung wegen, angenommen haben mögen. W. 114 Das Geschäft der alten Rhapsoden war, die Gesänge Homers und a. zu recitiren und mit begeisterten Vorträgen zu begleiten. Ion, einer der berühmtesten jener Zeit, ist durch einen Dialog Platons verewigt, der seinen Namen führt, und voraus man die alten Rhapsoden sich am lebhaftesten vergegenwärtigen kann.
37. Brief.
115 Sonnengott. 116 Meeresgöttin. 117 Der fanatische, dem Wahnsinn ähnliche Zustand, worein (wie die Alten glaubten) diejenigen gerieten, die eine Nymphe unversehens ansichtig wurden.
38. Brief.
118 Diese grosse und mächtige Stadt auf der östlichen Küste von Sicilien, mit drei Häfen, von denen zwei durch die Insel Ortygia getrennt waren, die eins der Quartiere der Stadt ausmachte, war gegen 700 Jahre v. Ch. durch Colonisten aus Korint gegründet worden. Ihre Verfassung war ursprünglich aristokratisch, und bestand über 200 Jahre glücklich. Nun aber wurden die alten Landeigentümer von denen, die an dem Landeigentum keinen Anteil hatten, vertrieben, und es entspann sich daraus ein lange dauernder, nur zuweilen unterbrochner Krieg, während man zugleich gegen Cartago's Uebermacht zu kämpfen hatte. Diess gab den Feldherren so grosse Macht, dass es ihnen nicht schwer fiel, die Alleinherrschaft an sich zu bringen. Gegen das Jahr 478 erhielt sie der treffliche Gelon, dem sein Bruder Hieron folgte, gefeiert durch Pindars Hymnen und Xenophons Lobschrift, jedoch als Fürst keineswegs so ruhmwürdig als sein Bruder. Unter dem dritten Bruder wurde die Demokratie wieder hergestellt, während deren etwa sechzigjähriger Dauer das Project des Alcibiades gegen Sicilien ausgeführt wurde. Kaum war dieses glücklich vernichtet, als eine neue grössere Gefahr von Cartago her drohte, welche Dionysius I schlau benutzte, um den umgestürzten Tron für sich wieder herzustellen. Er regierte von 407–367 v. Chr. 119 Agrigent auf der südlichen Küste von Sicilien war nach der Eroberung durch die Cartager gänzlich ausgeplündert, und alle Kostbarkeiten auch aus den Tempeln waren nach Cartago gebracht worden. 120 Auch Plutarch legt dieses Wort dem Dionysius in
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den Mund: Και το του Διονυσιου αλη ες εστι. Εφη
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γαρ απολαυειν μαλιστα της αρχης, οταν ταχεως α
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βουλεται ποιη. ΠΡΟΣ ‘ ΓΕΜ. ΑΠΑΙΔ. pag. 368. (Opp. Moral. edit. Xylandri.) Aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden ist mir klar, dass der gute Plutarch (dem es bloss darum zu tun war, bei dieser gelegenheit eine, wiewohl sehr alltägliche, moralische Lehre anzubringen) die Meinung des Dionysius eben so unrichtig gefasst habe als die Syrakusischen Herren, mit welchen Aristipp hier diskutiert. Der natürlichste Sinn dieses Fürstenworts, oder vielmehr der einzige, den es ohne Verdrehung und Deutelung darbietet, scheint derjenige zu sein, welchen Aristipp darin gesehen hat. W.
39. Brief.
121 S. Diod. Sic. 13, 112.
43. Brief.
122 Gesetzgeber.
44. Brief.
123 Anspielung auf die Reise der Homerischen Götter zu den unsträflichen Aetiopen an des Okeanos zwölf Tagen zu dem Olymp zurückkehrten. Wem es um Erklärung zu tun ist, der sehe Dorneddens "Neue Teorie zur Erklärung der Griechischen Mytologie." 124 Sie lautete wie sie im Tempel der Demeter, als dem staates-Archiv, aufbewahrt wurde, so: diese Klage hat angestellt und beschworen Melitos, des Melitos Sohn der Pitteer gegen Sokrates des Sophroniskos Sohn aus dem Alopekischen Demos. Sokrates handelt gegen die gesetz, indem er die Götter, die der Staat für solche hält, nicht glaubt, sondern andre neue Dämonien einführt. Er handelt ferner gegen die gesetz, indem er die Jünglinge verderbt. Die Strafe sei der Tod. 125 Bei dieser ganzen Untersuchung dient zu einer vorzüglichen Erläuterung die Abhandlung über den Process des Sokrates in der Bibliotek der alten Literatur und Kunst (von Heeren und Tychsen). Im zweiten Stücke S. 5. fgg. wird der dunkle Punkt beleuchtet, bei welchem Gerichtshof Sokrates angeklagt worden sei. Sonst, heisst es, glaubte man gewöhnlich, dass er vor dem Areopagus gerichtet sei, und es sind für diese Meinung viele Gründe. Der Areopag war gleichsam das höchste Polizei-Collegium in Aten, das über die Sitten und Aufführung der Bürger, besonders der Jünglinge, die Aufsicht hatte. Da S. vorzüglich als Jugendverderber angeklagt ward, so scheint diese Sache am natürlichsten vor diesen Gerichtshof zu gehören. Auch urteilte der Areopag über Neuerungen, und richtete, ausser den Blutsachen, besonders in Sachen, die die Religion betrafen. Plutarch erzählt, Euripides habe nicht laut sagen dürfen, dass er die Götter des volkes läugne, aus Furcht vor der Ahndung des Areopagus; und ebenso sagt Justin der Märtyrer, dass Plato wegen seiner neuen Lehre von Einem Gott den Areopag gefürchtet habe. Ferner beruft man sich auf die Beispiele Teodors des Ateisten und des Apostels Paulus, die beide vor dem Areopag belangt wurden; der letztere aus eben dem grund wie Sokrates, weil er neue Götter lehrte. Allein so scheinbar einige dieser Gründe sind, so sind dagegen Schwierigkeiten, die sich nicht heben lassen. Die Zahl der Richter, die in der Sache des Sokrates sassen,