, als ihm gemeldet wurde, man vernehme von weitem das Pferdegetrappel von einem nicht unbedeutenden KavallerieCorps. – Er zog seine Leute zusammen und schwenkte sich links in ein Buschholz, welches er kaum erreicht hatte, als die Reiterei auf der Heerstrasse näher herbeikam. Seine Gesellen waren schussfertig, die Hunde lagen schweigend auf der Lauer. Fernher blinkten ihnen brennende fackeln entgegen.
"sonderbar!" murmelte Lodovico, – "ein Kavallerie-Detaschement reitet doch sonst nicht mit fackeln einher."
Der Zug kam näher. Es waren zwölf Reiter, die einen mit Maultieren bespannten Wagen umgaben. Einige trugen fackeln, und alle waren schwarz, genauso vermummt wie jener Schwarze, Lodovicos Schrecken und Rinaldos Gegner.
Jetzt waren sie dem Buschholze nah, welches Rinaldo verliess und dem zug mit gespanntem Rohre in den Weg trat. Hinter ihm standen Lodovico, Luzo, Jordano und noch zwei andere ihrer Gesellen schussfertig. Der Überrest des Corps nahm den Zug im halben Zirkel, rechts in die Flanke.
"Haltet an!" – donnerte ihnen Rinaldo entgegen. – "Hier steht ein Mann, der euch näher kennenlernen will."
"Wer ist der Mann?" – fragte der Anführer. – "Wer ist er, der uns Befehle geben kann? Uns Gefürchteten? Uns schreckbar Gewaltigen?"
"Nennt euch, wie ihr wollt", – sagte Rinaldo. – "Ich habe euch einen Namen entgegenzusetzen, der Staaten erschüttert, und die Mündungen meiner Kugelbüchsen liegen euch Gewaltigen und Gefürchteten entgegen. Ich bin Rinaldini."
"Dieser", – antwortete jener, – "ist der Mann nicht, der uns schrecken kann, ist nicht der Gewaltige, der mit Erfolg uns drohen darf, denn er selbst ist in unserer Gewalt."
"Das lügst du!" – schrie Rinaldo erbittert. – "Rinaldini ist in keines Menschen Gewalt."
"Törichter Brausekopf!" – sagte jener, – "Dein Drohen und Pochen könnte dir bald gelegt werden, wenn man nicht Mitleid mit dir hätte! aber zu seiner Zeit sollst du schon dafür büssen. Hart fallen die Geisselstreiche der Gewaltigen auf. Frage nur deshalb Lodovico."
"Ich hoffe", – schrie Lodovico, – "Hieb mit Hieb vergelten zu können."
Der schwarze Anführer fuhr weiter fort: "Jetzt, Rinaldini! frage ich dich: warum trittst du uns in den Weg? Was willst du?"
"Genugtuung will ich haben", – antwortete Rinaldo, – "für unbefugte Misshandlungen, die ihr an Lodovico und an mir selbst verübt habt. Ich erkenne eure vorgebliche Macht nicht an. Auch will ich wissen, welche Heimlichkeit ihr in dem Wagen mit euch umherführt."
"Auf alles das", – antwortete der Schwarze, – "habe ich dir kein Wort zu antworten. Wir geben keinem Menschen von unsern Handlungen Rechenschaft. Gib dein Vorhaben auf und stelle dich zur Busse ein, sonst wird ein schweres Gericht über dich ergehen."
Ohne eine Silbe hierauf zu antworten, gab Rinaldo das Signal, und seine Gesellen rückten dem zug näher.
"Noch ein Wort von mir", – sagte er, – "und ihr liegt zu Boden gestreckt. Öffnet freiwillig die Geheimnisse eures Wagens und ergebt euch, oder euer Blut bezahlt eure Hartnäckigkeit."
"Du kannst tun, was dir beliebt. Aber aufmerksam auf deine eigene Gefahr will ich dich doch machen. Du bist umzingelt. Auf allen Anhöhen blinken Gewehre zu deinem Verderben. Ergib dich uns auf Gnade, sonst ist dein Leben verloren."
"Hauptmann!" – lispelte Jordano ihm zu, – "die Anhöhen sind wirklich mit Menschen besetzt."
Lodovico sagte ihm in ihrer Räubersprache:
"Der Schein von Gewehren blinkt durch die Nacht."
"Die Würfel liegen!" – antwortete Rinaldo. – "Gewinne, wer da will. Der Wurf ist gefallen. Man bemächtigt sich unserer nicht so leicht, und gewiss nicht ohne Blut. Angesetzt, sobald ich das Zeichen gebe. Wir schlagen uns durch."
Hierauf wendete er sich zu seinem Gegner und fragte: "Zum letztenmal: wollt ihr euch gutwillig ergeben?"
"Zum letztenmal, nein!" – war die Antwort.
Rinaldo löste seine Pistole gegen den schwarzen Anführer, zwanzig Schüsse seiner Leute fielen auf einmal, drei der Schwarzen stürzten von den Pferden. Die andern zogen ihre Pistolen, schossen ein paar von Rinaldos Gesellen nieder, drückten ihren Pferden die Sporen in die Seiten und sprengten feldein, rechts davon.
Rinaldo näherte sich dem Wagen, riss den Schlag auf, glaubte Dianoren in seine arme stürzen zu sehen und fand statt Menschen in dem Wagen – einen Sarg.
Jordano, Lodovico und Luzo bemächtigten sich der Pferde der Gefallenen. Jetzt hörten alle von ferne Trompetenstösse, und bald darauf ertönte die Sturmglocke im nächsten dorf.
"Hurtig!" – schrie Rinaldo, – "hurtig mit dem Wagen nach dem Gebirge rechts zu!"
Er warf sich auf ein Pferd, das ihm Lodovico zuführte, und jagte dem Bergpasse zu. Ihm folgten Jordano und Luzo.
Lodovico und noch einige seiner Gesellen sprangen auf und in den Wagen. Die andern schlossen sich dicht an, und der ganze Zug rückte, so schnell wie möglich, dem Hauptmann nach. Kaum hatte Rinaldo den engen Pass des Gebirges erreicht, als er und seine Gesellen von den Pferden stiegen und Posto fassten, entschlossen, den Eingang zu ihrer Retirade auf