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dass der gute dünne Stamm-Herbstflor womöglich anders wiederkäme, als er ausgezogen war; und eben aus solchen Gründen war von jenem dem Deutsch-Herrn heimlich aufgetragen, dergestalt über alle seine Freuden und Leiden als maitre de plaisirs-zumal bei maitresses des plaisirszu walten und zu wachen, dass man damit zufrieden wäre. War inzwischen Abiturient schon als Fötus eingesessen, so wurde' er leider gar zum punctum saliens ausgeschliffen zurückgefahren, besonders da er durch mehrere Bocksund andre Sprünge durch den Reif der Lust verdorben war zu einem Rittersprunge. Es kann möglich sein, dass der Deutsch-Herr der Verjüngung des Fürsten zu sehr entgegenging; ja er kanns der jungmachenden Wunderessenz des Marquis d'Aymar58 nachgetan haben, welche eine alte unschuldige Dame, die vom Elixier mehr versalbte, als gegen ihre Jahre nötig war, durch das übermässige Verjüngen zum kleinen kind einzog. – – Kurz durch diesen Kreuzzug hinter dem Kreuzherrn Bouverot wird einmalwie öfters durch Kreuzzügeder Hohenfliesser Fürstensessel offen zu rechter Zeit, und Haarhaar setzt sich darauf

Ich gestehe ungern, dass Albano anfangsweil bei aller seiner Scharfsicht seine Reinheit ebenso gross wardas Faktum nur verworren fasste; als er es aber begriff, war es für ihn pharmazeutisches Manna, wie für Schoppe israelitisches. "Der Kreuzherr" (sagte dieser)"trägt sein Kreuz nicht umsonstes tut ihm ebensoviel Dienst wie den Häusern in Italien ein darangeschmiertes, es darf beide keine Seele anpissen, ob mans gleich in Rom vor jedem Vorzimmer mag."

Nicht lange darnach gingen unsre drei Freunde in der Stunde, wo die Wagen lärmend zum Tee und Spiele rollen, auf der Gasse, als man vor ihnen eine Sänfte mit dem Sitze rückwärts, worin gleichwohl jemand sass, vorübertrug. "Du heiliger Vater!" (rief Schoppe) "da drinnen sitzt der leibhafte Zefisio aus Rom, der mich irgendeinmal durchprügeln muss." – "Leise, leise!" (sagte Augusti) "das ist der deutsche Herr; Zefisio ist sein arkadischer Name59." – "Nun, so freu' ich mich desto mehr, dass ich mit der Rotnase einmal herzlich schlecht umsprang", sagt' er und kehrte um und begleitete mit untergesteckten Armen die Sänfte fast zehn Schritte weit, um den Vogel des Bauers besser zu beschauen, bis dieser die Vorhänge vorriss. Albano ertappte darin im Vorübereilen nur einen scharfen, gleich einem Dolche gezognen blick und einen rotglimmenden Nasenknopf. –

Schoppe kam wieder und erzählte die Händel in Rom. Nämlich gegen alle Todsünder, Blutschuldner und Sündenbälge trug er keinen so bittern Ingrimm als gegen Professions-Bankhalter, Croupiers und Grecs; er sagte, hätt' er ein Raupeneisen, womit er dieses Gewürm von der Erde wegschaben, oder eine Kochenille-Mühle, worin er es zerknicken könnte, er tät' es ganz lustig; "O Himmel," (rief er dann aus) "hielt' ich vollends über den ringelnden verwickelten Wurmstock gerade meinen ausgestreckten Fuss (und wäre auch das Podagra daran), freudig stiess' ich ihn darein und träte den Bettel aus." – Was er aber konnte, tat er. Da er sein eigner Reisediener und eine in ganz Europa hin- und herfahrende Lauferspinne war: so hatte' er recht oft die Freude, diese Pharao-Blattwickler und Blattminierer unter die Finger zu bekommenihr Schein-Genosse zu werdenihre Kriegslisten einzulernenund dann irgendein Feuerrad in ihre zischende Schlangenhöhle zu rollen. Ich bin nicht näher unterrichtet, ob man es in Leipzig weiss, wer der Rädelsführer war, der vor kurzem in der Messe eine Vexier-Polizei mit Schein-Stadtknechten spielte und eine Bank aufhob; – wenigstens waren die Bankiers darüber irrig, weil sie den andern Tag der wahren Polizei aufwarteten und um einige Indulgenzen und UnRechtswohltaten anbettelten; aber ich bin hier imstande, den Diebsfänger zu nennen: Schoppe war es gewesen. – – Die Beute legt' er meistens zu neuen Fladderminen unter Pharao-Tischen an.

Mit Zefisio hatte' er es anders gekartet. Er trat vor dessen Bank und sah einige Minuten zu und belegte endlich ein Blatt mit einem Schildlouisd'or. Es gewann, und er zeigte hinter der Karte eine lange Rolle von Louis. Bouverot wollte diese Rolle nicht bezahlen; "er habe" (sagt' er) "nichts gesehen." – "Wozu sitzt Ihr Croupier denn dort?" sagte Schoppe und erklärte sie für Betrüger, wenn sie nicht zahlten. Man zahlte ihm, um grösseren Schaden zu vermeiden, den Gewinst. Er nahm ihn kalt und schied mit den Worten an die Pointeurs: "Meine Herren, Sie spielen hier doch mit ausgemachten Betrügern; aber bloss weil ich sie kenne, haben sie mich bezahlt." Unter dem Steifund Blasswerden der Interessenten ging er langsam mit seiner breitschultrigen gedrungnen Figur und mit seinem Knotenprügel unversehrt davon. –

Augusti wünschte von Herzender Verfolgung wegen –, dass Bouverot den Bibliotekar nicht mehr kenne. Zu haus fanden sie eine Einladung vom Minister auf Tee und Souper; "die arme Tochter!" (sagte Augusti) "Dieses Bouverot wegen muss die Halbblinde morgen an die Tafel." – – Indes sieht sie doch unser Jüngling endlich wieder, und nur ein Frühlingstag sondert ihn vom teuersten Wesen ab! – Hat Augusti recht: so trifft meine Bemerkung hier ein, dass ein guter Filou immer der motivierende Hecht wird, der den frommen Karpfensatz der