Weh, ohne unter den Befehlen einer harten Ordensregel zu stehen? – Ich wollte nicht in diesem Tone fortreden, und sagte nur: wahre Geduld schweigt immer, und findet darin die Kraft zum tragen.
Glücklich unterbrach Carmil alles Folgende. Wattines fischte wieder, fing Endten und arbeitete an der Verschönerung des Weges, auf welchem ich den Platz zu unserm Schwimmen nach dem festen land gesucht hatte, und belegte unsern Landungsplatz mit Rasen, so wie er Ruhebänke zwischen den Pappeln errichtete. Ich will nicht ganz in die Gefühle gehen, die mich froh machten, dass Wattines mehrere Tage länger abwesend blieb, als gewöhnlich, indem er an diesen arbeiten beschäftigt war, welche ich nicht wissen sollte, ich aber auch etwas vorhatte, das ich ihm zu verbergen wünschte. Ich sage nicht wie mir war, als ich meinen Carmil das erstemal zu den Denkmählern seiner Grosseltern trug, ihn ihrer Fürbitte bei Gott zu empfehlen, und den Weg an den Bäumen zurückkam, in welche die Anfangs-Buchstaben der Namen unserer liebsten Freunde eingeschnitten waren, und ich seufzend sagte: k e i n e r , ach k e i n e r von allen den Lieben, wird je meinen Sohn, den Sohn meines Wattines sehen, k e i n e r wird je wissen, dass ihre Erinnerung uns heilig war, dass ich ihre geliebten Namen auf ihren Festtagen mit Blumen bekränzte, welche von meinen Tränen benetzt wurden. Wie oft habe ich auf den einsamen Wegen, wenn ich Wattines entgegen ging, oder bei seiner Feldarbeit ihn aussuchte, den guten Carmil zum Himmel empor gehoben, und flehte um seiner Unschuld willen die göttliche Güte an, uns wieder bessere Umstände, und Nebenmenschen sehen zu lassen, aber ach, noch mehr als zwei volle Jahre dauerte dieses hoffnungslose Gebet, und doch ruhte auf diesem Gebete mein Leben, ruhte darauf als wir noch allein waren. Denken Sie, wie ich betete, als ich Mutter war, und den Vater meines Sohnes so viel arbeiten sah, dass mir für seine Gesundheit bange wurde. Glücklich entdeckte ich wie genau er mich beobachtete, und dass ein trüber blick von mir, oder eine tiefsinnige Miene von mir seine Seele verwundete. Gewiss! wir können immer sagen: es war eine glückliche Stunde, in welcher ich den Entschluss zu einer guten Tat fasste! denn ich segne heute noch den Augenblick, in welchem ich sagte, dass ich Gott und allen Heiligen gefällig sein würde, wenn ich ohne davon zu reden, nur von ihnen gesehen und gehört, der Gemütsruhe meines Mannes, den Kummer und die Wünsche meines Herzens opferte, ihm Zufriedenheit und die feste Hoffnung zeigte, Gott würde uns und unser Kind väterlich besorgen Auch war es nicht verloren das Opfer, denn Wattines wurde glücklicher und ruhiger in seinem geist. Sie sehen, meine Freunde! wie viel ich von den Ideen der lieben Frau sammelte, und natürlich meine zu sehr andringende fragen wieder etwas zurück halten musste. Ich blieb auch zwei Tage von ihrem haus entfernt, um mich bei andern Colonisten umzusehen, und fand es aufs neue schön, das ämsige Gewühl, das Anpflanzen, Bäume fällen, umgraben und aufräumen der Plätze, wie auch das Heimtragen kleiner Bürden von Futterkräutern, Spänen, Moos, und selbst einzelner Strohhalme, welche hier noch selten sind, und meist nur durch ankommende Packwagen zerstreut werden, zu deren Sammlung einige arme Familien ihre Kinder gewöhnen: von welchen viere mir sehr schätzbar sind, weil sie sich des verdienstvollen Herrn Doctor Hirzel philosophischen Bauern zum Muster nehmen, und, wie dieser, durch unausgesetzten Fleiss, Sparsamkeit und Ordnung, Vermögen sammeln und besonders Kleinjoggs Gedanken von verschiedenen Düngergruben ausführen wellen; weil dieser Bauer, die schnelle und langsame Verwesung dieses Krauts, jenes Blatts, und aller andern Sachen beobachtete, und dadurch nach Anweisung der natur, welche immer einen Kreislauf von Welten, Verwesen, Keimen und Wachsen macht, mit überlegung ihren Weg befolgt, so, dass allen Landleuten sein Beispiel nützen kann. Ich wünsche bei dieser gelegenheit herzlich, dass auf diesem neu angebauten Stück Erde, der schöne Ehrgeiz in den Seelen seiner Bewohner entstehe, immer der beste ihrer Klasse zu sein.
Ich bin nun die zwei Tage bei allen Feldern und Colonisten herum gewandelt, und habe ein paar Träumer der vollkommnen Gleichheit hergewünscht, um hier diese seltsame idee zu berichtigen, indem mir dieser Aufentalt der wahre Standpunkt zu sein scheint; denn die Umstände dieser Colonisten sind alle gleich, alle haben nur Holzhütten, keiner hat Hoffnung zu Wohlstand, als in der Viehzucht und dem Anbaue seiner Felder und Gärten. Aber wie sehr verschieden ist doch schon alles, in und um die Hütten herum: alles arbeitet ämsig, aber die eine, wie die holländische Familie, verbindet den höchsten Grad der Ordnung und Reinlichkeit mit ihrem Fleisse, eine andere muss sich doppelte Mühe geben, um so weit zu kommen wie ihre Nachbarn, die dritte ist in steter Eile und Bewegung, aber da sie kein Nachdenken damit verbindet, so bleibt der Nutzen ihres Bestrebens, weit hinter dem Fortgange der übrigen zurück; im Ganzen aber ist vieles geschehen, und da wieder vier Familien neuer Ansiedler angelangt sind, so wird der Wetteifer vermehrt, und die freudige Aussicht auf die Stiftung einer Stadt vergrössert sich. Aber ich habe auch bemerkt, dass Handwerksleute und ihre Frauen, welche mit den ersten Colonisten anlangten, sich schon als Altbürger ansehen, und die neu angekommenen mit stattlichem Wesen auf den Platz führten, welcher