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Zackenblättern und grossem breiten Laube zugleich gewölbt, und ein verwirrendes weisses Licht, halb von hereinschäumenden Strahlen lebendig verspritzt und halb aus Lilien nur als weisser Staub angeflogen, zog das Auge in einen trunknen SchwindelZesara trat geblendet hinein, und indem er rechts nach dem einregnenden Feuer sah, fand er Speners Auge scharf links gehefteter blickte hin und sah im Vorübereilen einen alten Mann, ganz dem verstorbnen Fürsten ähnlich, in eine Nebenhöhle schreitenseine Hand zuckte erschrokken, Speners seine auchdieser drang eilig weiter hinabund endlich glänzte eine blaue gestirnte Öffnungsie traten hinaus.....

Himmel! ein neues Sternengewölbeeine blasse Sonne zieht durch die Sterne, und sie schwimmen ihr spielend nachunten ruht eine entzückte Erde voll Schimmer und Blumen, ihre Berge laufen leuchtend am Himmelsbogen hinauf und beugen sich herüber nach dem Siriusund durch das unbekannte Land wandeln Entzückungen wie Träume, worüber der Mensch vor Freude weint.

"Was ist das? Bin ich in oder über der Erde?" (sagte Albano erstaunt und flüchtete das irrende Auge auf das Angesicht eines lebendigen Menschen) – "ich sah einen Toten." – – Viel liebreicher als vorher antwortete der Greis: "Das ist Lilar, hinter uns ist mein Häuschen." Er erklärte den mechanischen Schein110 des Hinabsteigens. "Hier stand ich nun schon so viel tausendmal und ergötzte mich herzinniglich an den Werken Gottes. – Wie sah die Gestalt aus, mein Sohn?" – "Wie der tote Fürst", sagte Alban. Betroffen, aber fast gebietend sagte Spener leise: "Schweig wie ich bis zu seiner Zeiter war es nichtdein Heil und vieler Heil hängen darangehe heute nicht mehr durch den gang."

Albano, durch den ganzen sonderbaren Tag halb entrüstet, sagte: "Gut, so geh' ich durch den Tartarus zurück. Aber was bedeutet das Geister-Wesen, was mich überall verfolgt?" – "Du hast" (sagte der Alte, ihm liebend und erquickend auf die Stirn die Finger legend)" lauter unsichtbare Freunde um dichund verlasse dich überall auf Gott. Es sagen so viele Christen, Gott sei nahe oder ferne, seine Weisheit und seine Güte erscheine ganz absonderlich in einem Saeculo oder in einem anderndas ist ja eitel Trugist er nicht die unveränderliche ewige Liebe, und er liebt und segnet uns in der einen Stunde nicht anders als in der andern?" Wie wir die Sonnenfinsternis eigentlich eine Erdfinsternis nennen sollten, so wird nur der Mensch verfinstert, nie der Unendliche; aber wir gleichen dem volk, das der Verfinsterung der Sonne im wasser zusieht und dann, wenn dieses zittert, ausruft: seht, wie die liebe Sonne kämpft!

Albano trat in die Einsamkeit der reinlichen geordneten wohnung des alten Mannes nur beklommen, weil in der heissen Asche seines Vulkans alles üppiger trieb und grünte. Spener zeigte von seinem Bergrükken hinüber auf das sogenannte "Donnerhäuschen"111 und riet ihm, es diesen Sommer zu bewohnen. Albano schied endlich, aber sein bewegtes Herz war ein Meer, in welchem die Morgensonne glühend noch halb steht und in welches sich in Abend ein bleifarbiges Gewitter taucht und das glänzend schwillt unter dem Sturm. Er sah aus der Tiefe nach dem nachblickenden Greise hinauf; aber er hätte sich heute kaum gewundert, wenn dieser versunken oder aufgestiegen wäre. In zornig-mutigen Entschlüssen, für seine Liebe, wornach kalte hände griffen, mit seinem Leben zu bürgen und zu opfern, schritt er durch den vom Vergrösserungsspiegel der Nacht zum schwarzen Riesen-Tross aufgezognen Tartarus ohne alle Furcht; so ist die Geisterwelt nur ein Weltteil unserer inneren, und das Ich fürchtet nur das Ich. Da er vor dem Altare des Herzens in der stummen Nacht, wo nichts laut war als der Gedanke, stand, so riet ihm der kühne Geist einige Male, den alten Toten zu rufen und laut zu schwören bei seinem Herzen voll Staub; – aber als er zum schönen Himmel aufsah, wurde sein. Herz geheiligt, und es betete nur: "O guter Gott, gib mir Liane!" –

Es wurde finster, die Wolken, die er für glänzende, in den Himmel herübergebogne Gebirge einer neuen Erde genommen, hatten den Mond erreicht und düster überzogen.

Dreizehnte Jobelperiode

Roquairols LiebePhilippica gegen die Liebhaber

die GemäldeAlbano Albanidas harmonische

tête-à-têtedie Blumenbühler Reise

60. Zykel

Aus den Tropfen, welche die Harmonika aus Rabettens Herzen gezogen hatte, bereitet der alte Zauberer, das Schicksal, wie andere Zauberer aus Blut, vielleicht finstere Gestalten; denn Roquairol hatte es gesehen und sich über das Gefühl eines Herzens verwundert, das bisher mehr arbeiten als Romane in Bewegung gesetzt hatten. Nun trat er ihr mit Anteil näher. Er hatte seit der Nacht des Schwurs sein Herz aus allen unwürdigen Ketten gezogen. In dieser Freiheit des Sieges ging er stolzer einher und streckte die arme leichter und sehnsüchtiger nach edler Liebe aus. Er besuchte jetzt seine Schwester unaufhörlich; aber er hielt noch an sich. Rabette war ihm nicht schön genug neben der zarten Schwester, eine Bandrose neben einer von van der Ruysch; sie sagte selber naiv, sie sehe mit ihrer Dorf-Farbe im weissen Linon wie brauner Tee in weissen Tassen aus. Aber in ihren gesunden, noch nicht von tragischen Tropfen mattgebeizten Augen und auf den frischen Lippen glühte Leben,