diesem Falle würde Phidias sich beeifert haben, der Arbeit seines Lieblings den Vorzug zu verschaffen, und also das, was er für Alkamenes getan haben soll, vielmehr zum Vorteil des Agorakritus getan haben. Eine von diesen beiden Sagen (deren auffallenden Widerspruch der Römische Compilator nicht zu bemerken scheint) muss also notwendig grundlos sein; und so ist es um die meisten, wo nicht um alle die Sagen beschaffen, die unter den Griechen über ihre vorzüglichsten Personen beiderlei Geschlechts herumliefen. Das Schlimmste ist, dass beinahe alles vorgeblich Historische, was uns die alten Biographen, Anekdotensammler und Compilatoren, Diogenes von Laërte, Atenäus, Suidas u.s.w. von diesen Personen erzählen, aus solchen Sagen besteht, welche grösstenteils aus der unreinen Quelle der alten Komödien- und Sillen-Schreiber geflossen zu sein scheinen. W. 14 Freundin, bei uns – Freudenmädchen. Dass sie in der Venus (Aphodite) war, unter dem besonderen Schutze dieser Göttin standen, erinnert an die Sitte orientalischer Handelsplätze, wo es zum Tempeldienst gehörte, dass die Jungfrauen ihre Jungfräulichkeit einem – Fremden opferten, wofür die Einkünste in den Tempelschatz flossen. 15 Die Auftauchende, heisst Venus, weil sie aus dem Meer entsprang, und als neugeborne Göttin zum Entzücken des ganzen Olymps daraus emporstieg. Eins der schönsten Gemälde des Apelles war unter diesem Namen bekannt. 16 E p o p t e n , hiessen diejenigen, die nach gehöriger Vorbereitung zum Anschauen der grossen Mysterien zugelassen worden. W. 17 I r i s (Regenbogen) – Die Votin der Götter und insbesondere Dienerin der Götterkönigin – für Zofe überhaupt gebraucht. W. 18 Eine unter dem König Darius zuerst geprägte. Persische Goldmünze, ungefähr vier Taler sechs oder acht Groschen unsers Geldes wert. W.
4. Brief.
19 S. Wielands erste Anmerkung zu Horazens sechstem Brief im ersten buch. 20 Sieg – Durch die Siege bei Maraton und Salamin retteten die Griechen ihre Freiheit, die von Persiens Uebermacht bedroht war. 21 Nach denen die alle vier Jahre sich erneuernden Olympiaden als die gewöhnliche Zeitrechnung der Griechen angenommen wurden, sind nach Einigen von Jupiter selbst oder den Kureten gestiftet, und nach einer Unterbrechung erst von Hercules, dann von Pelops, und zuletzt von Iphitus und Lykurgus, gegen 800 Jahre v. Chr. erneuert. Des Iphitus Verordnungen darüber waren auf einem Diskus eingegraben, den man im Junotempel zu Olympia aufbewahrte. Fünf Tage in unserm monat Julius waren dazu bestimmt, die ersten zum Ringen und Faustkampf, der dritte zu den sogenannten Fünfkämpfen (Pentatloi), Ringen, Faustkampf, Laufen, Werfen der Wurfscheibe (Diskus) und des Wurfspiesses, der vierte zum Wettlaufe zu Fuss und zu Ross, der fünfte zum Wagenrennen. Die Beschuldigungen, welche Aristipp hier vorbringt, sind allerdings durch manche Zeugnisse bestätigt, und doch war. 22 Man sehe Manso's Abhandlung über den Anteil, welchen die Griechen an den Olympischen Spielen nahmen, in der N. Bibl. der sch. Wiss. Bd. 47. Vergl. Böttigers Kunstmytologie S. 55. Abgerechnet alles, was sie als eine National-Versammlung wichtig machte, hatten sie auch im Geist ihrer Einrichtung viel Aehnliches mit den Turnieren, und verschafften einen Gottesfrieden, den man sogar symbolisch angedeutet hatte, denn beim Eintritt in den Tempel Jupiters erblickte man zur Rechten die Bildsäule des Iphitus, den die Ekechereia bekränzte, d.i. der Stillstand aller Feindseligkeiten zwischen allen Griechen, welcher während dieser Tage eintrat. Nichtsdestoweniger hätte man vieles zweckmässiger einrichten können; dachte aber vielleicht daran, dass das Alte den Meisten heilig und das Gewohnte das Liebste ist; kurz, wie der Eleer, welchen Wieland nachher einführt. 23 E r y x – ein gewaltiger Sicilischer Faustkämpfer (pyktes) der heroischen Zeit, welcher zuletzt, von Hercules überwältigt, dem Berge Eryx in Sicilien, wo er begraben wurde, den Namen gab. W. 24 "Der schönste der Männer, die gegen Ilion zogen." Il. II. 671. W. 25 Ein seiner Schönheit und Stärke wegen berühmter Atlet. W. 26 C e s t u s , hiess bei den Römern eine Art von Fechtandschuh aus dicken rindsledernen Riemen um den Arm und die Faust gewunden (auch wohl mit Blei gefüttert), womit die Faustkämpfer (Pikten) ihre hände bewaffneten. Die Griechen nannten diess χειρες ωπλισμεναι, ohne einen besonderen Namen für den ‘ Cestus zu haben. W. 27 Die Griechen nannten alle nicht Griechisch redenden Völker Barbaren, ohne auf ihre mehrere oder mindere kultur und Policirung dabei Rücksicht zu nehmen; wiewohl sie sich auch hierin grosser Vorzüge über die übrigen Erdebewohner bewusst waren, und mit einer gewissen Verachtung auf alle Nicht-Griechen herabsahen. W. 28 A t h l e t e n , hiessen mit einem gemeinsamen Namen alle Wettkämpfer, welche bei öffentlichen Spielen in den fünferlei Kampfübungen, die unter dem pentatlos begriffen waren, um den Preis stritten; in engerer Bedeutung des Wortes wurden vorzüglich die Pankratiasten, d.i. die Ringer und die Fechter mit dem Kampfhandschuh (cestus), Atleten genannt. W. 29 S. oben Atleten. 30 Die Pytischen, wurden alle 5 Jahre dem Apollon, – die zu Nemea, die Nemeischen, alle 2 Jahre Jahre dem Poseidon zu Ehren gefeiert. 31 S. die folgende Anmerkung. 32 Die Hellenen oder eigentlich sogenannten Griechen erkannten den Deukalion (einen Tessalischen Fürsten, der ungefähr 1500 Jahre vor der